Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Uttenweiler – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Gebräuche der Region. Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten, Fotos, Ausflugszielen.

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    • Das Falkenhofer Weible (2)
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    • Der Wassermann im Rötenbach
    • Die Bachgeister im Röthenbach
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    • Kobold in Offingen
    • Zur heiligen Eiche
  • Volksglaube und Brauchtum
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Uttenweiler um 1910

Uttenweiler um 1910


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Lexikoneinträge

Uttenweiler (Pierer’s Universal-Lexikon, 1864)
Pfarrdorf im Oberamte Riedlingen des württembergischen Donaukreises; Flachsbau u. Flachsspinnerei; 1100 Ew.
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 18. Altenburg 1864, S. 324. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20011190159

Karten

➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Uttenweiler, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Bilder auf Pinterest

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Uttenweiler auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
➥ Uttenweiler auf ‚Zeno-Org‘

Ausflüge und Sehenswertes

Der „Heilige Berg Oberschwabens“: ➥ Der Bussen mit Wallfahrtskirche und Blick weit über Oberschwaben

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Webcams

➥ Webcams in Uttenweiler und Umgebung

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilgemeinden und Ortschaften

Die Gemeinde Uttenweiler besteht aus den Orten Ahlen, Dentingen, Dietershausen, Dieterskirch, Dobel, Minderreuti, Oberwachingen, Offingen, Aderzhofen, Uttenweiler und Sauggart.
zit. aus Wikipedia ➥ Ortschaften und Wohnplätze von Uttenweiler 

Sagen, Mythen und Geschichten

Das Falkenhofer Weible (1)

Zwischen Saugart und Uttenweiler liegt der »Falkenhofer« Wald. Dort ist’s nicht geheuer. Das Waldweible, »Falkenhofer Weible« geheißen, geht um. Es erscheint als kleines Flämmlein auf Marksteinen; führt bei Nacht die Leute, die durch den Wald gehen, irre; daran hat es große Freude. Einsmalen ging Einer von Uttenweiler durch den Wald, hörte wunderschön singen. Deß freute er sich und wollte den Vogel sehen. Er lief und lief; auf einmal, wie er beim Vogel zu sein glaubte, fuhr es ganz feurig auf, und vor ihm stand ein Weibchen mit flammendem Gesicht und einer »Butthaube.« (Mündlich)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 65-66. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004561716

Das Falkenhofer Weible (2)

Zwischen Sauggart und Uttenweiler im Oberland liegt der Falkenhofer Wald. Dort geht das Falkenhofer Weible. Es erscheint als kleines Flämmchen auf Marksteinen und hat seine Freude daran, bei Nacht den Wanderer irre zu führen. Einstmals ging ein Mann von Uttenweiler durch den Falkenhofer Wald. Plötzlich hörte er einen schönen Gesang. Er glaubte einen Vogel singen zu hören und wollte ihm nachgehen. Er lief und lief und fand ihn nicht. Plötzlich, wie er schon glaubte bei ihm zu sein, fuhr es feurig vor ihm auf, und das Weible stand mit flammendem Gesicht und einer Haube auf dem Kopf vor ihm. Gleich darauf war es wieder verschwunden.
Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena 1926 (Deutscher Sagenschatz) Link: https://books.google.com/books?id=T7xZAAAAMAAJ, S.74

Der Bobbele von Offingen

In Offingen am Bussen hatte ein Mann einen Hausgeist im Stall, der für den Anecht alle Arbeit verrichtete. Er hieß der Bobbele. Der schaffte nicht nur selber fleißig, sondern war auch hinter den Dienst⸗ boten her, dass sie das Ihrige ordentlich taten, und mancher faule Knecht hat von ihm eine Ohrfeige gefasst.

Eines Morgens war aber im Stall nichts mehr getan, als der Knecht kam. Endlich nach sieben Jahren war eines Tages alles wieder vorgeschafft wie vordem. Da fragte der Bauer: „Bobbele, bist du’s?“ Darauf der Geist: „Ja, ich bin’s!” Weiter fragte der Mann: „Aber, wo bist du denn so lang gewesen?“ Der Bobbele antwortete: „Hab den Bonapatle helfen übers Meer tragen müssen.“
Quelle: Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena, 1926 Permalink: https://archive.org/details/kapff-schwaebische-sagen/page/50

Der Wassermann im Rötenbach

Im Rötenbach bei Uttenweiler zwischen Donau und Federsee hört man bei Nacht den Wassermann zu Zeiten mächtig platschen. Bald tut es, als peitsche ein riesiger Fisch das Wasser, bald als rassle ein vierspänniger Wagen durch den Bach. Ein Bauer, der seinen Garten dicht am Bach hatte, sah einst am hellen Tag eine weiße Kuh in seinem Garten grasen, die er nicht kannte und einfangen wollte. Da verschwand sie plötzlich unter lautem Geplatsch im Bach. Ein andermal hörte derselbe in mondheller Nacht seine Obstbäume schütteln. Er glaubte, es seien Diebe und eilte hinaus. Da sah er zwei weißgekleidete Burschen von den Bäumen rutschen und in den Bach laufen, um darin zu verschwinden. Im Garten lag aber weder Stil noch Blatt am Boden, obwohl die Bäume gewaltig geschüttelt worden waren.
Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena 1926 (Deutscher Sagenschatz) Link: https://books.google.com/books?id=T7xZAAAAMAAJ, S.79

Die Bachgeister im Röthenbach

Im Röthenbach bei Uttenweiler hört man von Zeit zu Zeit den Wassermann bei Nacht gewaltig rauschen und »pflatschen«. Bald kommt es den Leuten vor, als ob ein riesengroßer Fisch das Wasser peitsche; bald tönt das Rauschen, als ob ein Viergespann den Bach entlang rassle. Ein Bauer, dessen Garten am Bache liegt, bemerkte einmal am hellen Tag eine weiße Kuh in seinem Garten, welche er nicht kannte und einfangen wollte: da verschwand sie im Bach unter großem Geräusch. Es war der Bachgeist. Ein andermal hörte derselbe Bauer in mondheller Nacht seine Obstbäume schütteln. Diebe vermutend, eilte er in den Garten; da sah er zwei weißgekleidete Bursche von den Bäumen herabrutschen und in den Bach springen. Sie verschwanden im Wasser unter Getöse; im Garten aber lag kein Stiel noch Blatt im Gras, obschon die Bäume heftig geschüttelt worden. Es waren die zwei Bursche »Bachgeister«
Über die Kuh, die aus dem Wasser steigt, vgl. Schwartz, Ursprung der Mythologie 24. 60. 163. 167. 181-190. 202. 211. 215. 254. 279. 280 ff. K. Maurer, isl. Volkssagen S. 33 ff.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 128-129. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004563298

Die Uttenweiler Glocke

Die Ulmer wollten mal die Glocke in Uttenweiler stehlen, da läutete sie von selbst:
Susanne, Susanne,
Z‘ Uttenweiler will ich hangen,
Z‘ Uttenweiler will ich bleiben
Und will alle Wetter nach Ulm nab treiben.
Sie blieb hangen, wo sie jezt noch hangt.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 146. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004563689

Kobold in Offingen

Zu Offingen am Bussen hatte ein Bauer einen Hausgeist im Stalle, welcher für den Knecht alle Arbeit verrichtete. Dieser sah sehr auf den Fleiß der Dienstboten und waren sie faul, fing er ihnen nicht selten unsichtbar »eine Humse« (Ohrfeige). Dieser Geist hieß »Bobbele«. Eines Morgens aber war im Stalle nichts zum Voraus getan und keine Spur fürderhin vom Bobbele zu finden. Nach Verfluss von sieben Jahren war eines Morgens wieder alles im Stall getan, wie vordem. Da fragte der Bauer: Bobbele, bist’s du? Da antwortete der Geist: »Ja, Bauer, ich bin’s!« Aber wo bist du denn so lange gewesen? frug ihn der Bauer weiters. Der Bobbele antwortete: »Hab helfen den Bonapatle über’s Meer tragen«.
Das Fortgehen der Zwerge über das Meer, in’s Morgenland, in andere Gegenden, vom alten Fritz, von Napoleon, den Franzosen vertrieben, ist ein nicht seltener Zug der Sage. Kuhn und Schwartz, nordd. Sagen S. 189. Meier S. 69. 63. Bekannt ist das Ueberschiffen des »kleinen Volkes«.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 49-50. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004561414

Zur heiligen Eiche

Zur heiligen Eiche heißt ein Bildstock hinter dem Schupfenberg bei Oberwachingen im Oberland. Als man dort vor Zeiten eine Eiche schlug, fand man in ihrem Innern ein Muttergottesbild. Man machte deshalb aus dem Holz der Eiche den Bildstock und setzte ihn an Stelle der Eiche, und bis heute spricht man von ihr als der heiligen Eiche.
Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena 1926 (Deutscher Sagenschatz) Link: https://books.google.com/books?id=T7xZAAAAMAAJ, S.97

Volksglaube und Brauchtum

Am St. Johannistag

… wird in Ertingen vor dem Dorf an mehreren Stellen Abends, wenn es dunkel geworden, Feuer angemacht: das »Senkafuir«. Erst betteln die Buben das Holz im Dorf zusammen, indem sie rottenweise unter dem Geschrei:
„Sant Veit Sant Veit, Sant Gloria,
Keiet mer au a Scheitle ra,
Oins, zwoi oder drui,
Komm i au zum Senkafuir!“
durch die Gassen ziehen. Reicht das zusammengebettelte Holz nicht hin, so geht man auf’s Rauben, bis hinlänglich viel Hòlz, Reisig und gespalten Holz zusammengebracht ist. Jezt wenn das Feuer lustig brennt, hüpfen Buben und Mädchen – in Uttenweiler so, daß sich das Pärchen die Hände reicht – über die Flammen in ganzen Reihen hinter einander, indem sie dabei unablässig rufen:
„Hans, Hans Seaga,
Laß mer mei Werg drei Ehla lang weara!“
Damit aber Einem die Hexen nichts anhaben können, weil’s doch schon nach Betläuten ist, wenn man das Senkenfuir anzündet, wirft man Beifuß, Tauten, St. Hansen Gürtelkraut und Geweihtes in die Flammen. Nicht selten wird auch eine Hexe verbrannt in Gestalt einer Vogelscheuche, oder noch einfacher einer Reisbuschel oder eines Roggenschaubs. Bisweilen werden auf hohe Stangen Reisbündel gesteckt, welche man dann Hexennester nennt und durch eine aufsteigende Lunte anbrennt; man stellt sich dabei vor, wie die Hexen hoch oben in der Luft sitzen. So weit die Helle der Flamme und der Rauch hinreichen, haben sie keine Gewalt für dieses Jahr. Ich erinnere mich noch, wie zu meinen Knabenzeiten ein Mann von Gemeindswegen beim Feuer aufgestellt war, um Ordnung zu halten; er mußte aber immer auch die Kunst verstehen, den Brand zu löschen, da wir Kinder alle barfuß gingen und manchmal die Füße in den Flammen verlezten oder auf glimmende Kohlen traten. Die Flamme war bei den älteren Buben immer mannshoch. Die kleinen hatten nur ein sehr bescheidenes Feuerchen zum Ueberspringen.
Der Scheiblensonntag oder der weiße Sonntag, acht Tage nach Ostern. – Nachts gehen die Buben und Mädel auf’s Feld hinaus, gewöhnlich auf eine Anhöhe, schüren da ein großes Feuer an und singen und scherzen, wie’s junge Leute machen, wenn sie allein sind. Die Buben »schlagen« ihrem Schatz ein oder mehrere »Scheiben« und singen dabei:
„Scheible auf, Scheible a,
’s Scheible goht krumm, goht grad,
’s Scheible goht räacht, goht schläacht,
’s goht über älle Aecker und Wiese na,
Der und dem a herztausige guete Nacht!“
Die Scheiblen werden von schon gerundeten Wellen abgeschnitten und sind mitunter so groß, wie Räder an Kinderwägelchen, haben im Mittelpunkt ein Loch, durch welches man einen Stecken steckt; mit diesem Stecken hält man das Scheible in’s Feuer, bis es gehörig brennt, und schwingt es jezt einige Mal im Kreise herum, bis es lichterloh fackelt, jezt schlägt man es mit einem kräftigen Wurf in die Nacht hinaus, daß es wirbelnd durch die Luft dahinrollt, während der angeführte Spruch dazu gesungen wird. Damit die Scheiblen aber besser brennen oder fackeln, werden sie nicht selten mit Pech oder Schwefel überzogen. Ist das Scheibenschlagen zu Ende, gehen die Bursche mit ihren Mädchen in’s Wirtshaus, um zu zechen.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 104-106. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004574753

Der Alt ist gestorben

In einem Weiher bei Uttenweiler hört man den Wassermann oft bei Nacht heulen: »Der Alt ist gstorben! oh! oh! oh!«
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 130-131. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004563328

Wenn eine Henne Zwergeilein legt …

…so soll man sie über’s Dach werfen. Bringt man’s hinaus, so hat man Glück; wenn nicht, so Unglück. (Sauggart)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 125. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004563182


³ Die historischen Texte habe ich zur besseren Lesbarkeit „sachte“ an die gültige Rechtschreibung angepasst, historisch überholte Begriffe jedoch belassen. Zahlreiche historischen Postkarten habe ich retuschiert, Flecken entfernt und einige farblich angepasst

Literatur

➥ Hier findet ihr Literatur zu Uttenweiler
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Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

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Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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