Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Stetten am kalten Markt – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …

Inhalt

Gliederung

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  • Inhalt
  • Allgemeines
    • Historische Lexikoneinträge
    • Karten
  • Fotos & Abbildungen
    • Stetten am kalten Markt auf Ansichtskarten um 1900
  • Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes
    • Museen in Stetten am kalten Markt
    • Teilgemeinden und Ortschaften
    • Nachbargemeinden
  • Geschichte
    • Nutzung des Truppenübungsplatzes Heuberg (1880–1945)
      • Errichtung und Kaiserzeit (ca. 1880–1918)
      • Zwischenkriegszeit und Fremdnutzung (1919–1933)
      • Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)
    • Die Nutzung des Truppenübungsplatzes Heuberg (1945–Heute)
      • Französische Ära (1945–1997)
      • Übergang und Bundeswehr (1997–Heute)
  • Sagen, Mythen und Geschichten
    • Die Dreitrittenkapelle
Stetten am kalten Markt - Ortsansicht 1913

Stetten am kalten Markt – Ortsansicht 1913


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Historische Lexikoneinträge

Meyers Enzyklop. Lexikon, 1905. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Stetten_am_kalten_Markt?hl=Stetten_am_kalten_Markt

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.


Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.

➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Infos und Fotos auf Pinterest
➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)

Stetten am kalten Markt auf Ansichtskarten um 1900

Ein Klick ins Bild zeigt die vergrößerte Darstellung und startet den Slideshow-Browser mit Titel und Jahr des Poststempels. Mit dem Pfeil in der rechten und linken Bildmitte können Sie vor- und zurückblättern. Die Karten wurden von mir digital „aufgehübscht“, farbkorrigiert und von Schmutz und Beschriftung befreit.
Viel Spaß bei der Zeitreise!

Truppenuebungsplatz_Barackenlager_800
Ferienheim_Heuberg_800
Stetten_Truppenuebungsplatz_Heujberg_1920_800
Stetten_Tiuergarten_und_Stetten_Barackenlager_1916_800
Stetten_Truppenuebungsplatz_Barackenlager_1916_800
Stetten_Kriegsgefangenen-Depot_1918_800
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Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Stetten_am_kalten_Markt auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Stetten am kalten Markt auf leo-bw.de
(Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Museen in Stetten am kalten Markt

Militärgeschichtliche Sammlung des Standortes Stetten am kalten Markt. Ausgestellt sind Uniformen, Fahrzeuge, Bilder, Bücher und Weiteres. Neben einem im Startgerüst hängenden Nachbau der Natter wurde auch die Geschichte der Bewährungseinheit 999 ausführlich dargestellt. Die „Natter“ (Ba 349) war ein deutsches Rüstungsprojekt aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs und gilt als die erste bemannte Rakete der Welt. Als vertikal startendes Abfangjagdflugzeug konzipiert, sollte es feindliche Bomberverbände durch Raketensalven zerschlagen und danach der Pilot mitsamt dem Hecktriebwerk per Fallschirm landen. Der erste und einzige bemannte Start am 1. März 1945 endete tragisch, als die Kabinenhaube abriss und der Testpilot Lothar Sieber noch in der Steigflugphase ums Leben kam. Obwohl die „Natter“ technisches Neuland betrat, kam sie über das Erprobungsstadium nicht hinaus und hatte keinen militärischen Einfluss mehr auf den Kriegsverlauf.

Teilgemeinden und Ortschaften

➥ Ortschaften und Wohnplätze von Stetten_am_kalten_Markt (aus Wikipedia)

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Geschichte

Nutzung des Truppenübungsplatzes Heuberg (1880–1945)

Der Truppenübungsplatz (TrÜbPl) Heuberg bei Stetten am kalten Markt (Stetten a.k.M.) auf der Schwäbischen Alb spiegelt in seiner Nutzung zwischen 1880 und 1945 die wechselvolle und oft düstere deutsche Geschichte wider. Die eigentliche **militärische Nutzung** des Geländes begann jedoch erst später, wobei die Zeitspanne von 1910 bis 1945 die intensivste Phase darstellt.

Errichtung und Kaiserzeit (ca. 1880–1918)

Obwohl die Anfrage bereits 1880 beginnt, wurde der Truppenübungsplatz Heuberg erst zwischen 1910 und 1916 für das XIV. (badische) Armeekorps des Kaiserlichen Heeres errichtet. Zuvor war die Gegend primär landwirtschaftlich geprägt. Der Erste Weltkrieg (1914–1918) führte zur ersten vollen Auslastung als Übungs- und Aufstellungsort zahlreicher Einheiten. Das zugehörige Lager Heuberg bot ursprünglich Platz für über 6.000 Soldaten. Während des Krieges wurde auf dem Gelände auch ein großes Kriegsgefangenenlager für russische und französische Soldaten eingerichtet.

Zwischenkriegszeit und Fremdnutzung (1919–1933)

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Niederlage Deutschlands fiel der Heuberg in die entmilitarisierte Zone. Die militärische Infrastruktur wurde umfunktioniert: Kindererholungsheim von 1920 bis 1933 des Vereins Kinderheilfürsorge Heuberg e.V. als Großkinderheim für Kinder aus städtischen Regionen. Das frühere Lazarett wurde von der Landesversicherungsanstalt Württemberg als Heilstätte weitergeführt.

Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich die Nutzung des Heubergs radikal und erlebte ihr dunkelstes Kapitel. Nur wenige Wochen nach der Machtergreifung wurde das Lager Heuberg am 20. März 1933 zum frühesten Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Württemberg und Hohenzollern. (KZ Heuberg von März–Dezember 1933). Hier wurden politische Gegner, vorwiegend Kommunisten und Sozialdemokraten (darunter Kurt Schumacher), in Schutzhaft genommen, inhaftiert und misshandelt.
Wiederaufnahme Militärbetrieb (ab 1934): Bereits 1934 übernahm die Wehrmacht den Truppenübungsplatz wieder vollständig für militärische Zwecke, weshalb das KZ im November 1933 verlegt werden musste.
Zweiter Weltkrieg (1939–1945): In dieser Zeit diente der Heuberg als zentraler Ausbildungs- und Aufstellungsort. Auf dem Heuberg wurde die berüchtigte „Bewährungseinheit 999″ (Strafbataillon) aufgestellt. Sie bestand aus als „wehrunwürdig“ eingestuften politischen Regimegegnern und Vorbestraften, denen eine „Frontbewährung“ in Aussicht gestellt wurde, oft unter katastrophalen Bedingungen an Brennpunkten wie der Ostfront oder in Nordafrika.
Zusätzlich war der Heuberg Massenlager für Kriegsgefangene und zeitweise Belegungsort für Verbände wie die Wlassow-Armee (russische Kollaborateure) und die Legion „Freies Indien“.

Kurz vor Kriegsende, im März 1945, erlangte der Platz eine besondere historische Bedeutung durch den Start der ersten bemannten Rakete der Welt, der A9/A10-Rakete (ein bemannter Teil der A4-Rakete / V2-Rakete).

Die Nutzung des Truppenübungsplatzes Heuberg (1945–Heute)

Französische Ära (1945–1997)

Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 fiel der Truppenübungsplatz (TrÜbPl) Heuberg in die Französische Besatzungszone. Diese Periode, die bis 1997 andauerte, prägte das Lager und das Umland stark und bereitete letztlich den Übergang zur Bundeswehr vor. Die französischen Streitkräfte (Forces Françaises en Allemagne, FFA) übernahmen den Heuberg und nutzten ihn jahrzehntelang intensiv. Der Truppenübungsplatz diente als einer der wichtigsten und größten Übungsbereiche der Französischen Armee (FFA) in Süddeutschland.
In der zugehörigen Kaserne (Quartier de Lattre de Tassigny) waren verschiedene französische Einheiten stationiert, darunter Infanterie, Artillerie und Kavallerie (z.B. Teile des 12. Régiment de Cuirassiers). Die Franzosen modernisierten und erweiterten die Infrastruktur des Lagers und des Übungsplatzes. Durch die lange Präsenz entstanden enge kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen zur Gemeinde Stetten a.k.M. und den umliegenden Ortschaften auf der Alb. Im Zuge der europäischen Entspannung und der Neuordnung der französischen Armee nach dem Ende des Kalten Krieges zogen die französischen Truppen bis 1997 vollständig vom Heuberg ab.

Übergang und Bundeswehr (1997–Heute)

Der Abzug der Franzosen markierte den Übergang in die deutsche Verantwortung und die größte militärische Liegenschaft der Bundeswehr in Baden-Württemberg. Im Jahr 1997 übernahm die Bundeswehr den gesamten Truppenübungsplatz. Die Liegenschaft wurde in Lager Heuberg umbenannt und dem Artillerieregiment 10 in Sigmaringen unterstellt. Der TrÜbPl Heuberg dient heute als zentrale Ausbildungs- und Übungsstätte für eine Vielzahl deutscher und verbündeter NATO-Truppen. Genutzt wird er von Infanterie, Artillerie, Panzereinheiten, Pionieren und spezialisierten Einheiten wie den Gebirgsjägern und der Luftlandebrigade 1 (später Division Schnelle Kräfte).
Aufgrund seiner Größe und Topographie wird er für Gefechtsübungen, Scharfschießen mit schweren Waffen und für die Ausbildung von Führern im Gelände genutzt. Die Bundeswehr investiert kontinuierlich in die Modernisierung der Schießbahnen und der Infrastruktur, um den aktuellen Anforderungen der modernen Kriegsführung und Ausbildung gerecht zu werden.
Heute sind Teile des Areals, insbesondere das Stabsgebäude, auch Sitz des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Stetten a.k.M., welches die Versorgung der gesamten Liegenschaft sicherstellt. 2025 wurden zwei Weltraumbeobachtungsstationen erstellt. Das Gelände auf dem Heuberg ist durch die geringe „Lichtverschmutzung“ dafür besonders geeignet.
(Text erstellt mit Gemini-KI – Kritik und Ergänzungen / Korrekturen sind willkommen)

Sagen, Mythen und Geschichten

Sagen und Mythen
Die Dreitrittenkapelle

Zwischen Stetten am kalten Markt und Meßstetten waren einst am Jakobsbühl etliche Hirtenbuben mit ihren Rossen auf der Weide. Unter ihnen war einer, der konnte fluchen wie ein Unger. Als er wieder einmal so fluchte, stand plötzlich der liebe Gott in Menschengestalt vor ihm und drohte ihm mit dem Finger. Da packte der Bub seine Geißel und wollte auf den lieben Gott hineinschlagen. Aber dieser sprang über drei Steine weg, und der Bub ihm nach. Doch er erwischte den lieben Gott nicht, denn dieser versteckte sich in einem Busch und ward seitdem nicht mehr gesehen. Aber auf den drei Steinen hatten sich Herrgotts Fußtritte unaustilgbar abgedrückt.
Das wurde bald ruchbar und von allen Seiten strömten die Leute herbei und bewunderten des Herrgotts Fußtritte, traten auch darein, wenn sie es an den Füßen hatten und wurden dadurch geheilt. Die Geheilten
schossen aus Dankbarkeit Geld zusammen; davon erbaute man über einem der drei Steine eine Kapelle, die beiden andern liegen vor der Kapelle draußen. Bis auf den heutigen Tag wallfahrtet man fleißig zu dem Heiligtum im stillen Waldtal.
Quelle: Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena, 1926 Permalink: https://archive.org/details/kapff-schwaebische-sagen/page/39

Anmerkung: Der Jakobsbühl ist der Name eines Höhenzuges zwischen Meßstetten und Stetten am kalten Markt, auf dem sich die Dreitrittenkapelle (auch „Dreifaltigkeitskapelle“ genannt) befindet. Die Kapelle liegt in der Gemarkung von Stetten am kalten Markt, auf dem Truppenübungsplatz, an der Meisterhofstraße 4.

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Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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