89165 Dietenheim |

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Sagen, Mythen und Geschichten

In der Charfreitagsnacht von 11-12 Uhr

… sieht man bei Dietenheim (Illerthal) die Hexen im Gries. Sie graben hinterfür mit zurückgebogenem Oberleib Wurzeln. Um 12 Uhr muß man sich davon machen. (Dietenheim)

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 326, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004568222

Templerburg versunken

Auf dem alten Berg bei Dietenheim im Illerthal stand ehemals eine Templerburg. Die Templer haben Räuberei auf der Iller getrieben, die einstens hart unten vorbeifloß. Da versank mal urplötzlich das Schloß mit Mann und Maus. Noch jezt soll ein Loch in den alten Berg hinunter gehen. Eine sog. »Pfaffenköchin«, wie das Volk den Geist heißt, geht auf dem Berge um, und Leute, die in die Nähe kommen, müssen sie bisweilen tragen.

[Auf dem sog. Anger zwischen Wiesensteig und Hohenstatt soll ein Templerkloster gestanden sein; in einer Nacht wurde das Kloster zerstört und Alles niedergemacht. In den Gewölben und auf dem Geröll soll es nicht geheuer sein. O.A. Beschr. S. 872. Templersagen in Wolfs Zeitschr. II. 413 ff.]

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 234, Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000456605X

Wie Doktor Faust wieder lebendig worden ist

Als Doktor Faust auf’s Sterbebett kam, citirte er noch geschwind seinen Knecht und gab ihm folgenden Auftrag: »Wenn ich gestorben bin, zerhaue mich in kleine Stücke, thue Alles zusammen in einen Schaff und presse gewaltig zu.« Er mußte auch noch die Läden und Fenster sorgfältig verschließen, auch nicht das kleinste Rißlein durfte offen bleiben. Der Ofen mußte drei Tage glühend geheizt werden, hinter ihn ward der Schaff gethan. Der Knecht durfte nach strengem Befehl seines Herrn vor drei Tagen gar nicht in’s Zimmer blicken. That’s so; am dritten Tag aber stach’s ihn doch in die Nase, konnte es nicht länger aushalten, guckte hinein und Doktor Fausts Kopf und Brust kam schon wieder ganz aus dem Schaff heraus und winkte ihm zu. Im Augenblick stieg der ganze Faust fertig und zusammengesetzt wieder hervor (Dietenheim im Illerthal)

[… Wenn man vom gescheidten Doktor spricht, heißt es: »Der ist über den Dr. Phrastes« (Ertingen). Auch auf der Burg Lauterstein bei Lautern (Blaubeuren) soll Theophrastus Paracelsus seine Künste getrieben haben…]

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 212-213, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004565657

 

Zu Regglisweiler bestellte mal ein Vater einen Buben

als St. Klosen verkleidet zu seinem kleinen Mädchen. Nach dem Betläuten klopfte man an und es wurde »Herein« gesagt. Der »Klosen« war aber nicht geheuer, er hatte Bocksfüße. Die Mutter sprang sogleich zum Weihwasserkesselein. Der Teufel fuhr in die Höhe und nahm des Mannes Kind mit hinauf; ließ es erst fallen, als die Mutter um Hilfe zum Himmel schrie und betete. Das Kind bekam das fallend Weh, lebte zum guten Glück nimmer lange. (Dietenheim-Regglisweiler)

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 273-274, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566866

Volksglaube, Wetter und Gestirne

Wenn man rückwärts lauft,

… so sagt man in Mergentheim, man laufe »dem Teufel in’s Bett.« In Dietenheim lauft man dem Teufel »in die Arme.«
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 277, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567013