88316 Isny im Allgäu

Die ehemals „Freie Reichsstadt“ Isny im Allgäu ist eine Reise wert. Das noch teilweise von der Stadtmauer und den Türmen umgebene Städtchen mit den markanten Zwiebel-Kirchtürmen ist heilklimatischer Kurort mit einer absurd anmutenden Konstellation: Neben den höchsten Sonnenscheinstunden verzeichnen die Metereologen in Isny gleichzeitig mit die höchsten Niederschlagsmengen Deutschlands.


 

Geografie

Im Osten der Gemeinde liegt die Adelegg, ein waldreicher Mittelgebirgszug, der mit dem Schwarzen Grat (1.118 m) die höchste Erhebung in Württemberg aufweist – und durch die Stauwetterlage für hohe Niederschlagsmengen verantwortlich ist. Die von Westen kommenden Wolken müssen zum Überqueren einen Teil der „Ladung“ ablassen. Wenn es deshalb regnet, regnet es kurz – aber heftig. Daraus resultiert das Zertifikat als „Heilklimatischer Kurort“ mit besonderem Reiz (-klima).

Böse Zungen behaupten, dass die Adelegg in jahrhundertelanger, freiwilliger und mühseliger Arbeit von den Isnyer Westallgäuern als „antibajuwarischer Schutzwall“ gegen die Vereinnahmung durch die Bayern aufgeschüttet wurde. Zuzutrauen wäre es diesem eigensinnigen Völkchen um Isny, das sich schon immer etwas störrisch der Obrigkeit entgegenstellte – zumal sich die Isnyer als Protestanten der Reformationszeit und „Freie Reichstädter“ auch gegen die katholischen Machteinflüsse erfolgreich gewehrt hatten. Selbst heute stellt die Adelegg eine unüberwindbare Grenze für alle Bayrischen SUVs dar. Nur ein schmaler Durchlass bei Weitnau gewährt den Bayern Zufahrt in die schönste Region des Allgäus.

Isny liegt an der Hauptroute der ➥ Oberschwäbischen Barockstraße.

Der Durchmesser der heimeligen, freien Reichstadt bemisst sich auch heute noch nach einer Maßeinheit – die mittlerweile als „political incorret“ angesehen wird: Von einem Stadttor zum anderen benötigt man zu Fuß eine Zigarettenlänge.

BTW: Stadttor / Zumthor: Der berühmte Architekt ➥ Peter Zumthor hatte einen Plan zum ➥ Wiederaufbau des Isnyer Osttors entworfen. 2012 entschieden sich die Bürger der Stadt Isny gegen dieses Projekt und gegen eine D-Isn(e)y-sierung.

 

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt Isny
➥ Wikipedia: Isny
➥ leo:BW – Landeskunde entdecken (Landesarchiv Baden-Württemberg: Isny. Statistik, Topografie, Visitenkarte, Wappen, Ortsteile, Aufgegangene (historische) Ortsteile und Wohnplätze, (historische) Bilder vom Landesarchiv Ba-Wü
➥ Liste der Kulturdenkmale in Isny im Allgäu
➥ Burg und Isny im Mittelalter

 

Historische Postkarten & Abbildungen;

Alle Abbildungen sind älter als 100 Jahre.
BTW: Wenn ihr die Maus über dem Bild positioniert, wird der Dateiname mit der Jahreszahl angezeigt.

Historische Abbildungen

(nicht gemeinfrei – Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Blaserturm 1955
➥ Diebsturm 1955
➥ Oberer Graben mit Marienkirche 1955
➥ Oberer Graben mit Marienkirche 2 – 1955
➥ Rathaus 1963
➥ Espantor 1963
➥ Obertorstraße mit Blaserturm und Rößle 1963
➥ Waldbad

 

Quellen für Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Isny auf ‚Tumblr‘
➥ Isny auf ‚picclick‘ (Suche nach angebotenen Postkarten usw. bei ebay)
➥ Isny auf ‚Pinterest‘
➥ Isny auf ‚Flickr‘

 

Kirchen & Reformationsgeschichte

➥ Nikolaikirche – siehe eigenes Kapitel
➥ St.Maria – siehe Wikipedia
➥ St.Georg – siehe Wikipedia

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Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Theaterfestival Isny
➥ Kinderfest Isny
➥ Kunsthalle im Schloss – Friedrich Hechelmann
➥ Isny auf ‚Bildindex‘ 532 Abbildungen, Werke und Werkteile zur Kunst- und Baugeschichte
➥ Isny auf ‚Google-Art‘
➥ Isny auf ‚Zeno-Org‘

 

Geschichte

Das heutige Isny blickt auf eine bald 1000-jährige Geschichte als Stadt zurück. Die Siedlung wurde um das Jahr 1043 vom Grafen von Altshausen-Veringen gegründet und erhielt 1281 das Lindauer Stadtrecht. 1365 erkauften sich die Isnyer die Rechte einer Freien Reichsstadt von ihrem Vogtherren, dem Truchsessen von Waldburg.1
„Auf einem Moränenhügel beim Weiler Burkwang unweit der Argen befand sich in spätrömischer Zeit das Kastell Vemania. Archäologen gehen davon aus, dass es unter Kaiser Probus (276 bis 282) angelegt worden war, um den Donau-Iller-Rhein-Limes und die dazugehörige Römerstraße zwischen Bregenz und Kempten zu sichern.“ (Wikipedia)

De Merian Sueviae 139
Musterstadt, Matthäus Merian: Topographia Sueviae, 139, 1643
Merian: Topographia Sueviae: Isny

Erschröckliche Neiwe Zeittung von der kay Reichstatt Isna im Oberland gelegen. Radierung von 1631

Versuch einer Abschrift:
„Als man zählt 1631 den 15.September hat sich ein große Feuersnot in der Reichstatt Issna zugetragen. So unversehens zu Mittag zwischen 11 und 12 Uhr aus kamen von welchem Flamm der Pulvertüren ist gesprengt, daraus großer Schaden erfolgt, dann alsbald das schöne Kloster darinnen Benediktinermönch gewest mit samt jeder Religion Kirchen in die Aschen gelegt, hernach sich das Feuer gemehret, dass die Bürger mit großem Jammer und Wehklagen aus der Stadt haben weichen müssen, wie dann das Rathaus mitsamt drei Türmen eingefallen auch noch bis in 380 Häuser abgebrent und also in 12 Stunden die Stadt bis auf wenig Häuser durchs Feuer verzwei worden. Wenig Personen werden gemangelt. Gott der Allmächtige hat sie vor den Flammen des Feuers errettet, der solle den Beleidigten mit Hilf und Trost beystehn und uns vor solchem Schreck und Ruin durch sein Barmherzigkeit gnädig und väterlich behüten und bewahren. Amen.
Der Herr hat’s gegeben. Der Herr hat’s genommen. Der Herr kann’s wieder geben. Des Herrn Name sei gelobet in Ewigkeit.“

(Zunächst hatte ich bei den „Beleidigten“ gestutzt – es macht jedoch Sinn. Sie wurden Be-Leid-igt – es wurde ihnen ein Leid zugefügt. So ändern sich Wortbedeutungen)

Wie es mit Isny weiterging, ist auf der ➥ Wikipedia hinreichend beschrieben:

 

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage: Isny (Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel: Isny
➥ Ortsportrait Isny
➥ Museum am Mühlturm
➥ Wassertor-Museum

 

Natur & Parks

Isny ist als heilklimatischer Kurort und Luftkurort eine „grüne Stadt“. Entlang der Stadtmauer und am ehemaligen – und teilweise noch mit Wasser gefüllten – Stadtgraben kann man im Grüngürtel die Altstadt umrunden.
➥ Schwarzer Grat – höchster Berg Württembergs
➥ Eistobel – Westallgäuer Geotop

Hotels & Unterkünfte 

➥ Familienhotels
➥ Spa Hotels
➥ Pensionen
➥ Bed and Breakfast
➥ Privatzimmer
➥ Apartments
➥ Campingplätze
➥ Budget/Backpacker Hotels
➥ Agriturismus

 

Wintersport

Isny ist Wintersportort – zumindest in Jahren, in denen sich die Klimaerwärmung nicht zu sehr auf den Schneefall auswirkt. Langlauf ist auf den gut präparierten Loipen meist möglich, am Felderhalde-Lift gibt es einen kleinen Skilift mit einer moderaten Abfahrt.
In manchen Jahren gibt es immense Schneemengen, wie dieses Bild zeigt:

Postkarte: Kemptener Straße (Obertorstraße) 1914

Selbst erinnere ich mich an den Winter 1968, als der Schnee höher war als alle Zäune. Damals kam Isny zum ersten Mal im Fernsehen – wir hatten Schnee-Notstand. Die Stadt war von der Außenwelt abgeschnitten und wurde aus der Luft versorgt. Es hatte so viel geschneit, dass von den Arkaden am Rathaus nur noch 30 Zentimeter zu sehen waren. Für uns Kinder war es ein Abenteuer. Es war einfach, eine Schneehütte zu bauen. Man musste nur vorwärts ein Loch schaufeln. Samstags war „Raumpatrouille-Tag“ und am Sonntag waren unsere Schneehöhlen die Lancets 😉
Bevor nun jemand dies als Beweis für die Klimakatastrophe verwendet (die ich nicht leugne) – es gab damals auch in Isny bereits Winter ohne Schnee.

 

Karten

➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Musterstadt, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi
➥ Karte Isny im Allgäu


Karte eingebunden mit Plugin OSM aus ➥ openstreetmap.de/
➥ Isny – Stadtplan und Umgebung, 1820 Landesarchiv Ba-Wü
➥ Schweinebach – mit Eisensberg und Rochmoos, 1826 Landesarchiv Ba-Wü
Umgebungskarten von Isny, 1826

 

Webcams

➥ Isny (BW)
➥ Blick vom Blaserturm Richtung Marienkirche
➥ Isny (BW)

Literatur 



1 Informationen zusammengestellt bzw. zitiert aus Wikipedia (Quelle siehe „Allgemeines“)
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