Die Argentobelbrücke Maierhöfen
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Update: 18. August 2026
Die historische Brücke – erbaut 1905 bis 1907
Vor dem Brückenbau musste der Weg von Maierhöfen nach Grünenbach auf einer steilen, in Serpentinen geführten Straße in den Tobel hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf zurückgelegt werden.
Die ‚alte‘ filigrane Argentobelbrücke war eine in Stahlfachwerk ausgeführte Pendelpfeilerbrücke. In den Jahren 1905 bis 1907 wurde sie als damals längste und höchste Brücke Bayerns und eine der höchsten Straßenbrücken in ganz Deutschland erbaut. Die Seitenfelder waren auf festen Gerüsten eingebaut worden, das mittlere Feld wurde im Freivorbau ausgeführt. Die Handwerker standen den Bauarbeitern der Hochhäuser in New York in Schwindelfreiheit und Mut in nichts nach. Sie mussten sich auf Ingenieurskunst und das Material verlassen.
Die 5 Meter breite Fahrbahnplatte wurde nach der Fertigstellung durch zwei Geländer von 1,30 Meter Höhe begrenzt und hatte zwei Fahrstreifen. Gehwege waren nicht vorhanden.
Maße der Brücke
Die Brücke überspannte die Schlucht auf 54 m Höhe mit einer Spannweite von 204 Metern und verband die Orte Maierhöfen und Grünenbach und Riedholz. Für die Brücke wurden 340 Tonnen Eisen und ungefähr 2 Millionen Nieten benötigt. Die Mittelöffnung der Brücke hatte eine Spannweite von 84 Metern, die beiden Seitenöffnungen jeweils 48 Meter Stützweite. Sie war damals eine eiserne Fachwerkkonstruktion, die auf zwei extrem hohen, filigranen Gitterwerk-Stahlpfeilern (Pendelpfeilern) ruhte. Diese leichte und doch extrem belastbare Konstruktionsweise ermöglichte es erstmals, ein so tiefes und breites Tal ohne massive Stein- oder Betonpfeiler im Schluchtgrund zu überspannen.
Zerstörung der Metallbrücke
Am Kriegsende 1945 war die Sprengung der Brücke geplant, um das Vorrücken der amerikanischen Truppen zu verzögern. Die bereits angebrachten Sprengsätze (500 kg) wurden von Bürgern der angrenzenden Gemeinden entfernt und die Sprengung somit verhindert. Die Bürger wollten den alten, beschwerlichen Weg ohne Brücke nicht mehr zurücklegen.
Die Brücke wurde 1980 unter Denkmalschutz gestellt, musste jedoch wegen zunehmender Mängel und zu hoher Unterhaltskosten ersetzt werden.
Die neue Stahlbetonbrücke von 1986
Konstruktion der neuen Brücke
Die neue, im Klappverfahren erstellte, Argentobelbrücke wurde von 1983 bis 1985 erbaut und 1986 für den Verkehr freigegeben. Hier kam eine erst 1980 patentierte, spektakuläre Bauweise zum Einsatz:
Um das Naturschutzgebiet im Eistobel möglichst wenig zu belasten, wurde der mächtige Stahlbetonbogen nicht auf einem klassischen Gerüst im Tal erbaut, sondern die beiden Bogenhälften wurden nahezu senkrecht an den Widerlagern in Selbstkletter-Bogenschalung bis in 44 Meter Höhe betoniert (bis auf 81,5 Meter Höhe über Grund). Anschließend wurden die beiden fertigen Bogenhälften mit Hilfe von Stahlseilen kontrolliert nach unten aufeinander zugeklappt, bis sie sich in der Mitte trafen und im Scheitelpunkt zusammengefügt wurden.
Argentobelbrücke heute
Die neue Argentobelbrücke (auch ➥ Eistobel-Brücke, westallgäuerisch: Doblbrugg) ist (heute) eine 230 Meter lange Bogenbrücke aus Stahlbeton an der bayerischen Staatsstraße 1318 zwischen den Gemeinden Grünenbach und Maierhöfen im Landkreis Lindau (Bodensee). Sie überspannt in einer Höhe von maximal 56 Metern spektakulär ohne Mittelstützen das gesamte Tobeltal der ➥ Oberen Argen. Die Höhe lockte auch Selbstmörder an. Daher wurde im Herbst 2015 eine spezielle Absturzsicherung bzw. ein Suizidschutzgitter an der Brücke angebracht, um weitere Sprünge zu verhindern.
Heute führt ein gut ausgebauter Wanderweg vom Parkplatz und der Infostation am Westende direkt in die Schlucht. Die Kombination aus unberührter Natur, der Kraft des Wassers und dem Kontrast des imposanten Brückenbauwerkes macht den Eistobel zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region.
Text aus verschiedenen Quellen zusammengestückelt, u.a. nach: ➥ https://de.wikipedia.org/wiki/Argentobelbrücke
Fotos und Ansichtskarten
Ein Klick ins Bild zeigt die vergrößerte Darstellung und startet den Slideshow-Browser mit Titel und Jahr des Poststempels. Mit dem Pfeil in der rechten und linken Bildmitte können Sie vor- und zurückblättern. Die Karten wurden von mir digital „aufgehübscht“, farbkorrigiert und von Schmutz und Beschriftung befreit.
Viel Spaß bei der Zeitreise!
Die gezeigten Ansichtskarten sind retuschiert. Die Originalversionen wurden dabei digital verändert.
These are retouched pictures, which means that they have been digitally altered from their original version.
Pläne und Schriftstücke zur Brücke
In der „Bauzeitung“ (Nr.26) aus dem Jahr 1907 habe ich einen Bericht zum Bau der Brücke gefunden
Landkarten
Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.
Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

