Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Hoßkirch (Hoskirch, Hosskirch) – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Volksglaube der Region. Das „etwas andere“ Portal. Links, Landkarten, historische Ansichtskarten, Fotos, Ausflugsziele …

Inhalt

Gliederung

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  • Ausflüge und Sehenswertes
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  • Sagen, Mythen und Geschichten
    • Der wilde Jäger
  • Volksglaube, Wetter und Gestirne
    • Der hl. Dreikönigstag ist der »All-loser«,
    • Besen opfern
    • Versunkene Klöster
      • Anmerkungen zu den „versunkenen Klöstern“
Hosskirch um 1900

Hoßkirch um 1900


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Gemeinde Hoßkirch
➥ Wikipedia: Hoßkirch
➥ Alemannische Wikipedia: Hoßkirch
➥ Wikisource: Historische Quellen zu Hoßkirch

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

➥ Karte Hoßkirch

Fotos & Abbildungen

Ansichtskarte von Hoßkirch, 1903

Ansichtskarte von Hoßkirch, 190

 

Postkarte aus Hosskirch 1904

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Hoßkirch auf Tumblr
➥ Hoßkirch auf Pinterest

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
➥ Bilder und Texte auf ‚Zeno-Org‘

Geschichte

Meyers Enzyklop. Lexikon, 1905. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hoßkirch?hl=Hoßkirch

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage (Projekt der Wikimedia)
➥ Wikitravel
➥ Tipps von Tripadvisor

Teilgemeinden und Ortschaften

Zur Gemeinde gehören neben dem namengebenden Hoßkirch die Ortsteile Hüttenreute (seit 1970), Sandhaus, Ratzenreute, Milpishaus, Wolfertsreute, Watt/Forsthaus und Kleewiesen.

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Sagen, Mythen und Geschichten

Sagen und Mythen

Der wilde Jäger

Im »Wagenhardt« ging vor Zeiten ein wilder Jägersmann, Namens »Laute«, geisten; er hat bei seinen Lebzeiten die Leute, welche in die Kirche gehen wollten, vom Kirchgang zum Jagen weggenommen. Er fährt nicht blos bei Nacht, sondern sogar zeitenweise bei Tag im Walde umher; man hört dann Hunde bellen, Hörner blasen, Peitschen knallen. Der Jagdzug fährt über die »Wischbel« (Tannenwipfel) weg. Er verführt die Leute, dass sie im Wald sich verirren und zwei, drei Tage lang im Walde herumlaufen. Dieser »Laute« ist sprichwörtlich geworden; man sagt daher, wenn man sich nicht zurechtfinden will: „î moĩ der Lautẽ häb‘ mẽ verfüehrt!“ (Wagenhardt, Königseggwald)
Das Abhalten von der Kirche, das Holen der Bauern aus derselben ist »Sagen von bösen Rittern« eigen. Es lässt dieses sogleich erraten, warum der Junker, oder wer er sei, in die Sage übergegangen und gebrandmarkt ist. Gleiches tut auch der Junker auf der Kocherburg; mündlich und bei Meier, Sagen S. 98, 99.

Betreffend das Wort »Wag« in Wagenhart kann ich folgende Beispiele anführen: Wagelai (Wurmlingen Feld. Namen). Wagrõe (Wurmlingen, Tuttlingen). Orts- und Wasserbenennungen: Nërewåg; Möhringer Wåg, Wåg (Wurmlingen, Tuttlingen). Wåg bei Mülheim a.D. Wågsauter, ehemaliger Turm in Ueberlingen. Wagehald, verschwundener Marchthaler Flecken; Hörschwag (Sigmaringen). Wëerewåg (Heimat des Minnesängers Hugo, vgl. v.d. Hagen, Minnes. II. Nr. 82), mhd. Werbenwåg. Wâc, wâk, wâg strk. m. bewegtes Wasser, gurges. W. Wackernagel, Wrtb. z. altd. Lesebuch DLXVII. Lauchert, Rotw. Lautlehre S. 4.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 14. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000456085X

Anmerkung: „Der Wagenhart liegt im Ortsdreieck von Bad Saulgau im Norden, Altshausen im Südosten und Ostrach im Südwesten. In Form eines langgestreckten Bogens in den Gemeindegebieten von Bad Saulgau und Ostrach (Landkreis Sigmaringen) und Hoßkirch (Landkreis Ravensburg) gelegen ist seine höchste Erhebung (698 m) eine namenlose Bergkuppe beim Hoßkircher Ortsteil Hüttenreute.“ (Wikipedia: Wagenhardt)

Volksglaube, Wetter und Gestirne

Der hl. Dreikönigstag ist der »All-loser«,

… d.h. jede Stunde dieses Tages deutet für einen Monat des kommenden Jahres die Witterung an. (Hoßkirch)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 469-470. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000457088X
Anmerkung: „losen“ bedeutet im schwäbischen Dialekt „hören, zuhören“

Besen opfern

Besen opfert man in der Dunninger Kapelle (Rottweil); in Heiligkreuztal ebenfalls, weil man von »Aissen« befreit wird. In Hoßkirch ist eine Aissenkapelle, wo Besen geopfert worden sind.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 444. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004578457
Anmerkung: „Aissen“ sind Abszesse, Furunkeln. Weitere Aissekäppele gibt es in Baach, Zwiefalten und Wolfertsweiler, siehe https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-MDZ-00000BSB10375805?p=64

Versunkene Klöster

In dem kleinen See bei Hoßkirch („Königseggsee“ – liegt in Richtung Königseggwald), zwischen Osterach (Ostrach) und Altshausen gelegen, soll ein Kloster versunken sein. Man sagt, es hänge noch immer eine Glocke in dem See.
Ebenso soll in dem kleinen Mutelsee, (Muttelsee bei Tettnang) nicht weit vom Degersee (Degersee bei Tettnang), eine Glocke hängen. Ferner ist da, wo jetzt der Schleiensee (Schleinsee bei Kressbronn) liegt, ein Kloster untergegangen, von dem man noch zuweilen den Turm sehen kann.
Ähnliches erzählt man vom Bibersee (Bibersee bei Fronreute); es sei nämlich daselbst ein Schloss versunken, dessen Turm man bei hellem Wetter in der Tiefe noch sehen könne. (Mündlich aus Oberschwaben.)
Quelle: Meier, Ernst Heinrich (1813-1866): Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, 1852 Nummer 334, Seite 357

Anmerkungen zu den „versunkenen Klöstern“

Hoßkircher „Königseggsee“

Tatsächlich sind im „Königseggsee“ (Hoßkircher See) Reste von „versunkenen“ Gebäuden zu sehen. Es handelt sich dabei jedoch um Reste von jung- und endneolithischen Pfahlbausiedlungen im „Königsee“ von Hoßkirch – einem beliebten Badesee mit Strandbad. Die Fundstellen liegen im Flachwasserbereich gegenüber des Strandbades und werden der Horgener Kultur (3400-2850 v.Chr. und die zweite Fundstelle der Pfyn-/ Altheimer Kultur (3734-3650 v.Chr) zugeordnet. Dies ist wieder ein Beispiel dafür, dass in Sagen oft ein wahrer Kern enthalten ist.

Degersee bei Tettnang

„Archäologische Erkundungen haben im Degersee (Degersee bei Tettnang) ein komplettes Dorf für 150–200 Menschen nachgewiesen, welches nun etwa drei Meter tief unter dem Seeboden liegt. Es wurden zahlreiche Artefakte gefunden, darunter aus hartem Stein geschliffene Äxte und ein sechs Meter langer Einbaum. Zahlreiche Feuersteingeräte aus der Gardasee-Region zeigen Handelsverbindungen nach Oberitalien. Ein Zufallsfund im Jahr 2002 brachte Archäologen auf die Spur des Dorfes.“


¹ Die historischen Texte habe ich zur besseren Lesbarkeit „sachte“ an die gültige Rechtschreibung angepasst, historisch überholte Begriffe jedoch belassen. Zahlreiche historische Postkarten habe ich retuschiert, Flecken entfernt und einige farblich angepasst oder coloriert.

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Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

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Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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