Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

  • Kreise, Städte, Orte
    • AIC – Kreis Aichach-Friedberg
      • Ortsliste
    • BC – Kreis Biberach
      • Ortsliste
    • BL – Zollernalbkreis
      • Ortsliste
    • DLG – Kreis Dillingen
      • Ortsliste
    • FN – Bodenseekreis
      • Ortsliste
    • KN – Kreis Konstanz
      • Ortsliste
    • LI – Kreis Lindau
      • Ortsliste
    • MN – Kreis Unterallgäu
      • Ortsliste
    • OA – Kreis Oberallgäu
      • Ortsliste
    • OAL – Kreis Ostallgäu
      • Ortsliste
    • RT – Kreis Reutlingen
      • Ortsliste
    • RV – Kreis Ravensburg
      • Ortsliste
    • SIG – Kreis Sigmaringen
      • Ortsliste
    • TUT – Kreis Tuttlingen
      • Ortsliste
    • UL – Alb-Donau-Kreis
      • Ortsliste
    • VS – Schwarzwald-Baar-Kreis
      • Ortsliste
    • |AT – Reutte
      • Ortsliste
      • |AT – Vorarlberg
        • Ortsliste
        • |CH – Kanton Aargau
          • Ortsliste
        • | CH – Kanton Appenzell Innerrhoden
          • Ortsliste
        • |CH – Kanton Sankt Gallen
          • Ortsliste
        • |CH – Kanton Thurgau
          • Ortsliste
  • Schwäbisch
    • Dialekt & Sprache
      • Schwäbische Paradoxa
      • Schwäbische Literatur
      • Schwabenwitze
      • Schwäbisch bruddla
      • Schwabenrock & Kabarett
  • Schwaben
    • Nachrichten aus Schwaben
    • Sagen & Mythen
    • Schwäbische Sagen & Märchen
  • Geschichte
    • Prähistorische Siedlungen
    • Keltenstadt Pyrene – Heuneburg
    • Römer & Limes
    • Mittelalter
      • Campus Galli
      • Freie Reichsstädte
      • Bauernkrieg
      • Der Bauernkrieg in Oberschwaben
      • Burgen, Schlösser, Ruinen, Festungen
    • 19.Jahrhundert
      • Schwabenkinder
    • 20.Jahrhundert
      • Nationalsozialismus in Oberschwaben
    • Geschichtliche Museen
  • Sehenswertes
    • Kunst in Oberschwaben
      • Galerien
      • Kunst Festivals & Events
      • Kunst_Mittelalter
      • Kulturgeschichtliche Museen
      • Kunstmuseen
      • Kunstvereine & Künstlergruppen
      • Kunstwege
      • Oberschwäbische Barockstraße
    • Themenstraßen + Wege
      • Bodensee-Radwanderweg
      • Oberschwäbische Barockstraße
      • Thermalbäder in Oberschwaben und Umgebung
      • Donau-Radwanderweg
      • Jakobswege durch Oberschwaben
      • Kunstwege
    • Flora & Fauna
      • Tier- und Wildparks
      • Viehscheid im Herbst
    • Landschaften
      • Alpen-Gletscher
  • Info
    • Oberschwaben – Orte mit Geschichte(n)
    • Über diese Website
    • Cookie-Richtlinie (EU)
    • Impressum
    • Datenschutzerklaerung

Dietenheim – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …

Inhalt

Gliederung

Toggle
  • Inhalt
  • Allgemeines
    • Historische Lexikoneinträge
    • Karten
  • Fotos & Abbildungen
    • Dietenheim auf Ansichtskarten um 1900
  • Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes
    • Teilgemeinden und Ortschaften
    • Nachbargemeinden
  • Geschichte
    • Frauenkloster Kloster Brandenburg
  • Sagen, Mythen und Geschichten
    • In der Charfreitagsnacht von 11-12 Uhr
    • Templerburg versunken
    • Wie Doktor Faust wieder lebendig worden ist
    • Zu Regglisweiler bestellte mal ein Vater einen Buben…
  • Brauchtum, Volksglaube, Wetter und Gestirne
    • An St. Blasitag …
    • In Hohenstatt und Egesheim, sowie im Illerthal, Dietenheim…
    • Unzuchtstrafen älterer Zeiten in Rottenburg a.N.
    • Wenn ein Kind das Laufen nicht lernen will…
    • Wenn es schneit,
    • Wenn Kinder an Christi Himmelfahrtstag in’s Wasser pissen,
    • Wenn man rückwärts lauft,
Gruss aus Dietenheim um 1895

Gruss aus Dietenheim um 1895


  • 📖 ➥ Schwäbisch, Dialekt, Sprache, Sagen …
  • 📖 ➥ Landkreise & Hauptkapitel
  • 💸 ➥ Weitere Städte & Ortschaften im Landkreis
  • 🕸 ➥ Sitemap / Inhalt

Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Historische Lexikoneinträge

Dietenheim, 1) Standesherrschaft des Grafen von Fugger-Dietenheim, im Oberamte Wiblingen, württembergischer Donaukreis, hat 1 QM.; 2000 Ew.; 2) Hauptort, Marktflecken an der Iller; Garn- u. Fruchthandel; 1300 Ew.; in der Nähe das Dorf Brandenburg, 100 Ew., mit altem Schloß.
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858, S. 139. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20009786198

Dietenheim. Gemeinde III. Klasse mit 1281 Einw., worunter 18 evang. und 6 Juden. a.) Dietenheim, Pfarrdorf mit Marktrecht, 1274 Einw. b.) Gerthof, Hof, 2 Einw. c.) Neuhauserhof, Hof, 5 Einw. – Kathol. Pfarrei. Die evang. Einwohner sind nach Unter-Balzheim eingepfarrt.
Das schöne, regelmäßig gebaute Pfarrdorf, dem man nach seiner ganzen Anlage die ehemalige Stadt ansieht (s. hier. unten), liegt frei und eben in dem freundlichen, hier etwa eine Stunde breiten Iller-Thale, an der mitten durch den Ort führenden Ulm–Leutkircher Landstraße, mit welcher sich die von dem vier Stunden westlich gelegenen Laupheim herführende Landstraße im südlichen Theile des Dorfs vereinigt; von letzterer geht auf der Ortsmarkung eine Vicinalstraße nach Siessen ab. Im Jahr 1834 ließ eine aus Bayern und Württembergern bestehende Gesellschaft eine hölzerne Brücke über die Iller auf Actien erbauen, welche die Verbindung mit den jenseits der Iller gelegenen Orten herstellt, wofür von der Gesellschaft Brückengeld erhoben wird.
Der Ort besteht aus meist freundlichen, zum Theil ansehnlichen, enge zusammen gebauten Gebäuden, und ist mit reinlich gehaltenen Ortsstraßen versehen; von dem ehemaligen Stadtgraben sind noch deutliche Überreste hinter dem Pfarrhause vorhanden.
Die Lage des Orts ist angenehm, gesund und erlaubt über die Iller hinweg eine freundliche Aussicht in das nahe angrenzende Bayern; in vielen Verzweigungen und mehrere Inseln bildend fließt östlich die Iller vorüber, von der ein Arm bis auf einige 100 Schritte sich dem Dorfe nähert. (… weiterlesen auf ➥ Wikisource)
Quelle: Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Laupheim, Königlich statistisch-topographisches Bureau, Stuttgart, 1856, Permalink: https://de.wikisource.org/wiki/Beschreibung_des_Oberamts_Laupheim/Dietenheim

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL. ➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Infos und Fotos auf Pinterest
➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)

Dietenheim auf Ansichtskarten um 1900

Ein Klick ins Bild zeigt die vergrößerte Darstellung und startet den Slideshow-Browser mit Titel und Jahr des Poststempels. Mit dem Pfeil in der rechten und linken Bildmitte können Sie vor- und zurückblättern. Die Karten wurden von mir digital „aufgehübscht“, farbkorrigiert und von Schmutz und Beschriftung befreit. Viel Spaß bei der Zeitreise!

Brandenburg_Dietenheim_Kurhaus_1920_800
Dietenheim_Ansicht_und_Schulhaus_Eugen_Felle_1926_800
Dietenheim_Eugen_Felle_1924_800
Dietenheim_Apotheke_und_Droguerie_Eugen_Felle_1910_800
Dietenheim_Geschaeftsgebaeude_1918_800
Dietenheim_Kirchturm_Aurorakarte_Eugen_Felle_1910_800h
Dietenheim_Mehrbildkarte_1905_800
Dietenheim_Mehrbildkarte_um_1900_800
Dietenheim_Strasse_mit_Apotheke_und_Kirche_1920_800h
Dietenheim_Ortsansicht_mit_Apotheke_1901_800
Dietenheim_Strassenszene_und_Kirche_Eugen_Felle_1926_800
Gruss_aus_Bad_Brandenburg_a_d_Iller_1920_800
Gruss_aus_Bad_Brandenburg_um_1900_800
Gruss_aus_Brandenburg_Mineralbad_1906_800
Gruss_aus_Brandenburg-Reglisweiler_1914_800
Gruss_aus_Dietenheim_mit_K_Forstamt_und_Kirche_St_Martin_1903_800
Gruss_aus_Dietenheim_um_1895_800
Gruss_aus_Dietenheim_um_1910_800
Dietenheim_Regglisweiler_um_1920_800
[Zeige eine Slideshow]
Die gezeigten Ansichtskarten sind retuschiert. Die Originalversionen wurden digital verändert.
These are retouched pictures, which means that they have been digitally altered from their original version.

Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Dietenheim auf ‚Zeno-Org‘ ➥ Suchfunktion nutzen für Dietenheim auf leo-bw.de (Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de
➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Teilgemeinden und Ortschaften

Regglisweiler und das ehemalige Schlossgut Brandenburg 

Nachbargemeinden

➥ Angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Geschichte

➥ https://de.wikipedia.org/wiki/Dietenheim#Geschichte

Frauenkloster Kloster Brandenburg

Im Ortsteil Dietenheim-Regglisweiler wurde 1925 von Franziskaner­pater Rochus Schamoni das Kloster Brandenburg als Frauenkloster gründet mit Hilfe des Vereins „Erholungsheim Schloß Brandenburg“. Dieser Verein kaufte 1927 ohne Eigenkapital das Schloss Brandenburg in Brandenburg (Württemberg), in dem das Kloster entstehen sollte. 

Im Laufe der Zeit wurde die Gemeinschaft umbenannt in Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat. Bereits 1933 wurde die erste Filiale in Heimenkirch gegründet. Trotz der Armut und den Problemen mit dem erstarkenden nationalsozialistischen Regime gründeten die Schwestern 1935 das Kinderheim St. Johann, zu der später die Sonderschule St. Christoph für geistig- und körperbehinderte Kinder in Zußdorf dazu kam.

1946 mit dem Ende des nationalsozialistischen Regimes wurde in Gutenzell eine Hilfsschule für die Flüchtlingskinder eröffnet, vier Jahre später St. Konrad in Haslach, heute ein Heim für geistig behinderte Erwachsene mit Werkstätten. Schon nach zehn Jahren wurde die Einrichtung von Gutenzell nach Heudorf am Bussen verlegt und um die Edith-Stein-Schule erweitert.

1994 wurde in Regglisweiler das Seniorenpflegeheim St. Maria eröffnet. 2002 kam es zur letzten großen Veränderung durch den Bau des Exerzitien­– und Tagungshauses. Heute verfügt das Kloster über geringe historische Bausubstanz. Die ältesten Gebäude wurden 1960 erbaut.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Brandenburg_(Dietenheim-Regglisweiler)

Sagen, Mythen und Geschichten

Sagen und Mythen

In der Charfreitagsnacht von 11-12 Uhr

… sieht man bei Dietenheim (Illerthal) die Hexen im Gries. Sie graben hinterfür mit zurückgebogenem Oberleib Wurzeln. Um 12 Uhr muß man sich davon machen. (Dietenheim)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 326, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004568222

Templerburg versunken

Auf dem alten Berg bei Dietenheim im Illertal stand ehemals eine Templerburg. Die Templer haben Räuberei auf der Iller getrieben, die einstens hart unten vorbeifloss. Da versank mal urplötzlich das Schloss mit Mann und Maus. Noch jetzt soll ein Loch in den alten Berg hinunter gehen. Eine sog. »Pfaffenköchin«, wie das Volk den Geist heißt, geht auf dem Berge um, und Leute, die in die Nähe kommen, müssen sie bisweilen tragen.

[Auf dem sog. Anger zwischen Wiesensteig und Hohenstatt soll ein Templerkloster gestanden sein; in einer Nacht wurde das Kloster zerstört und Alles niedergemacht. In den Gewölben und auf dem Geröll soll es nicht geheuer sein. O.A. Beschr. S. 872. Templersagen in Wolfs Zeitschr. II. 413 ff.]
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 234, Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000456605X

Wie Doktor Faust wieder lebendig worden ist

Als Doktor Faust auf’s Sterbebett kam, zitierte er noch geschwind seinen Knecht und gab ihm folgenden Auftrag: »Wenn ich gestorben bin, zerhaue mich in kleine Stücke, tue alles zusammen in einen Schaff1 und presse gewaltig zu.« Er musste auch noch die Läden und Fenster sorgfältig verschließen, auch nicht das kleinste Risslein durfte offen bleiben. Der Ofen musste drei Tage glühend geheizt werden, hinter ihn ward der Schaff getan. Der Knecht durfte nach strengem Befehl seines Herrn vor drei Tagen gar nicht ins Zimmer blicken. Tat’s so; am dritten Tag aber stach’s ihn doch in die Nase, konnte es nicht länger aushalten, guckte hinein und Doktor Fausts Kopf und Brust kam schon wieder ganz aus dem Schaff heraus und winkte ihm zu. Im Augenblick stieg der ganze Faust fertig und zusammengesetzt wieder hervor (Dietenheim im Illertal)

[… Wenn man vom gescheiten Doktor spricht, heißt es: »Der ist über den Dr. Phrastes« (Ertingen). Auch auf der Burg Lauterstein bei Lautern (Blaubeuren) soll Theophrastus Paracelsus seine Künste getrieben haben…]
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 212-213, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004565657

1Anmerkung: Im schwäbischen und alemannischen Sprachraum bezeichnet ein Schaff (auch Schäffle) ein hölzernes Gefäß oder einen Bottich. Ein Schaff wurde traditionell zum Auffangen, Mischen, Einpökeln oder Pressen verwendet (z. B. beim Schlachten, Traubenpressen oder Wäschewaschen).

Zu Regglisweiler bestellte mal ein Vater einen Buben…

… als St. Klosen verkleidet zu seinem kleinen Mädchen. Nach dem Betläuten klopfte man an und es wurde »Herein« gesagt. Der »Klosen« war aber nicht geheuer, er hatte Bocksfüße. Die Mutter sprang sogleich zum Weihwasserkesselein. Der Teufel fuhr in die Höhe und nahm des Mannes Kind mit hinauf; ließ es erst fallen, als die Mutter um Hilfe zum Himmel schrie und betete. Das Kind bekam das fallend Weh, lebte zum guten Glück nimmer lange. (Dietenheim-Regglisweiler)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 273-274, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566866

Brauchtum, Volksglaube, Wetter und Gestirne

An St. Blasitag …

… reitet man in der Gegend von Buchau in allen Ortschaften, wo St. Blasius-Kapellen sind, mit sämtlichen Pferden dreimal um die Kapelle herum und betet jedes Mal ein Vaterunser. Die Buben reiten mit ihren Vätern, die Väter führen die Pferde. Hat einer keine eigenen Buben, so reitet er selbst. Dieses ist das größte Vergnügen für die Knaben das ganze Jahr hindurch, weil sie reiten dürfen. Der Ritt geschieht, um Segen zu erflehen für das Vieh im Stalle.
Eine Redensart in dieser Gegend ist auch: »Bläsi schlägt mir ’s Kalb ab.«
Ein ähnlicher Ritt geschah im Illertal, besonders in Dietenheim, um die St. Nikolaus-Kapelle, wobei ebenfalls gebetet wurde.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 20. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004573854

In Hohenstatt und Egesheim, sowie im Illerthal, Dietenheim…

.. auch in Hüttlingen sagt man, wenn’s über’s Wasser geht: »der Håkenmann zieht dich hinein!«

Vgl. den Hakenmann bei Schambach und Müller, nieders. Sag. S. 65. Nr. 90.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 132. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004563379

Anmerkung: Der Hakenmann (auch Hackenmann oder im Dialekt Hoakama) ist eine verbreitete Schreckgestalt aus der süddeutschen und österreichischen Sagenwelt. Er dient traditionell als Kinderschreckfigur, um Kinder von gefährlichen Gewässern fernzuhalten. Merkmale: Er haust laut den Überlieferungen in tiefen Gewässern, wie etwa in Flüssen (besonders der Donau und dem Inn), Brunnen, Teichen oder Tümpeln. Er besitzt einen langen Eisenhaken, mit dem er unvorsichtige Kinder, die sich zu weit an den Rand des Wassers wagen, packt und in die Tiefe zieht.

Unzuchtstrafen älterer Zeiten in Rottenburg a.N.

In Rottenburg a.N. mussten noch am Schluss des 18. Jahrhunderts die Gefallenen1 drei Sonntage vor der Kirche hüben und drüben hinstehen; sie hatte stroherne Zöpfe und Kranz, er einen Strohmantel. Auf der Weitenburg ob Berstingen konnte man noch lange nachher solche Instrumente sehen. Strohkranz und Zopf sind in dem Waffensaal zu Sigmaringen zu finden.

In Dietenheim im Illertal mussten die Gefallenen vor versammelter Gemeinde sich beim Kreuzaltar aufstellen, nachher zum Pranger beim Rathaus hinstehen. Auch in Saulgau erhielten gefallene Mädchen einen Strohkranz, gefallene Jünglinge einen Strohdegen, womit sie sich vor der Kirchtüre zur Schau stellen mussten. In Rottweil, Rottenburg etc. scheint das »Schellenbergen« (schellwerken = geschlossen, in Ketten etc. arbeiten auf Straßen) sehr oft vorgekommen zu sein.

In den Ortschaften Neckar aufwärts von Rottenburg gab es einen Gemeindekarren, auf dem der Gefallene seine Metz öffentlich herumführen musste. Die ganze Jugend folgte dem Karren unter Kotwerfen, Pfeifen, Zischen. Ihm war eine Art Hörnlein vor den Mund gebunden, das bei jedem starken Atem einen Ton von sich gab; er konnte also nicht zu sehr eilen. Im Kotwerfen tat sich die ganze Schuljugend hervor.
Über derlei Unzuchtstrafen vgl. auch Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit Jahrgang 1854. Sp. 114. Jahrg. 1855. Sp. 175 ff. Jahrg. 1858. Sp. 56, wo ich diese Nummern auch mitteilte mit geringer Abweichung.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 216. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000457611X

1 Anmerkung: Als „Gefallene“ der „Unzucht“ wurden Männer und Frauen bezeichnet und bestraft, die vorehelichen Geschlechtsverkehr hatten – und erwischt (oder dafür verleumdet) wurden.

Wenn ein Kind das Laufen nicht lernen will…

…so führe man es Freitags während des »Elfeläutens« in der Stube herum und lasse es laufen, so lernt’s es gewiss. (Illertal, Dietenheim)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 473. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004571150

Wenn es schneit,

sagt man in Dietenheim:
» Im Himmel füllt man die Betten und wirft die alten Federn heraus.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 311, Permalink: http://www.zeno.org/Literatur/M/Birlinger,+Anton/M%C3%A4rchen+und+Sagen/Sagen,+M%C3%A4rchen,+Volksaberglauben/3./311.+Vom+Schnee

Wenn Kinder an Christi Himmelfahrtstag in’s Wasser pissen,

so weint die Mutter Gottes. (Illertal, Dietenheim)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 493. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004572734

Wenn man rückwärts lauft,

… so sagt man in Mergentheim, man laufe »dem Teufel ins Bett.« In Dietenheim lauft man dem Teufel »in die Arme.«
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 277, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567013

 

Suche nach …

➥ Sitemap
Sitemap/Inhalt


➥ Klick zum Inhaltsverzeichnis der Website

Blogroll

  • Schwäbische Vornamen
  • Wasserburg am Bodensee
  • Jakobswege in Oberschwaben
  • Eintrag zu Krauchenwies aktualisiert
  • Neue Überarbeitungen: Gammertingen, Mariaberg, Waldburg… u.v.a.m.
Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren.
Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren Umschlag
Ein alchemistisches Werkstattbuch für Radierer. Anleitungen & Rezepturen aus 500 Jahren auf 232 Seiten
ISBN 978-3-9821765-0-5
7.Auflage - 36,90 € incl. Versand (D)
➥Wege zum Buch

Meine Webseiten


Banner: Schulbibo.de - Daf/Daz
 
Banner: Oberschwabenschau.info: Land + Sehenswertes - Sagen + Mythen
 
Banner: Techniken der Radierung
 
Banner: Schulen für Bisoro
 
Banner: Linuxmuster
 
Banner: Linuxmuster kiuzhg

Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

Für die Webseite, Texte und Abbildungen gilt das Copyright: © CC BY-NC-ND (Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung) edition Wolfgang Autenrieth, Krauchenwies, https://oberschwabenschau.info, 2024


➥ Impressum und AGB

Dies ist eine private Website.
Alle Abbildungen und Texte - sofern nicht aus anderen Quellen eingebunden:
© Wolfgang Autenrieth ➥ Login


Linkhinweise, die mit 🛒 gekennzeichnet sind, verweisen auf das Angebot von Amazon oder anderen Anbietern. Sobald Sie darauf klicken, verlassen Sie meine Seite. Amazon etc. speichern Ihren Zugriff und setzen Cookies. Falls Sie anschließend dort einkaufen, erhalte ich eine (geringe) Provision, die zur Refinanzierung meiner Webseiten beiträgt.
Tipp: Schauen Sie sich dort um - und bestellen anschließend im regionalen Buchhandel. Der zahlt regionale Gewerbesteuer, die Ihrem Ort zu Gute kommt ;-)

Copyright der dargestellten historischen Ansichtskarten
Ein Werk wie ein Foto, eine Grafik oder ein Kunstwerk ist bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers urheberrechtlich geschützt. Auf einigen der eingestellten historischen Ansichten ist kein Urheber vermerkt. Ich habe nur solche Karten der Jahrhundertwende 1900 verwendet, bei denen nach menschlichem Ermessen der Urheber bereits vor mehr als 70 Jahren verstorben ist. Sollte bei eingestellten Abbildungen, für die ich trotz meiner Recherchen keine Rechteinhaber ausfindig machen konnte noch solche existieren, bitte ich diese nachträglich um Erlaubnis und um eine Mitteilung. Ich werde dann die Werke zeitnah entfernen oder auf Wunsch mit einem entsprechenden Copyrightvermerk versehen. Ich verfolge keine kommerziellen Interessen. Die eingeblendete Werbung dient lediglich der (teilweisen) Deckung der Unkosten. Es geht mir einzig darum, diese interessanten Zeitdokumente der Nachwelt zu zeigen und zu erhalten. Und das dürfte auch im Sinne der Urheber sein!

Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

CyberChimps WordPress Themes

©Wolfgang Autenrieth, Krauchenwies, 2025
Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wir tun dies, um das Browsing-Erlebnis zu verbessern und um (nicht) personalisierte Werbung anzuzeigen. Wenn du nicht zustimmst oder die Zustimmung widerrufst, kann dies bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigen.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen ansehen
  • {title}
  • {title}
  • {title}