Ottobeuren – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …
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Update: 18. August 2026
Allgemeines
➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften
Historische Lexikoneinträge
Ottobeuren, Flecken im bayr. Regbez. Schwaben, Bezirksamt Memmingen, an der westlichen Günz und der Staatsbahnlinie Ungerhausen-O., 645 m ü. M., hat eine kath. Kirche, ein Benediktinerpriorat (sonst Reichsabtei, die mit ihrem Gebiet von 206 qkm und 10,000 Einw. 1802 an Bayern kam) mit berühmter Wallfahrtskirche, eine Kreiserziehungsanstalt, Amtsgericht, Forstamt, 2 Dampfbrauereien, Käsefabrikation, Gerberei, Sägemühlen, Holzhandel und (1905) 2194 Einw., davon 37 Evangelische.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 259. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007198795
Ottobeuren, Marktflecken im bayr. Reg.-Bez. Schwaben, an der Günz, (1905) 2194 E., Amtsgericht, berühmte Benediktinerabtei (764 gestiftet) mit Wallfahrtskirche.
Quelle: Brockhaus‘ Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 333. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001415956
Ottobeuern, 1) Landgericht im baierischen Kreise Schwaben; 7 QM., 17.000 Ew.; 2) Hauptstadt darin, an der westlichen Günz; Benedictinerpriorat (seit 1835), sonst Reichsabtei, welche mit ihrem Gebiet von 33/4 QM. u. 10,000 Ew. 1802 an Baiern kam: Vieh- u. Getreidemärkte; 1500 Ew.
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 522. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20010572414
Karten
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Fotos & Abbildungen
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➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)
Kunst, Kultur und Brauchtum
➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Ottobeuren auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Ottobeuren auf leo-bw.de (Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de Beschreibungen vom Landesarchiv Baden-Württemberg
Geschichte
Die Geschichte von Ottobeuren im Unterallgäu ist seit über 1250 Jahren untrennbar mit seiner Benediktinerabtei verbunden. Der Ort verdankt seine Entstehung und seinen historischen Aufstieg im Wesentlichen diesem geistlichen Zentrum.
Gründung und Mittelalter (764–1600)
Die Geburtsstunde datiert auf das Jahr 764, als der fränkische Adlige Silach das Klosters gründete. Mönche aus St. Gallen und von der Reichenau besiedelten die Abtei. Unter Bischof Ulrich von Augsburg (10. Jahrhundert) erlangte das Kloster wertvolle Reliquien und königliche Privilegien. Im Jahr 1299 erhob König Albrecht I. das Stift zum Reichsstift – damit erlangte der Abt als Reichsprälat territoriale Unabhängigkeit. Rund um den Klosterkomplex entwickelte sich eine Marktsiedlung, die als Handwerks- und Handelszentrum für das Umland an Bedeutung gewann.
Blütezeit des Barock (1700–1800)
Das 18. Jahrhundert markierte die goldene Ära Ottobeurens. Unter den Äbten Rupert Ness und Anselm Erb wurde das gesamte Kloster ab 1711 zu einer der imposantesten Barockanlagen Europas ausgebaut. Oft als „Schwäbischer Escorial“ bezeichnet, entstand zwischen 1737 und 1766 die spätbarocke Klosterbasilika St. Alexander und Theodor. Künstler wie Joseph Christian, Karl Joseph Riepp und Johann Michael Feuchtmayer schufen ein Gesamtkunstwerk, das Ottobeuren zu einem überregionalen kulturellen Strahlpunkt machte.
Säkularisation und Neubeginn (1802–Heute)
Mit der Säkularisation im Jahr 1802 endete die politische Eigenständigkeit des Reichsstifts vorerst gewaltsam: Das Kloster wurde aufgelöst, der Besitz ging an das Königreich Bayern über, und das geistliche Leben kam weitgehend zum Erliegen. Erst 1835 stellen Mönche aus der Abtei St. Stephan in Augsburg den Konvent wieder her.
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Ottobeuren zügig weiter. Papst Pius XI. erhob die Klosterkirche 1926 zur Basilica minor. Neben seiner Bedeutung als Wallfahrts- und Kulturort erlangte der Markt ab der Mitte des 20. Jahrhunderts Bekanntheit als Kneippkurort und touristisches Zentrum im Unterallgäu. 1
Ausflüge und Sehenswertes
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➥ Wikitravel – der freie Reiseführer
Sehenswert
Neben dem imposanten Benediktinerkloster bietet der Markt Ottobeuren im Landkreis Unterallgäu weitere kulturelle, historische und naturräumliche Sehenswürdigkeiten:
Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth
Das modern gestaltete Museum direkt im Ortszentrum setzt einen architektonischen und künstlerischen Kontrapunkt zum Barock der Marktgemeinde. Es zeigt neben dem vielseitigen Lebenswerk des Allgäuer Künstlers Diether Kunerth auch regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen internationaler Gegenwartskunst.
Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren
Auf einer Anhöhe südlich des Marktes gelegen, gehört die Volkssternwarte zu den größten privaten Observatorien Süddeutschlands. Besucher können hier bei klarem Himmel durch ein leistungsstarkes 60-cm-Teleskop Planeten, Sterne und weit entfernte Galaxien beobachten.
Geologische Orgeln
Dieses geschützte Naturdenkmal im nahegelegenen Kaseltal ist ein seltenes Geotop aus der Eiszeit, das durch Verwitterung orpfeifenähnliche Gesteinsröhren geformt hat. Eine kurze Wanderung führt zu den beeindruckenden Nagelfluh-Formationen, die erdgeschichtlich faszinierende Einblicke in die Region bieten.
Historischer Marktplatz mit Kneipp-Anlagen
Der gepflegte Ortskern lädt mit seinen traditionsreichen Landgasthöfen, schmucken Fassaden und gemütlichen Cafés zum Verweilen ein. Als Geburtsort von Sebastian Kneipp sind zudem öffentlich zugängliche Wassertretbecken im Ort integriert, die Entspannung nach historischem Vorbild bieten. 1
Webcams
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Nachbargemeinden
➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)
Teilgemeinden und Ortschaften
➥ Ortschaften und Wohnplätze von Ottobeuren (aus Wikipedia)
Sagen, Mythen und Geschichten
Blutender Laib Brot
Im Pfarrorte Böhen bei Ottobeuern geschah einst ein merkwürdiges Ereignis. Ein Landmann, der seinen Dienstboten immer selbst das Brot austeilte, wollte dies gewohnter Weise auch wieder einmal tun. Aber siehe da, als er den Brotlaib mit dem Messer teilte, floss Blut aus demselben. Solches hat sich auch zu Speyer ereignet, wo einer das Vorbrot aus dem Ofen herausnahm, bevor es noch recht gebacken war. Und dies bedeutete die große Hungersnot, so bald darauf erfolgte. 2
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 415. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005676045
Das Eldernsche Marienbild zu Ottobeuren.
In dem eine kurze Strecke vom Kloster Ottobeuren entfernten Erlen- oder Eldernwalde befand sich bis auf unsere Tage eine schöne Wallfahrtskirche mit dem von Erde geformten Bilde der Mutter Gottes, von dem Niemand wußte, wie es in den Wald gekommen, bevor die Kirche erbaut worden war. Man erzählt davon Folgendes: Vor etlichen hundert Jahren hatte eine kranke Frauensperson vergeblich alle Mittel zur Wiedererlangung ihrer Gesundheit versucht und da sie einmal im Gebete eine Stimme vernahm: »Willst du gesund werden, so stehe auf und gehe in das nächstgelegene Elderwäldlein, da wirst du an einem Elderbaume ein Muttergottesbild finden in sitzender Gestalt, vor dem dir soll geholfen werden,« so war sie schnell gehorsam, machte sich auf, fand das Bild an einem Baume, an dem schon so Viele vorüber gegangen waren und es nicht gesehen hatten. Sie warf sich im Gebete nieder und erlangte die Gesundheit. Darauf wurde über das Bild ein Kirchlein gebaut. Einmal kam einem bösen Menschen der Gedanke, auf das Bild zu schießen, derselbe fiel tot zur Erde nieder. Zu Anfange dieses Jahrhunderts wurde die Kirche zerstört, das Bild aber in die prachtvolle Klosterkirche Ottobeurens übersetzt.
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 30-31. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005672147
Sitten und Brauchtum
Der Wetterstier
Die Pflummern’schen Annalen berichten: »Es war auch ein alter Brauch (Biberach), dass man am Ostermontag eine Steuer sammelte für ein Hagelrind, dann jährlich kaufte man einen Stier um 5 fl. und schickt solchen in das Kloster Ottenbeuren für das Wetter; und falls die 5 fl. nicht ersammelt wurden, so gab ein Rat das Übrige.«
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 185-186. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004575512
5 fl. = 5 Gulden (von Florus / Florentiner)
1 Diese Texte sind mit Hilfe der KI Gemini zusammengestellt
2 Die historischen Texte habe ich zur besseren Lesbarkeit „sachte“ an die gültige Rechtschreibung angepasst, historisch überholte Begriffe jedoch belassen. Die historischen Postkarten wurden von mir retuschiert, Flecken und Schrift habe ich entfernt und die Karten in Farbe und Kontrast geändert, manche auch digital coloriert.
Anmerkung: „Ottobeuern“ ist kein Tippfehler, sondern eine ältere Schreibweise des Ortsnamens

