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Pfronten im Allgäu – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Volksglaube der Region. Das „etwas andere“ Portal. Links, Landkarten, historische Ansichtskarten, Fotos, Ausflugsziele …

Plan von Christian Jank (1833–1888) für das Schloss Falkenstein

nicht realisierter Plan von Christian Jank (1833–1888) für das Schloss Falkenstein bei Pfronten

Allgemeines

Gliederung

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    • Der Schatz am Kienberg
    • Die wilden Männer
    • Nächtlicher Reiter in Pfronten
    • Sankt Mang
    • Von der Burg Falkenstein bei Pfronten
      • Teil 1. (Zimmersche Chronik, herausgegeben von Barack I, s. 76.)
      • Teil 2. ( Bavaria II , 2, S. 797 )
      • Teil 3. (mündlich)
    • Wigold zu Falkenstein
  • Literatur

➥ Internetauftritt der Stadt Pfronten
➥ Wikipedia: Pfronten
➥ Alemannische Wikipedia: Pfronten
➥ Wikisource: Historische Quellen zu Pfronten

Historische Lexikoneinträge

Pfronten, zwei Gemeinden im bayrischen Regierungsbezirk Schwaben, Bezirksamt Füssen, am Fuß der Algäuer Alpen, in einem reichbelebten Tal an der Fils und mit den Stationen Pfronten-Weißbach, Pfronten-Ried und Pfronten-Steinach an der Staatsbahnlinie Kempten-Schönbicht
1) Pfronten-Berg, hat 7 katholische Kirchen, ein Hauptzollamt und (1905) 1853 Einwohner
2) Pfronten-Steinach, hat (1905) 1047 Einwohner
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 751.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007244002

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

Teilorte und Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde Pfronten besteht aus 13 Teilorten: Berg, Dorf, Halden, Heitlern, Kappel, Kreuzegg, Meilingen, Ösch, Rehbichel, Ried, Röfleuten, Steinach und Weißbach. Man spricht daher von der 13-Dörfer-Gemeinde Pfronten. Die Gemeinde besitzt zahlreiche Parkanlagen, Museen und vielen Burgen und Schlösser.

Ein Klick in die erste Karte öffnet die Slideshow. Mit den Pfeilen am Bildrand kann vor- und zurückgeblättert werden. Am unteren Bildrand ist vermerkt, was die Karte darstellt und wann sie versendet wurde. Die Karten wurden von mir retuschiert und „aufgehübscht“.

Pfronten 1898
Pfronten mit Kienberg um 1910
Pfronten 1928
Pfronten mit Meilingerbruecke, 1908
Pfronten mit Edelsberg, 1906
Pfronten Ansicht mit Bahnhof, 1899
Pfronten Steinach, 1924
Pfronten Steinach mit Zugspitze, 1916
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Falkenstein

Die bekanntesten königlichen Bauten der Umgebung stammen von König Ludwig II – so war auch für die höchstgelegene Burg Deutschlands – die Burgruine Falkenstein ein Neubau geplant. Das Gemälde (von Theatermaler Christian Jank) zeigt das Märchenschloss, das König Ludwig II. von Bayern noch 3 Jahre vor seinem Tod auf Falkenstein plante (1883). Die Ausführung wurde bereits begonnen, nach dem Tode Ludwigs jedoch wieder eingestellt. „Dieser erste Entwurf … Janks wäre weder architektonisch noch räumlich auf dem kleinen Gipfelplateau realisierbar gewesen.“ (Wikipedia)

Anmerkung: Unten sind verschiedene Sagen zur „Falkenstein“ zitiert.
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Burghotel Falkenstein mit Ruine, 1905
Pfronten Burghotel Falkenstein, 1897
Pfronten Falkenstein mit Burghotel und Burgruine Aggenstein, 1913
Falkenstein bei Pfronten, nicht realisierter Plan für ein Schloss König Ludwigs, Ansichtskarte von 1923
Pfronten mit Falkenstein und-Zugspitze, Eugen Felle, 1905
Pfronten Burgruine um 1900
Ruine Falkenstein bei Pfronten, 1903
Ruine Falkenstein bei Pfronten, 1904
Ruine Falkenstein bei Pfronten mit Stempel vom Burghotel, 1904
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Die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau liegen in der Nachbarschaft von Pfronten / Füssen, ebenfalls die Burgruine Hohenfreyberg – eine der größten Burgruinen Bayerns.

Pfronten-Berg

Pfronten-Berg, 1908
Pfronten-Berg, 1922
Pfronten um 1914
Pfronten-Berg, 1918
Gruss aus Pfronten Berg, 1902
Pfronten-Berg um 1915
Pfronten-Berg_Totalansicht_mit_Schlicke_und_Rossberg_1910_800
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Pfronten Orte

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Pfronten mit Kienberg 1903
Pfronten Kreuzegg um 1915
Pfronten-Ried mit Kienberg, 1908
Pfronten-Ried mit Edelsberg um 1900
Pfronten-Ried mit Kienberg 1911
Pfronten-Ried mit Falkenstein, 1902
Pfronten-Weissbach 1903
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Pfronten und Umgebung

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Bahnlinie Kempten Pfronten um 1918
Pfronten Ansicht 1913
Pfronten 1922
Pfronten und Umgebung aus der Vogelschau um 1920
Pfronten 1928
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Weitere Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Pfronten auf ‚Tumblr‘

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Pfronten auf ‚Bildindex‘
➥ Pfronten auf ‚Google-Art‘
➥ Pfronten auf ‚Zeno-Org‘

Ausflüge und Sehenswertes

Video: Schellenproduktion in Pfronten
➥ Wander- und Radtouren um Pfronten
➥ Wikivoyage: Pfronten (Projekt der Wikimedia)
➥ Wikitravel: Pfronten

➥ Schmetterling-Erlebniswelt Pfronten

Berge

Der Edelsberg, 1630 m ü.NHN ragt zwar nur 700 m über der Fläche empor, man hat von dort jedoch eine großartige Aussicht. Bronner schreibt: „Man bezeichnet ihn daher gerne als den schwäbischen Rigi“.

Webcams

➥ Pfronten (BY)
➥ Pfronten, Breitenbergbahn, Ostlerhütte (BY)
➥ Pfronten, Breitenbergbahn (BY)
➥ Pfronten (BY)

Sagen, Mythen und Geschichten

Sagen und Mythen

Der Schatz am Kienberg

Bei Pfronten, am Fuße des Kienbergs, wo man in das Achtal hineingeht, liegen großmächtige Felsstücke, darunter ein Schatz verborgen ist. Es haben nämlich zur Schwedenzeit die geistlichen Herren umher sich dahin gerettet und ihr Zeug geflüchtet, als: eine Kiste voll Geld, eine Kiste voll Leinwand und eine Kiste voll »digenem« (geräuchertem) Fleisch. Darauf ist aber die Pest gekommen, daran sie alle gestorben sind; und so liegen denn die Schätze alle noch unter den Felsblöcken. Aber der muss noch gefunden werden, der sie heben könnte.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 38., Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005667577

Die wilden Männer

In den Engen des Achthals bei Pfronten haben ehedem viele »wilde Männer« gehauset, wie alle Leute noch erzählen. So ist einer auf dem Bärenmoos gewesen, ein gar arglistiger Geist. Man sagt, er habe zu seinen Lebzeiten mit einem seiner Freunde einen Handel gehabt wegen einer Wiese, und habe deshalb einen falschen Eid geschworen. Nach seinem Tode nun, da er noch keine Ruhe gegeben und besonders seine Freunde aus Hass und Neid verfolgt habe, sei er durch geistliche Mittel in’s Bärenmoos hinaus verbannt worden.

Seit der Zeit blieb zu Nachts kein Mensch mehr dort in der Nähe, und man trieb sogar das Vieh hinweg, damit demselben der Geist nicht schaden könne. – So hat auch der Schaidbachmann viel Uebels gestiftet, wo ihm ein Mensch ist in die Nähe gekommen, der kein gutes Gewissen gehabt hat. Höret nur eine Geschichte: Eines Tages gehen mehrere »Buben« ins Holz auf den Schaidbach. Spät Abends, als sie nun zusammen kommen in einer Heuhütte, um da zu übernachten, hören sie auf einmal »Juche!« schreien. Die »Buben«, wie sie eben sind, antworteten sogleich mit einem »Juchezer«.

Da aber rappelt’s plötzlich über ihren Köpfen, als wenn ein Haufen Steine über das Dach ausgeschüttet würde. Jetzt sind die drinnen in der Hütte freilich nicht wenig erschrocken und haben kein Wörtlein gesagt, sondern sind mäusleinstill geblieben. Da ruft der wilde Mann von außen: »Gebt mir nur ein Härlein heraus von eurem Haar, so habe ich euch samt und sonders.« Ihr könnt denken, dass sie das wohl haben bleiben lassen. So ist er denn wieder ruhig geworden. Seit vielen, vielen Jahren aber hört man nichts mehr von diesen und andern wilden Männern, denn, wie man sagt, so hat sie der Papst Pius VI. »verbetet«, als er in den achtziger Jahren in diese Gegend gekommen; andere aber sagen, es habe sie Kaiser Joseph II. auf immer gebannt.
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 38-39. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005667585

Nächtlicher Reiter in Pfronten

In der Berggasse zwischen Pfronten-Weißbach und Nesleiten war es früherer Zeiten des Nachts nie ganz geheuer, und nicht selten kam es vor, das dem des Weges Gehenden ein Reiter nachritt. Blieb man dann stehen und wollte ihn „fürlassen“, so machte er auch Halt, und zwar so lange, bis man wieder weiter ging. Er tat den Leuten nichts zu leide, wenn sie nur fein ordentlich und ruhig des Weges gingen und nicht vorwitzig oder frech nach ihm herumspähten, was er nicht leiden konnte.

Auch dem Erzähler ist er in seinen jungen Jahren einmal nachgefolgt und war dabei immer so nahe hinter ihm, dass er fürchten musste, er werde jeden Augenblick niedergeritten. so oft er sich auch zur Seite stellte, der Reiter ritt durchaus nicht vor, blieb ihm vielmehr immer auf der Ferse, bis er endlich mit einem Male verschwand. Hätte der Verfolgte frech nach ihm umgeblickt oder gefrevelt, so wäre es ihm , wie er jetzt noch glaubt, schlecht gegangen.

Auf diesem Wege hatten viele auch sonst oft Anstände, indem sie zuweilen so verführt wurden, das sie stundenlang umher irren mussten, bis sie heimfanden, wie das auch einmal gleich sieben Weisbachern erging. Keiner fand sich mehr zurecht vor lauter Verwirrtsein, so das sie fast die ganze Nacht herumlaufen mussten, bis sie endlich heimkamen, obwohl doch sonst jeder hier Weg und Steg auf das genaueste kannte. (Pfronten.)
Quelle: Reiser, Karl August: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus – aus dem munde des Volkes gesammelt und herausgegeben, Kempten, 1895, S.30, Nr.5, Link: https://www.google.de/books/edition/Sagen_gebräuche_und_sprichwörter_des_A/yNwNAQAAIAAJ

Sankt Mang

Auf seinen zahlreichen Wanderungen durchs Iller- und Lechtal kam Sankt Mang auch nach Pfronten. Dort hat er eine Zeitlang auf dem Rossberg gehaust. Jetzt noch heisst eine Quelle dort der Mangenbrunn. Sie fliest aber nur acht Tage vor St. Mangentag und acht Tage nachher. Auch sieht man dort noch den Mangensitz, einen Platz, wo er gerastet hat. Von da ist der Heilige nach Füssen gezogen. Dort ist er mit Gottes Hilfe über die Lechklamm an der Lusalten hinübergeschritten, wo noch bis heute im Felsgestein der St. Mangentritt zu sehen ist.
Quelle: Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena, 1926 Permalink: https://archive.org/details/kapff-schwaebische-sagen/page/40

Von der Burg Falkenstein bei Pfronten

Teil 1. (Zimmersche Chronik, herausgegeben von Barack I, s. 76.)

Es hat sich dieser loblich Kaiser (Heinrich IV.) wohl leiden müssen von dem Papst und seinem Haufen, ja auch vor denen, die auf seiner Partei gewest, hat er sich vielmals am allermeisten müssen in Sorgen sehen, welche seine ärgeste Feindt gewest. Das bescheint sich wohl an Bischof Heinrichen von Augsburg, der war hievor Kaiser Heinrichs des dritten Kanzler gewest, nadigends dieses Kaiser Heinrichs des vierten Preceptor und Zuchtmeister, dadurch er am Kaiserlichen Hof in ein solche Kundtschaft kam und sich in Frauenzimmer so heimlich macht und demlet, dass des Kaisers leibliche Schwester ein Kind bei ihm hatte. Wie das dem Kaiser fürkam, da nahm er die Schmach so hoch zu Herzen, dass er dem Bischof allenthalben nachstellte.

Wie nun derselbig in allen Landen nicht sicher, dann sich niemands sein in einer so faulen Sach annehmen oder beladen wollte, da floh er auf das Schloss Falkenstein, zwischen Füssen und Nesselwang gelegen, dasselb besetzt er mit seinen besten Leuten und getreuesten Dienern, zudem das Haus mit Proviant und allerhand Notdurft auf ein lange Zeit versehen. Nichts destoweniger, wie ihn der Kaiser daselbs erfuhr, da zog er ihm nach und belagert das Schloss, das niemands mehr aus noch hinein möcht. Aber das Schloss war von Natur und von Gebau so stark, dass, zu dem der recht Winter auf dem Hals, der Kaiser mit Gewalt nichts getraute zu schaffen oder dem Bischof was abzubrechen. Wie sich nun die Belagerung so gar lang verzoge, da ward durch andere Fürsten soviel getädiget und dahin vermittelt, dass sich der Bischof mit Leib und Gut in des Kaisers Hand stellen, dargegen aber so sollt er des Lebens gesicheret sein.

Solche Mittel nahmen der Kaiser und der Bischof an. Hierauf ging der Bischof mit fünfhundert streitbaren Männern, seinem Kriegsvolk vom Schloss herab in des Kaisers Lager und wollt dem Kaiser zu Füßen fallen und abbitten. Aber der Kaiser hat der welschen Stückle und Absprung viel erfahren und gelernet, darum, wie der Bischof ins Lager ankommt, da waren etliche verordnet, die ihn empfingen und mit guten Worten und wenig Diener in ein besonders abgesondert Ruine Falkenstein bei Pfronten gezielt führten; daselbst waren andere, die nahmen den Bischof, führten ihn zu einem Block und verstümmelten ihn grausam zu seiner Straf begangner Handlung. Mit was großen Schmerzen das zugegangen, das ist deutlich zu gedenken.

Sobald aber solchs geschehen, da ward der Bischof seinem Diener also frank und semianimis überantwortet, mit dem ausdrücklichen Befehl, dass sie ihren Herren ohne Forderung nach Augsburg führen, daselbst er hinfort sein Amt und der fürchen, auch den Gottesdienst auswarten sollt. Aber er konnte die übergroßen Schmerzen nicht überstehen, sondern starb auf dem Weg, geschah am Barbara-Abend anno 1063. Wer er aber vom Geschlecht sei gewesen, das ist dieser Zeit noch unbewusst.

Burg Falkenstein

Burg Falkenstein
aus: Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus, 1895

 

Teil 2. ( Bavaria II , 2, S. 797 )

Im Jahre 1077 flüchtete sich der von Herzog Welf eingesetzte und beschütze Bischof von Augsburg ins Pfrontner Tal und bezog mit seinen Rittern die Burg Falkenstein. Um den sie verfolgenden Feinden zu entgehen, haben sie den Pferden die Eisen verkehrt auf die Hufe geschlagen und sind dann in der Burg geblieben, bis der Bischof unter dem Schutze des Welfen wieder in Augsburg einziehen konnte.

Auch zur Zeit Friedrich Barbarossa’s soll ein Bischof in diese Burg sich geflüchtet haben. Die zu Pfronten sollen für die Treue gegen ihre Bischöfe große Freiheiten erhalten haben. Als die Bauern des oberen Allgäus sie zur Teilname am Bauernkriege aufforderten, erklärten sie einmütig, sie hätten keine Klage gegen ihren gnädigen Herrn in Augsburg und keinen Grund zur Auflehnung. Und wirklich hatten sie mehr Freiheiten, als die Bauern in ihren Artikeln beanspruchten.

Teil 3. (mündlich)

Bei einer lang andauernden Belagerung der Burg Falkenstein, wobei es auf eine Aushungerung abgesehen war, war die Not schon aufs höchste gestiegen; denn alle Vorräte an Lebensmitteln waren zusammengeschwunden bis auf ein Viertel Fleisch. Da griffen die Belagerten zu einer List und hängten dieses letzte Viertel an einer Stange zu einer Dachluke hinaus, dass es baumelte, zum Hohne der Belagerer, und dass diese glauben möchten, sie wären in der Burg noch reichlich mit Lebensmitteln versehen und könnten sich solchen Spott erlauben.

Nichtig, diese List half, denn der Feind lies sich täuschen und zog ab. Nach anderen hätten sie nur noch ein Schwein gehabt, und dieses hätten sie im Burghof herumgezogen und fortwährend gezerrt und gezwickt, das es recht schrie. Auch hätten sie auf die Belagerer den Knödel hinabgeworfen, und so hätten sich diese täuschen lassen und die weitere Belagerung aufgegeben. (Vils, Füssen, Hopferau)
Quelle: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus. Dr. Karl Aug. Reiser, Kempten 1895, Link: https://www.google.de/books/edition/Sagen_gebräuche_und_sprichwörter_des_A/yNwNAQAAIAAJ

Wigold zu Falkenstein

Nach dem Ableben des Bischofs Embriko traten zu Augsburg zwei Bischöfe hervor: Sigfrid und Wigold, jener vom Kaiser Heinrich IV., dieser von Welf, dem bayerischen Herzoge, beschützt. Heftige Fehden der beiden Parteien zerrütteten viele Jahre hindurch den Zustand des Bistums. Wigold, der vom Kapitel und Volke zu Augsburg als rechtmäßiger Bischof anerkannt war, befand sich doch in Augsburg nicht sicher, sondern flüchtete sich auf das feste Schloss Falkenstein bei Füssen, um den Frieden der Kirche dortselbst zu erwarten. Auf seiner Reise dahin soll er, so geht die Volkssage, um seinen Verfolger zu täuschen, dem Pferde die Hufeisen verkehrt haben aufschlagen lassen, so dass es den Anschein hatte, es sei Einer herab und nicht hinauf geritten.
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 442-443. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005676320


Die historischen Texte habe ich zur besseren Lesbarkeit „sachte“ an die gültige Rechtschreibung angepasst, historisch überholte Begriffe jedoch belassen. Die historischen Postkarten wurden von mir retuschiert, Flecken und Schrift habe ich entfernt und die Karten in Farbe und Kontrast geändert, manche auch digital coloriert. Die Ansichtskarten wurden vor mehr als 100 Jahren benutzt und die Urheber sind vermutlich vor mehr als 70 Jahren (und nach 2 Weltkriegen) verstorben, sodass die Karten imho gemeinfrei wurden. Sollte ich mich geirrt haben, bitte ich um eine Nachricht mit Begründung der Rechteinhaber. Es liegt nicht in meiner Absicht, berechtigte Rechte zu verletzen. Die Verwendung dieser Abbildungen auf meiner Website stellt keine Garantie und Begründungsgrundlage dafür dar, dass die Abbildungen „Public Domain“ sind.

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Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

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Copyright der dargestellten historischen Ansichtskarten
Ein Werk wie ein Foto, eine Grafik oder ein Kunstwerk ist bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers urheberrechtlich geschützt. Auf einigen der eingestellten historischen Ansichten ist kein Urheber vermerkt. Ich habe nur solche Karten der Jahrhundertwende 1900 verwendet, bei denen nach menschlichem Ermessen der Urheber bereits vor mehr als 70 Jahren verstorben ist. Sollte bei eingestellten Abbildungen, für die ich trotz meiner Recherchen keine Rechteinhaber ausfindig machen konnte noch solche existieren, bitte ich diese nachträglich um Erlaubnis und um eine Mitteilung. Ich werde dann die Werke zeitnah entfernen oder auf Wunsch mit einem entsprechenden Copyrightvermerk versehen. Ich verfolge keine kommerziellen Interessen. Die eingeblendete Werbung dient lediglich der (teilweisen) Deckung der Unkosten. Es geht mir einzig darum, diese interessanten Zeitdokumente der Nachwelt zu zeigen und zu erhalten. Und das dürfte auch im Sinne der Urheber sein!

Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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