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Binzwangen – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Gebräuche der Region. Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten, Fotos, Ausflugszielen.

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Binzwangen, Ansicht von 1908

Binzwangen, Ansicht von 1908


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

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➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Karten

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sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Binzwangen, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Bilder auf Pinterest

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Binzwangen auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
➥ Binzwangen auf ‚Zeno-Org‘

Geschichte

Ortsbeschreibung von Merian: ➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_Binzwangen

➥ Burg Binzwangen

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Webcams

➥ Webcams in Binzwangen und Umgebung

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilorte / Teilgemeinden

➥ Ortschaften und Wohnplätze von Binzwangen (aus Wikipedia)

Sagen und Mythen

Der Mann im Mond

Ein Mann von Binzwangen, der es in der Gewohnheit hatte, an Sonn- und Feiertagen Besenreis zu sammeln, wurde zur Strafe dafür von Gott Vater in den Mond versetzt. Doch ließ ihm unser Herrgott vorher die Wahl, ob er lieber in die Sonne oder in den Mond gehen wolle; der Mann dachte, in der Sonne wäre es ihm zu heiß, er wählte daher den Mond als Verbannungsort, da er es hier wohl besser aushalten werde. Schaut man in den Mond, so sieht man vorne seine gewaltigen »Fuchshändschen« und hinter ihm das Reisbündel, das er auf dem Rücken trägt.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 186-187. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004564448

Die Waldbrüder

Es gab eine Art von Mönchen, die sog. Waldbrüder oder Eremiten, die keine Priester waren und ihre Klausen oder Wohnungen auf Friedhöfen, bei kleinen Kapellen oder in Wäldern hatten. Es waren meistens fromme, andächtige Leute, die in den Kirchen die Priester bedienten, die Altäre besorgten und zierten, mit dem Volke zu jeder Zeit in den Kapellen beteten. Ein solcher Klausner befand sich in der Schottenkirche in Konstanz. Sie hatten artige Gärtchen, kleine Stübchen mit den merkwürdigsten Versen an den Wänden, so z.B.:

Wahre Tränen, wahre Buß
Waschen ab den Sündenruß.

Von einem solchen Klausner weiß man in der Gegend von Rottenburg, der zwischen Rottenburg und Niedernau bei der Brunnmühle gehaust haben soll, und der Nachts in einem Sarge schlief.

Berühmt ist auch die Klausnerwohnung in der alten Riedkapelle zwischen Binzwangen und Hundersingen. Diese Kapelle, durch den Mord an dem Sonnenberg, vollzogen durch den Werdenberg, gestiftet, wurde in Folge eines Mordes an dem letzten Klausner wieder abgebrochen. Der Klausner wurde von ruchlosen Burschen überfallen, wollte noch um Hilfe läuten und wurde, am Glockenseil haltend, erstochen, worauf die Mörder noch einen Eierhaber bereiteten, aßen und flüchteten.

Ein Klausner war auch auf dem Wurmlinger Berge im sog. Meßnerhaus. Ein Esel holte ihm alle Tage in Wurmlingen drunten Wasser und die nothwendigen Lebensbedürfnisse.

Ein Klausner wohnte neben der Felsenkapelle auf dem St. Salvator bei Gmünd.

Dass diese Waldbrüder auch ausarteten, sieht man am letzten Klausner der Friedinger Kapelle (Tuttl.), an Bruder Marzell, der in die Welt zurückkehrte, und von dem noch jetzt im obern Donautal allgemein der Reim bräuchig ist:

Bruder Marzell
Springt aus der Kapell,
Hat d’Kutte aufg’hängt,
Ist den Mädle nochg’rennt.

Als dem Waldbrüderchen von Egesheim mal etwas aufgebürdet wurde, sagte er vor den Richtern: »’s işt immer so g.seẽ, ’s wûd no so seẽ, Gelobt sei der Herr Jesus Christus, Ihr Gnaden,« und entfernte sich hierauf.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 297-298. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004577019

Hexenmeister macht Mäuse

Zu Binzwangen war ein alter Jäger, der verstand sich auf das kleine und große Hexenwerk. Da waren einmal seine Nachbarn bei ihm und unterhielten sich mit ihm von wegen des Hexenwerks. Sprach der alte Jäger, es sollte ihm ein Kleines sein, unzählig viel Mäuse an den Wänden hinauf laufen zu lassen. Kaum gesagt, liefen aus allen Ecken und Enden Mäuse und an den Wänden hinauf über die Bühne (Decke). Da nahmen die Nachbarn Reißaus und sahen eben noch zum Fenster hinein, wie auch der »Pfannenknecht« wütig geworden und an der Wand hinauf gelaufen. Als der Alte starb, flog aus seinem Fenster ein Rabe heraus krächzend dem Walde zu.
Anmerkung: »Ich will euch Mäuse machen, sagte ein Kind zur Mutter, und plötzlich wimmelte es von solchen« bei Rochholz A.S. II. Nr. 396. Das Mäusemachen und Fackelmachen (Feiel) spielt eine Hauptrolle in den bairischen Hexenprocessen, die in Aretins Beiträgen gedruckt sind. Kinder von Freifingen werden deswegen verbrannt. Rochholz A.S. II. 172.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 315. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567730

Die Gänse haben ihre eigene Sprache

Da war einmal ein Mann von Binzwangen, der verstand diese Sprache und hörte grade, wie er bei der Dorflinde am Bach vorüber ging, daß die Gänse abgemacht hatten, einem gewissen Bauern »an den Samen zu gehen.« Der Mann sagte es dem Bauer, und richtig kamen bald hernach die Gänse auf seinen Acker. – Es war auch ein Mann, der konnte es machen, daß ihm alle Gänse, die eine hinter der andern, nachliefen. Zog er seinen Kittel aus und ein Anderer diesen Kittel an, liefen die Gänse diesem nach.
Anmerkung: In der Neujahrsnacht sprechen die Kühe, und Einige verstehen es; in Bühl weiß ein Mann genau, wie ein anderer die Sprache der Tiere verstanden habe. Vgl. auch isländ. Sagen v. Maurer S. 170, wo einer darob wahnsinnig wird. (Ertingen)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 334-335. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004568540

Die Waldbrüder

Es gab eine Art von Mönchen, die sogenannten Waldbrüder oder Eremiten, die keine Priester waren und ihre Klausen oder Wohnungen auf Friedhöfen, bei kleinen Kapellen oder in Wäldern hatten. Es waren meistens fromme, andächtige Leute, die in den Kirchen die Priester bedienten, die Altäre besorgten und zierten, mit dem Volke zu jeder Zeit in den Kapellen beteten. Ein solcher Klausner befand sich in der Schottenkirche in Konstanz. Sie hatten artige Gärtchen, kleine Stübchen mit den merkwürdigsten Versen an den Wänden, so z.B.:

Wahre Tränen, wahre Buß‘
Waschen ab den Sündenruß.

Von einem solchen Klausner weiß man in der Gegend von Rottenburg, der zwischen Rottenburg und Niedernau bei der Brunnmühle gehaust haben soll, und der Nachts in einem Sarge schlief.

Anmerkung: Berühmt ist auch die Klausnerwohnung in der alten Riedkapelle zwischen Binzwangen und Hundersingen. Diese Kapelle, durch den Mord an dem Sonnenberg, vollzogen durch den Werdenberg, gestiftet, wurde in Folge eines Mordes an dem letzten Klausner wieder abgebrochen. Der Klausner wurde von ruchlosen Burschen überfallen, wollte noch um Hülfe läuten und wurde, am Glockenseil haltend, erstochen, worauf die Mörder noch einen Eierhaber bereiteten, aßen und flüchteten.

Ein Klausner war auch auf dem Wurmlinger Berge im sog. Mesnerhaus. Ein Esel holte ihm alle Tage in Wurmlingen drunten Wasser und die notwendigen Lebensbedürfnisse.
Ein Klausner wohnte neben der Felsenkapelle auf dem St. Salvator bei Gmünd.
Daß diese Waldbrüder auch ausarteten, sieht man am letzten Klausner der Friedinger Kapelle (Tuttlingen), an Bruder Marzell, der in die Welt zurückkehrte, und von dem noch jetzt im oberen Donautal allgemein der Reim gebräuchlich ist:

Bruder Marzell
Springt aus der Kapell,
Hat d’Kutte aufg’hängt,
Ist den Mädle nochg’rennt.

Als dem Waldbrüderchen von Egesheim mal etwas aufgebürdet wurde, sagte er vor den Richtern: »’s işt immer so g.see, ’s wûd no so see, Gelobt sei der Herr Jesus Christus, Ihr Gnaden,« und entfernte sich hierauf.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 297-298. Permalink:http://www.zeno.org/nid/20004577019

Brauchtum

Hochzeit

Alle die, welche bei der Hochzeit in die Kirche gehen und geladene Gäste sind, werden gut gastiert im Hause des Hochzeiters. Kaffee spielt eine große Rolle. (Braunenweiler)

In Binswangen (O.A. Riedlingen) geht’s nach der Morgensuppe, wobei Kutteln, »Geröschtes« etc. bräuchig, in die Kirche. Nach der Kirche geht die Musik dem Zuge halbwegs entgegen. Etwa 20 Schritte von dem Wirtshaus kommt eine Brauttänzerin zum Ehrentanz. Der Preis ist ein Nastuch, eine halbe Maas Wein, zwei bis drei halbe Maas den Musikanten. Das Hochzeitpaar steht den ganzen Tag zum Empfange der Gäste unter der Türe.

Um 10 Uhr Abends ist das Nachtessen, das da besteht aus Suppe, Bratwürsten und Braten. Beim Heimgehen wird von den Musikanten geblasen. Auf dem Brautwagen hält Näherin und Schreiner oder Verwandte die Kunkel, die geziert ist. Die Pferde sind mit Bändern behangen.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 396-397. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004577663

Volksglaube und Brauchtum

Hexen

Wenn die Hexen auf den Wolken fahren, sind sie meist nackt. So schoss einmal ein Jäger von Herbertingen in eine Wetterwolke, da fiel ein bekanntes Bauernweib aus der Wolke zur Erde. Die Hexen machen ihre Wetter gern an Waldbächen. Ein Wäldchen bei Binzwangen heißt geradezu »Hexenwäldle«, weil hinter diesem die gefährlichsten Hagelwetter heraufkommen.
Quelle:Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 313. Permalink:http://www.zeno.org/nid/20004567692

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