Wiggensbach – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …
Inhalt
- 📖 ➥ Schwäbisch, Dialekt, Sprache, Sagen …
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- 💸 ➥ Weitere Städte & Ortschaften im Landkreis
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Update: 18. August 2026
Allgemeines
➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften
Historische Lexikoneinträge
Wiggensbach, Dorf im bayr. Regbez. Schwaben, Bezirksamt Kempten, hat eine kath. Kirche und (1905) 294, als Gemeinde (74 Wohnplätze) 2031 Einw.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 621. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007695012
Karten
Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.
Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.
➥ Karte von Wiggensbach und Umgebung
Fotos & Abbildungen
➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Infos und Fotos auf Pinterest
➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)
Ansichtskarten um 1900
Ein Klick ins Bild zeigt die vergrößerte Darstellung und startet den Slideshow-Browser mit Titel und Jahr des Poststempels. Mit dem Pfeil in der rechten und linken Bildmitte können Sie vor- und zurückblättern. Die Karten wurden von mir digital „aufgehübscht“, farbkorrigiert und von Schmutz und Beschriftung befreit.
Viel Spaß bei der Zeitreise!
Historische Ansichtskarten von Wiggensbach
Historische Ansichtskarten von Ermengerst
Die gezeigten Ansichtskarten sind retuschiert. Die Originalversionen wurden dabei digital verändert.
These are retouched pictures, which means that they have been digitally altered from their original version.
Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes
➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Wiggensbach auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Wiggensbach auf leo-bw.de
(Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de
➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer
Teilgemeinden und Ortschaften
Wiggensbach hat 75 Gemeindeteile :
Adelegg (Weiler) — Aichbaindt (Weiler) — Artho (Weiler) — Bachtels (Weiler) — Bailers (Weiler) — Burg (Weiler) — Egg (Weiler) — Eggholz (Weiler) — Emmenried (Dorf) — Ermengerst (Kirchdorf) — Ettensberg (Weiler) — Feurers (Weiler) — Grub (Weiler) — Haggen (Weiler) — Hinlings (Weiler) — Hino (Weiler) — Hitzlo (Weiler) — Hofs (Weiler) — Holdenried (Weiler) — Hörtwies (Weiler) — Kochs (Weiler) — Kutten (Weiler) — Leuten (Weiler) — Millers (Weiler) — Nesso (Weiler) — Notzen (Dorf) — Oberkürnach (Weiler) — Pfaffenried (Dorf) — Rauhenstein (Weiler) — Raunberg (Weiler) — Riedlingen (Weiler) — Schachen (Weiler) — Schmidsreute (Weiler) — Schwarzachen (Weiler) — Seibothen (Weiler) — Simmlers (Weiler) — Staudach (Weiler) — Strohmayers (Weiler) — Trunzen (Weiler) — Unterried (Dorf) — Wagenbühl (Dorf) — Weißen (Weiler) — Wendelins (Weiler) — Westenried (Dorf) — Wiggensbach (Hauptort) — Winnings (Weiler) — Wohnen (Weiler) — Zur Mühle (Weiler), sowie zahlreiche Einödhöfe
➥ Ortschaften und Wohnplätze von Wiggensbach (aus Wikipedia)
Nachbargemeinden
➥ Angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)
Geschichte
„Die erste Besiedlung des Gemeindeteils Ermengerst ist für das Jahr 1037, des Ortes Wiggensbach für 1182 dokumentiert. Der 1888 gefundene Wiggensbacher Schatz, dessen Münzen sich auf das 1. bis 3. Jahrhundert datieren lassen, weist nach, dass bereits kurz nach der Zeitenwende Menschen im heutigen Gemeindegebiet siedelten.“
Quelle: Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiggensbach#Geschichte
Burg Ermengerst war eine Höhenburg etwa 850 Meter südsüdöstlich der Kirche. Von der Burganlage sind keine Reste erhalten.
Burg Suseck (auch Susegg oder Wiggensbacher Burg) ist eine abgegangene, nicht mehr erhaltene Burg im Ortsteil Westenried.

Sagen, Mythen und Geschichten
Das Gschnaitweible
Das Gschnaitweible hat man ehedem in der Umgegend von Gschnait, also in Friesenhofen, Frauenzell, Muthmannshofen, Kimratshofen, Wiggensbach, Kürnach u. a. O., oft erwähnen hören.
Es hauste im Kimratshofer Hohentanner Wald, wo es besonders bei Nacht gegen den Ochsentobel oder gegen Bremberg und Gschnait zu umwandelte, bald da, bald dort erschien und dann die Leute in die Irre führte, dass sie die ganze Nacht nicht aus dem Walde hinausfanden und meist den Morgen abwarten mussten, bis sie sich zurechtfanden. Es hatte nicht selten ein Licht bei sich, und wer des Weges kam, dem gesellte es sich bei, ging aber meist eine Strecke voraus oder folgte hinten nach. Einen Mann, der in dem Walde oft zu arbeiten hatte, hat es so dutzendmal bis zum Ochsentobel hinab begleitet, dass er es schon ganz gewohnt war und sich gar nichts mehr daraus machte. Wenn es ihm jedoch verleidete, so fing er nur an, mit dem Stahle Feuer zu schlagen, und dann verschwand das Weible jedes Mal. Eine Frau von Beuren, die einmal nachts über Gschnait nach Kimratshofen und Altusried wollte, bekam schon gleich oberhalb Bremberg mit dem Weible Läst und wurde, obwohl sie sonst sehr beherzt und wegkundig war, alsbald ganz fixiert, dass sie die ganze Nacht im Walde herumirren musste. Da seien denn die Rehe und Hasen an ihr aufgestanden, und sie habe bis zum Morgen schreckliche Angst ausgestanden.
In Frauenzell pflegte ein Mann öfters, sich über das Gschnaitweible lustig zu machen, und sagte oft, er könne sich gar nicht denken, wie das Weible einen in die Irre bringen könne, wenn man den Weg kenne. Er ging auch eigens einmal abends daheim fort in den Gschnaiter Wald, um den Beweis zu erbringen, dass alles nur Täuschung sei. Aber o weh, es ging ihm trotz aller Achtsamkeit auch nicht besser als schon so vielen anderen, denn in kurzer Zeit hatte er keinen Weg mehr, kannte sich auch nicht mehr aus und musste die ganze Nacht in der Waldung herumlaufen. Von da an spöttelte er nicht mehr über das Weible.
(Friesenhofen, Hingnang, Wiggensbach, Legau, Altusried u. a. O.)
Quelle: Dr. Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus aus dem Munde des Volkes. Band 1, 1895, S. 116 Link: https://books.google.de/books?id=50KccGJJFAwC
Das Hagsbergweible bei Grönenberg
Im Hagsbergholz zwischen Grönenberg und Maisenbaindt, eine halbe Stunde unterhalb Wiggensbach, ließ sich zu alten Zeiten oftmals, besonders um Weihnachten, das Hagsbergweible blicken. Man sah es gewöhnlich auf einem Tannenstock (Strunk) sitzen und Butter rühren, ohne dass man wusste, was für eine Bewandtnis es damit hatte. Häufig kam es vor, dass es Leute, die des Weges kamen oder im Holze zu tun hatten, gar jämmerlich vom Wege abbrachte und in die Irre führte; darum ward es allgemein gefürchtet. Auch in der nahen Maismühle hatte man es nie ganz recht, und man fand öftermalen am Morgen im Stalle zwei Kühe an einer Kette angelegt, dass sie oft fast erdrosselt waren. Man schrieb das dem Hagsbergweible zu und stellte zur Abhilfe zuletzt einen Geißbock ein, worauf es besser wurde. Als die Franzosen im Lande waren und auch einmal über den Hagsberg streiften, sei ihnen das Weible in Gestalt eines Rehes erschienen, habe sich vor sie hingestellt, den Rachen aufgesperrt und auf sich schießen lassen, so viel die Franzosen wollten, ohne dass es Schaden nahm oder entlief. Da hätten sie dann in ihren Quartieren ganz verwundert gefragt, was für sonderbare Tiere es denn in der Gegend gebe; die streckten den Rachen auf, stellten sich hin und ließen ruhig auf sich schießen. Noch lange hat man darüber gelacht. (Wiggensbach)
Quelle: Dr. Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus aus dem Munde des Volkes. Band 1, 1895, S. 112 Link: https://books.google.de/books?id=50KccGJJFAwC
Geisterkuh in Unterkürnach
In Unterkürnach soll, wie die Alten immer wissen wollten, vor Zeiten sich des Nachts oft ein Geist eingestellt haben in Gestalt einer Kuh. Diese habe sich dann gewöhnlich vor die Haustüren der Häuser hingelegt und so den Eingang versperrt, dass man gar nicht hineinkonnte. Gegen Morgen sei sie dann immer verschwunden. So habe sie auch einmal einem Spielmann, der mit seiner Geige nachts hinabkam nach Kürnach, die Haustüre versperrt, sodass ihm nichts übrig blieb, als heraußen sich hinzulegen und zu warten bis zum Morgen. (Wiggensbach)
Quelle: Dr. Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus aus dem Munde des Volkes. Band 1, 1895, S. 112 Link: https://books.google.de/books?id=50KccGJJFAwC
Wettermacher
Dass es früher Leute gab, die Wetter machen konnten, habe ich selbst einmal in meiner Jugend erfahren. Ich war nämlich – es sind schon mehr als sechzig Jahre – im Kemptischen bei einem Bauern im Dienst. Da schickte dieser mich einmal an einem hellschönen Tage in den Wald hinaus zum Holzsuchen. Auf einmal kam aber von Wiggensbach her ein Wetter gezogen, und vor demselben sah ich auf der Landstraße einen fremden Mann einhergehen, der immer auf der Straße etwas aufschöpfte. Wie er näher kam, sah ich, dass er ein Tüchlein am Leibe angeheftet hatte. Darin hatte er drei Schöpfkellen (Schöpflöffel): eine kleine, eine größere und eine Schaumkelle mit lauter kleinen Löchlein. Nun fragte er mich, ob ich das Gewitter nicht fürchte, und gleich tat es einen fürchterlichen Donnerschlag, dass ich zusammenzuckte. Ich antwortete: „Nein, ich fürchte mich nicht“, und nun ging der sonderbare Mann wieder weiter und fing an zu schöpfen. Und nun regnete es, was vom Himmel konnte, und je schneller er schöpfte, desto dichter war der Regen. Da sah ich wohl, dass der Mann ein Wettermacher war. Es war nur gut, dass er damals keine Kieselsteine auf der Straße aufschöpfte, denn dann wären Steine gekommen und hätte es alles zusammengehagelt.
Ein solcher Wettermacher war auch einmal einem Fuhrmann, der es mir selbst erzählt hat und ein rechtschaffener, glaubwürdiger Mann war, aufgesessen. Auf einmal sagte der Mann, jetzt müsse er herab vom Wagen, es werde doch gleich ein Wetter kommen. Er stieg ab und fing dann kurz darauf an zu schöpfen, und richtig regnete es auch sofort. Als der Fuhrmann den Fremden später wieder traf, sagte ihm dieser, wenn er damals Kies genommen hätte, so hätte es hageln müssen, und ließ dadurch selbst erkennen, dass er ein Wettermacher sei. (Pfronten)
Quelle: Dr. Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus aus dem Munde des Volkes. Band 1, 1895, S. 201 Link: https://books.google.de/books?id=50KccGJJFAwC
Wie die Kirche zu Ried bei Kempten ihren Ursprung genommen.
In der alten Kirche zu Ried befindet sich oberhalb des Hochaltares ein großes Kruzifixbild aus getriebenem Kupfer, inwendig hohl, von außen vergoldet. Dieses Bild wurde der Sage nach beim Ackern gefunden, sodann einem Joche Ochsen auf die Hörner gebunden und dabei das Gelöbnis getan, man wolle dort, wo die Tiere stehen bleiben würden, eine Kirche bauen. Die Ochsen standen auf der Anhöhe an der Iller still und sofort ward Hand an den Bau des Kirchleins gelegt und das Bild über dem Altar aufbewahrt. Dasselbe stand von Alters her in so großen Ehren, dass am Kreuzmittwoch alle Kreuze, die durch das Illertor in Kempten einzogen, warten mussten, bis das »Riederkreuz« angekommen war, welches sodann den Zug eröffnete. Man erzählt, die Fürstäbte von Kempten hätten dasselbe öfters aus der Kirche zu Ried fortgenommen und in ihrem Kloster aufbewahrt, allein es sei nirgends geblieben, sondern immer wieder nach Ried über den Hochaltar gekommen. (Dies scheint sich noch neuerdings bestätigen zu sollen. Von Räuberhänden gestohlen wurde das Kreuz im Walde bei Wiggensbach wieder gefunden und an seinen Heimatort zurückgebracht. – Siehe Verhandlungen des Schwurgerichts von Schwaben und Neuburg Sept. 1852.)
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 208-209. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005679133
Quelle: Dr. Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus aus dem Munde des Volkes. Band 1, 1895, S. 201 Link: https://books.google.de/books?id=50KccGJJFAwC
