87740 Buxheim |

Sagen, Mythen und Geschichten

Die zwei Teufel

Zwei Bauern von Buxheim stritten lange um eine Furche Ackers. Innerhalb drei Wochen starben beide plötzlich. Von da an erschienen nächtlich lange zwei Todtengerippe, kämpften und stritten miteinander und sprühten Feuer. Ein Geistlicher fragte sie, was ihres Thuns hier sei? Sie gaben zur Antwort: Abgesandt von der Hölle, kommen wir zwei Teufel und wollen machen, daß die Leute über die beiden Marchenstreiter, die gestorben, schmähen und schimpfen, auf daß jene auch noch mehrere Gesellschafter bekämen. Der Geistliche wollte sie augenblicklich wieder in die Hölle bannen, von wannen sie gekommen. Die Gerippe baten inständig, sie ja nicht mehr dahin, sondern in einen Strohhalm zu bannen oder in einen Grashalm, damit sie so vom Vieh gefressen in es fahren können. Der Propst gab nicht weich, und beide fuhren heulend wieder der Hölle zu.

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 270-271, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566815

Blau Flämmchen

Auf einem Acker ging noch vor 70 Jahren ein blau Flämmchen. Es war, mein ich, in Buxheim. Es muß ein Marksteinfälscher gewesen sein. Einem Mühleknecht war der Rat gegeben, künftig eine Pistole mit St. Agathabrod zu laden und auf das Ding loszudrücken, wenn’s wieder kommt. Knecht that es, hätt’s aber nie und nimmermehr gethan; war froh, daß er mit Roß und Wagen heil davon kam. Nach Betläuten ging kein Fuhrwerk mehr dort vom Platze, und wenn 1000 Teufel selbigst gezogen hätten. Buxheimer Drescherleute wußten noch mehr zu erzählen, wie das Ding mal in einer Hecke, unweit des Scheuerthores, Feuer gespien und schrecklich gethan habe. Worauf die Scheurenthore zuschlugen und in verschlossener Scheuer in Angst, bis es Tag war, fortdreschten.

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 285-286, Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000456717X

Ein Kirchenbetrüger geht um

Als der Platz zur Kirche in Buxheim ausgesteckt war, nahm es einem Anlieger etwas mehr, als nach Wunsch, vom Garten weg. Nachts ging der Mann her, steckte die Zeichen anders und die Kirche kam zu kurz. Jezt muß er umgehen. Er soll auf nimmermehr erlöst werden können, weil durch sein Verschulden die Kirche eingebüßt und kleiner worden ist.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 296, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567366