Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Aichstetten im Allgäu – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Gebräuche der Region. Das „etwas andere“ Portal: Links, Landkarten, historische Ansichtskarten, Fotos, Ausflugsziele …

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Aichstetten Oberer Markt, Eugen Felle 1925

Aichstetten Oberer Markt, Eugen Felle 1925


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Historische Lexikoneinträge

Aichstetten
Marktflecken im Amte Leutkirch des württembergischen Donaukreises; 700 Ew.;
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 227.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20009320288

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

Fotos & Abbildungen

Die hier gezeigten Bilder wurden von mir erstellt, falls nicht anders vermerkt oder aus anderen Quellen eingebunden.

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Infos und Fotos auf Pinterest
➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Aichstetten auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Aichstetten auf leo-bw.de
(Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de
Beschreibungen vom Landesarchiv Baden-Württemberg

Geschichte

Burg Blutsberg

Blutsberg: Abgegangene Wüstung

Ortsbeschreibung von Merian: ➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_Aichstetten

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Natur & Parks

Webcams

➥ Webcams in Aichstetten und Umgebung

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilgemeinden und Ortschaften

‚Zu Aichstetten gehören neben der Ortschaft Aichstetten der Ortsteil Altmannshofen und die Weiler bzw. Wohnplätze Altmannspeier, Bilger, Breitenbach, Einöde, Eschach, Häberlings, Hardsteig, Im Wasserstall, Kirchmann, Langensteig, Laubegg, Lauerbühl, Nestbaum, Rieden, Sommerstall, Stockbauren, Waizenhof und Ziegelbrunnen‘ 
Quelle: ➥ Ortschaften und Wohnplätze von Aichstetten (aus Wikipedia)

Altmannshofen

Altmannshofen im Jahr 1604 aus Baumann: Geschichte des Allgäus 1881

Altmannshofen im Jahr 1604 aus Baumann: Geschichte des Allgäus 1881

Sagen, Mythen und Geschichten

Sagen und Mythen

Burgfräulein im Blutsberg

Auf dem Bluetsberg bei Altmannshofen stand einst ein Schloss, das ob der Menge seiner Laster und Sünden versank. Im Berge haust ein verwünschtes Fräulein, schwarz gekleidet, wie mit schwarzer Seide. Vor 100 Jahren kam ein Mann auf den Berg, dem begegnet schwarz Burgfräulein und bittet um Erlösung. Er dürfe sich aber nicht fürchten und dürfe nicht reden. Gingen beide hinein in den Bluetsberg. Allerlei hässliche, abscheuliche Gestalten von Tieren und Gewürm und Menschen zogen hart an ihm vorbei. Den Mann überkam Furcht und Schrecken so sehr, dass er kein Schrittlein mehr tat. Schwarz Burgfräulein weinte bitterlich und klagte: »Weh! jezt muß ich nochmal 100 Jahre warten, bis ein Anderer mich erlöst«, und verschwand, und der Mann stand unter freiem Himmel.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 77-78. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004561902

Das verwunschene Schloss im Blutsberg

Zwischen Altmannshofen und Eschach im Oberland liegt der Blutsberg. Auf diesem stand vor Zeiten ein Schloss. Darin ging es hoch her. Ja, man wusste darin gar nicht wohin mit all den guten Dingen, die täglich auf den Tisch kamen. Oft wischte man mit den übriggebliebenen Küchlein den Rindern das Hinterteil. Die brave Magd entsetzte sich darob und erbot sich, dies Geschãft mit ihrer schönsten seidenen Schürze zu tun, nur um den Frevel nicht immer wieder begehen zu müssen. Aber die Leute auf dem Schloss gingen nicht in sich.

Da kam eines Tages ein fremder armer Mann auf das Schloss und bat um ein Almosen. Die Schlossfrau hieß ihm eines der missbrauchten Küchlein reichen. Der Bettler mahnte darauf die brave Magd, das Schloss sofort mit ihm zu verlassen. Als sie vor dem Tor waren, da kehrte sich der Fremde noch einmal um und tat einen schweren Fluch. Da spaltete sich die Erde, und das Schloss versank in die Tiefe, indes die Erde über ihm zusammenschlug. Noch nach drei Tagen hörte man den Hahn in der Tiefe krähn.
Quelle: Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena, 1926 Permalink: https://archive.org/details/kapff-schwaebische-sagen/page/59

Der Hurexdex

In der Gegend von Aichstetten treibt ein wilder Jäger nächtlicherweile sein Unwesen. Er ruft durch die Wälder bei seinem Jagen immer: »Hurex, Hurex, dex, dax!« Leute, die nach Steinbach wallfahrten, wollen ihn schon oft gehört haben.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 20-21. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004560957

Der wilde Jäger im Lautracher Wald

Von Aichstetten nach Lautrach führt der Weg an der württembergisch-bayerischen Grenze über eine bewaldete Anhöhe, den Lautracher Wald. Hier trieb ehedem der wilde Jäger sein Wesen und ist oftmals von Leuten, die des Nachts den Weg gingen oder sonst in der Nähe waren, gehört und auch gesehen worden; am häufigsten in den Seelentägen um Allerheiligen. Er führte gewöhnlich an der Leine angekoppelt zwei Hunde mit sich, die feurige Augen und eine feurige „Lälle“ (Zunge) hatten und wenn er in dem Walde jagte, vernahm man weithin seinen Ruf: Hurexdex! hebs! hebs! brrr!

Einmal kamen in heller Mondnacht zwei Männer, die nach Aichstetten wollten, durch den Wald. Da stand er mit einem male mit seinen Hunden vor ihnen und „hielt das Gewehr gegen den einen“, während der andere davoneilte. Alsbald bekam der Bedrohte einen arg geschwollenen Kopf, so groß wie ein „Viertel“, was davon herrührte, dass er vom Jäger angeblasen worden war. Ein andermal kam ein Schuhmacher, der in Lautrach gearbeitet hatte und heim wollte, nachts auch des Weges und wie er zum Wald gelangte, wo es den Berg aufwärts geht, sitzt da hart neben dem Fußsteig auf einem Baumstock (Strunk) der Jäger mit seinem langen Gewehre, indes seine beiden Hunde sich auf der andern Seite befanden, so dass die Leine, an der sie angekoppelt waren, quer über den Weg gespannt war und denselben versperrte. Da wagte der erschrockene Schuster nicht geradeaus zu gehen und wich ihnen vorsichtig aus.

Sowie er aber an das andere Ende des Waldes kam, wiederholte sich in gleicher Weise die Erscheinung, indem abermals der Jäger dasaß und die Hundeleine ihm den Weg sperrte. Da fasste sich der Mann ein Herz und dachte sich: Du hast nichts Unrechtes getan, darum weichst du diesmal nicht mehr aus. Er schritt die Füße hoch hebend über die gespannte Leine weg und siehe, es geschah dem Kuraschierten weder vom Jäger noch von den Hunden ein Leids.
Einmal geschah es auch, dass ein Wilderer in dem Walde dem Jagdfrevel nachging. Da hörte er alsbald schon von weitem wildes Hundegebell und die bekannten Lockrufe des wilden Jägers, die immer näher kamen. Zuletzt fing es an zu wetterleuchten, zu blitzen und zu donnern und es ging so wild und unheimlich zu, dass der Wilderer, der sich sonst nicht leicht fürchtete oder sich in Schrecken bringen ließ, doch fliehen musste und künftig in dem Walde nicht mehr zu jagen Lust hatte.
Quelle: Reiser, Karl August: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus – aus dem munde des Volkes gesammelt und herausgegeben, Kempten, 1895, S.34, Nr.14, Link: https://www.google.de/books/edition/Sagen_gebräuche_und_sprichwörter_des_A/yNwNAQAAIAAJ

Schatz im Blutsberg

Auf dem Blutsberg soll ein Schatz sein. Mal gruben einige Altmannshofer, in deren Nähe der Berg ist, nach. Sie mussten aber strenges Schweigen beobachten. Man brachte wirklich eine Kiste herauf, auf der saß ein schwarzer Pudel. Wie einer sie öffnen wollte, wehrte sich der Pudel mit seinen Feuerradaugen gewaltig. Da sagte ein Mann voll Ärger: »Gåşt, du wüeşter Bûd.l!« Die Kiste rollte im Nu wieder hinab sammt dem wachenden Hunde, und das Loch fiel zu und die Schatzgräber machten lange Gesichter.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 94. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004562135

Schloss bei Aichstetten untergegangen

In der Nähe von Aichstetten bei Leutkirch stand einst ein Schloss: man sieht die Gräben noch; es soll mal versunken sein. Eine Bettlerin kam ins Schloss und bat um Almosen. Die Schlossfrau buk eben Küchlein; statt aber der armen Frau eines zu geben, nahm sie eines und putzte ihrem daneben stehenden eigenen Kinde das F… (Fidle=den Hintern) damit zum Hohne. Die Bettlerin ging, kehrte sich nochmal um und tat einen Fluch. Das Schloss versank mit Mann und Maus.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 234-235, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566068

Versunkenes Schloss

In der Nähe von Altmannshofen ist der Blutsberg. Auf dem stand einst ein Schloss. Soll im Bauernkrieg versunken sein wegen der vielen Gräuel, größer, denn der Blutsberg selber. Mal hielt man ein großes Gastmahl, wo es sündhaft herging. Kam ein Bettler den Blutsberg herauf, begehrte Einlass und Almosen. Er wurde auf der Stelle hinausgejagt und ging des Wegs weiter, verschwand plötzlich. Kaum war der Arme draußen, so versank das Schloss ob seiner Sünden mit Mann und Maus. Nur noch eine Magd kam heil davon. Der Bettler soll Christus selber gewesen sein.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 233, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566033

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