Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Kaltental – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Volksglaube der Region. Das „etwas andere“ Portal. Links, Landkarten, historische Ansichtskarten, Fotos, Ausflugsziele …

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Aufkirch um 1910

Aufkirch um 1910


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Kaltental ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Er entstand anlässlich der Gebietsreform am 1. April 1971 durch den Zusammenschluss der drei Gemeinden Aufkirch, Blonhofen und Frankenhofen.

Die Gemeinde hat 8 Gemeindeteile:
Altensberg  –  Aufkirch –  Blonhofen  – Eldratshofen  – Frankenhofen  – Gerbishofen – Helmishofen – Hof

Geschichte

Ortsbeschreibung von Merian:
➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_Kaltental

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Bilder auf Pinterest

Gruss aus Aufkirch um 1900

Gruss aus Aufkirch um 1900

 

Gruss aus Blonhofen um 1914

Gruss aus Blonhofen um 1914

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Kaltental auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
➥ Kaltental auf ‚Zeno-Org‘

Webcams

➥ Webcams in Kaltental und Umgebung

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilorte / Teilgemeinden

➥ Ortschaften und Wohnplätze von Kaltental (aus Wikipedia)

Sagen, Mythen und Geschichten

Blonnhofen

Beim Flecken Blonnhofen, unweit Augsburg, befindet sich ein alter Galgen, unter welchem ein Schatz liegen soll.

Eines Tages wollten ihn vier Männer aus dem Ort heben, von denen einer Höllenweber hieß. Als sie tief gegraben hatten, kamen sie auf den Schatz. Aber ein feuriger Hund saß darauf, der sagte:
„Eins zwei drei vier und Einer gehört mir!
Einer muß des Teufels sein und soll’s der Höllenweber sein.“

Der Höllenweber aber erschrak und sprach: „Gott will nit!“
Und in dem Augenblick ist der Schatz verschwunden, der Höllenweber aber gerettet worden.

Ein Spielmann aus Blonnhofen ging spät abends nach Hause. Unterwegs kam er an einem Wirtshause vorbei, das er vorher niemals gesehen hatte, drinnen brannten noch Lichter und die Leute tanzten und lärmten. Er glaubte sich verirrt zu haben und ging hinein.

Man hieß ihn aufspielen, er tat es und die Tanzenden bezahlten ihn mit Goldstücken. Gegen Morgen hin verließ ein Paar ums andere das Wirtshaus und als man in Blonnhofen läutete zum Gebet, war mit einem Male alles verstoben, samt dem Wirtshaus. Der Spielmann aber saß auf dem Galgen. Wie er sich nach seinen Goldstücken umsah, waren es lauter Glasscherben. Er warf sie unmutig weg. Später aber, als er nach Hause kam, hatte er noch ein Stück in der Tasche und dieses war ein Goldstück. Er ging darauf zum Galgen zurück, um die weggeworfenen Stücke wieder zu suchen; er fand aber kein einziges mehr.
Quelle: Philipp von Steinau: Volkssagen der Deutschen, Zeitz, 1838, ➥ https://www.google.de/books/edition/_/5EI7AAAAcAAJ

Der Spielmann

Eines Tages ging ein Spielmann von Blonhofen aus spät Abends nach Hause. Unterwegs kam er an einem Wirtshause vorbei, das er vorher niemals da gesehen hatte; und drin brannten noch Lichter, und die Leute tanzten und lärmten. Er glaubte, dass er sich verirrt habe, und er ging hinein. Man hieß ihn aufspielen, und er tat’s, und die Tanzenden bezahlten ihn mit Goldstücken. Gegen Morgen hin verließ ein Paar ums andere das Wirtshaus; und als man in Blonhofen das Gebet läutete, war mit einem Male Alles verstorben, samt dem Wirtshaus. Der Spielmann aber saß auf dem Galgen. Und wie er sich nach seinen Goldstücken umsah, da waren es lauter Glasscherben. Die warf er unmutig weg. Später aber, als er nach Haus gekommen, fand er noch ein Stück in der Tasche, das war ein Goldstück. Er ging darauf wieder zum Galgen zurück, um die weggeworfenen Stücke wieder zu suchen; er entdeckte aber kein einziges mehr.
Quelle: Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein. Band 2, Leipzig [um 1878/79], S. 123. – Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004480945

Der Hüllenweber

Unter dem Galgen von Blonhofen liegt ein Schatz. Eines Tages taten sich vier Männer aus dem Ort zusammen, die wollten ihn heben; und unter ihnen war einer, der hieß der Hüllenweber. Als sie tief genug gegraben hatten, kamen sie auf den Schatz. Auf dem Schatz aber saß ein feuriger Hund, der sagte: »Eins, zwei, drei, vier; und einer gehört mir; und einer muss des Teufels sein, und soll’s der Hüllenweber sein.« Der Hüllenweber erschrak, und sagte: »Gott will nit!« Und in dem Augenblick ist der Schatz verschwunden; der Hüllenweber aber ist gerettet worden.
Quelle:Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein. Band 2, Leipzig [um 1878/79], S. 123. – Permalink:http://www.zeno.org/nid/20004480937

Balladen und Lieder

Der betrogene Geiger

Es zog einmal des Weges sacht
Vom nahen Kirchweihschmaus
Ein Geigerlein um Mitternacht
Gen Blonnhofen nach Haus.

Urplötzlich wird es lichterhell
Und laut im finstern Wald, –
Das schönste Wirthshaus steht zur Stell‘,
Daraus der Lärmen schallt.

Ein Wirthshaus, das mein Geigerlein
Sein Lebtag nicht gesehn,
Was tun? Ein Musikantenbein
Kann nicht vorübergehn.

»Ei! Ei! du lieber Fiedelmann,
Du kommst uns eben recht,
Nun fiedle wacker drauf und dran,
Wir zahlen dir nicht schlecht.«

Da streicht auf seiner Violin‘
Mit Lust der Musikant;
Für jedes Stückchen lohnet ihn
Ein Goldstück auf die Hand.

So lärmte die Gesellschaft lang,
Bis von dem nahen Ort
Der Morgenglocke Ave klang, –
Husch! war das Völkchen fort.

Und husch! mein armes Geigerlein
Dort unter’m Galgen saß,
Und zählte seine Goldstücklein –
Glasscherben waren das.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 43. – Von A. Schöppner. – Sage von Blonnhofen, unweit Kaufbeuern in Schwaben. C.v.Falkenstein das Buch der Kaisersagen, Burg- und Klostermährchen. S. 123. Volksbüchlein von Auerbacher, II., 178. – Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000566764X

Der Spielmann von Blonnhoven

Von Ludwig Wihl

Der Spielmann von Blonnhoven
Zog unter Saus und Braus
Von einer lust’gen Kirmeß
Bei Nacht zurück nach Haus.

Am Weg fand er ’ne Schenke,
Die sonst nicht dorten war,
Und Lichter brannten drinnen,
Aufflackernd wunderbar.

Und Leut‘ in närrischen Trachten
Bewegten sich hier und dort,
Die tobten, sprangen und lachten
Und sprachen dabei kein Wort.

Als sie den Spielmann sahen,
Erfassten sie seine Hand
Und machten demselben ein Zeichen,
Das er sogleich verstand.

Drob geigt er einen Walzer;
Sie tanzten federleicht,
Da er ihn hatte geendigt,
Ward ihm viel Gold gereicht.

Doch Paar um Paar verschwand dann,
Das Wirtshaus wurde leer,
Und Morgens Früh da fand man
Auch’s Wirtshaus selbst nicht mehr.

Statt dessen war der Spielmann
Auf den Galgen hingestellt,
In den Händen hatte er Scherben,
Die waren das goldne Geld.
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 415-416. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005676053

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