Binzwangen – Sehenswertes, Geschichte und Insidertipps.
Das etwas andere Portal zu Binzwangen. Hier gibt es nützliche Links, Insidertipps, (alte und neue) Karten, Fotos

Allgemeines

Links

Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
Wikipediaeintrag
Alemannische Wikipedia
Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Fotos & Abbildungen

Die hier gezeigten Bilder wurden von mir erstellt, falls nicht anders vermerkt oder aus anderen Quellen eingebunden.

Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
Abbildungen auf Tumblr
Bilder auf Pinterest

Kunst, Kultur und Brauchtum

Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
Binzwangen auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
Binzwangen auf ‚Zeno-Org‘

Geschichte

Ortsbeschreibung von Merian: ➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_Binzwangen

Burg Binzwangen

Ausflüge und Sehenswertes

Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
Wikitravel – der freie Reiseführer

Natur & Parks

Karten

Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Binzwangen, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi

Karte eingebunden aus https://www.openstreetmap.de/

Webcams

Webcams in Binzwangen und Umgebung

Nachbargemeinden

angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilorte / Teilgemeinden

Ortschaften und Wohnplätze von Binzwangen (aus Wikipedia)

Sagen, Mythen und Geschichten

Der Mann im Mond

Ein Mann von Binzwangen, der es in der Gewohnheit hatte, an Sonn- und Feiertagen Besenreis zu sammeln, wurde zur Strafe dafür von Gott Vater in den Mond versezt. Doch ließ ihm unser Herrgott vorher die Wahl, ob er lieber in die Sonne oder in den Mond gehen wolle; der Mann dachte, in der Sonne wäre es ihm zu heiß, er wählte daher den Mond als Verbannungsort, da er es hier wohl besser aushalten werde. Schaut man in den Mond, so sieht man vorne seine gewaltigen »Fuchshändschen« und hinter ihm das Reisbündel, das er auf dem Rücken trägt.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 186-187.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004564448

Hexenmeister macht Mäuse

Zu Binzwangen war ein alter Jäger, der verstand sich auf das kleine und große Hexenwerk. Da waren einmal seine Nachbarn bei ihm und unterhielten sich mit ihm von wegen des Hexenwerks. Sprach der alte Jäger, es sollte ihm ein Kleines sein, unzählig viel Mäuse an den Wänden hinauf laufen zu lassen. Kaum gesagt, liefen aus allen Ecken und Enden Mäuse und an den Wänden hinauf über die Bühne (Decke). Da nahmen die Nachbarn Reißaus und sahen eben noch zum Fenster hinein, wie auch der »Pfannenknecht« wüthig geworden und an der Wand hinauf gelaufen. Als der Alte starb, flog aus seinem Fenster ein Rabe heraus krächzend dem Walde zu.

»Ich will euch Mäuse machen, sagte ein Kind zur Mutter, und plötzlich wimmelte es von solchen« bei Rochholz A.S. II. Nr. 396. Das Mäusemachen und Fackelmachen (Feiel) spielt eine Hauptrolle in den bairischen Hexenprocessen, die in Aretins Beiträgen gedruckt sind. Kinder von Freifingen werden deswegen verbrannt. Rochholz A.S. II. 172.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 315.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567730

Die Gänse haben ihre eigene Sprache

Da war einmal ein Mann von Binzwangen, der verstand diese Sprache und hörte grade, wie er bei der Dorflinde am Bach vorüber ging, daß die Gänse abgemacht hatten, einem gewissen Bauern »an den Samen zu gehen.« Der Mann sagte es dem Bauer, und richtig kamen bald hernach die Gänse auf seinen Acker. – Es war auch ein Mann, der konnte es machen, daß ihm alle Gänse, die eine hinter der andern, nachliefen. Zog er seinen Kittel aus und ein Anderer diesen Kittel an, liefen die Gänse diesem nach.
In der Neujahrsnacht sprechen die Kühe, und Einige verstehen es; in Bühl weiß ein Mann genau, wie ein anderer die Sprache der Thiere verstanden habe. Vgl. auch isländ. Sagen v. Maurer S. 170, wo einer darob wahnsinnig wird. (Ertingen)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 334-335.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004568540

Die Waldbrüder

Es gab eine Art von Mönchen, die sogenannten Waldbrüder oder Eremiten, die keine Priester waren und ihre Klausen oder Wohnungen auf Friedhöfen, bei kleinen Kapellen oder in Wäldern hatten. Es waren meistens fromme, andächtige Leute, die in den Kirchen die Priester bedienten, die Altäre besorgten und zierten, mit dem Volke zu jeder Zeit in den Kapellen beteten. Ein solcher Klausner befand sich in der Schottenkirche in Konstanz. Sie hatten artige Gärtchen, kleine Stübchen mit den merkwürdigsten Versen an den Wänden, so z.B.:

Wahre Thränen, wahre Buß
Waschen ab den Sündenruß.

Von einem solchen Klausner weiß man in der Gegend von Rottenburg, der zwischen Rottenburg und Niedernau bei der Brunnmühle gehaust haben soll, und der Nachts in einem Sarge schlief.

Berühmt ist auch die Klausnerwohnung in der alten Riedkapelle zwischen Binzwangen und Hundersingen. Diese Kapelle, durch den Mord an dem Sonnenberg, vollzogen durch den Werdenberg, gestiftet, wurde in Folge eines Mordes an dem lezten Klausner wieder abgebrochen. Der Klausner wurde von ruchlosen Burschen überfallen, wollte noch um Hülfe läuten und wurde, am Glockenseil haltend, erstochen, worauf die Mörder noch einen Eierhaber bereiteten, aßen und flüchteten.

Ein Klausner war auch auf dem Wurmlinger Berge im sog. Meßnerhaus. Ein Esel holte ihm alle Tage in Wurmlingen drunten Wasser und die nothwendigen Lebensbedürfnisse.
Ein Klausner wohnte neben der Felsenkapelle auf dem St. Salvator bei Gmünd.
Daß diese Waldbrüder auch ausarteten, sieht man am lezten Klausner der Friedinger Kapelle (Tuttlingen), an Bruder Marzell, der in die Welt zurückkehrte, und von dem noch jezt im obern Donauthal allgemein der Reim bräuchig ist:

Bruder Marzell
Springt aus der Kapell,
Hat d’Kutte aufg’hängt,
Ist den Mädle nochg’rennt.

Als dem Waldbrüderchen von Egesheim mal etwas aufgebürdet wurde, sagte er vor den Richtern: »’s işt immer so g.see, ’s wûd no so see, Gelobt sei der Herr Jesus Christus, Ihr Gnaden,« und entfernte sich hierauf.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 297-298.
Permalink:http://www.zeno.org/nid/20004577019

Hexen

Wenn die Hexen auf den Wolken fahren, sind sie meist nackt. So schoß einmal ein Jäger von Herbertingen in eine Wetterwolke, da fiel ein bekanntes Bauernweib aus der Wolke zur Erde. Die Hexen machen ihre Wetter gern an Waldbächen. Ein Wäldchen bei Binzwangen heißt geradezu »Hexenwäldle«, weil hinter diesem die gefährlichsten Hagelwetter heraufkommen.
Quelle:Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 313.
Permalink:http://www.zeno.org/nid/20004567692

Brauchtum

Hochzeit

Alle die, welche bei der Hochzeit in die Kirche gehen und geladene Gäste sind, werden gut gastirt im Hause des Hochzeiters. Kaffee spielt eine große Rolle. (Braunenweiler)

In Binswangen (O.A. Riedlingen) geht’s nach der Morgensuppe, wobei Kutteln, »Geröschtes« etc. bräuchig, in die Kirche. Nach der Kirche geht die Musik dem Zuge halbwegs entgegen. Etwa 20 Schritte von dem Wirtshaus kommt eine Brauttänzerin zum Ehrentanz. Der Preis ist ein Nastuch, eine halbe Maas Wein, zwei bis drei halbe Maas den Musikanten. Das Hochzeitpaar steht den ganzen Tag zum Empfange der Gäste unter der Türe.

Um 10 Uhr Abends ist das Nachtessen, das da besteht aus Suppe, Bratwürsten und Braten. Beim Heimgehen wird von den Musikanten geblasen. Auf dem Brautwagen hält Näherin und Schreiner oder Verwandte die Kunkel, die geziert ist. Die Pferde sind mit Bändern behangen.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 396-397.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004577663