Der Bussen

Der Bussen – „Der heilige Berg Oberschwabens“
Der Bussen ist ein 767 m hoher Berg in Oberschwaben zwischen Unlingen und Uttenweiler. Er ist einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte Oberschwabens und ein hervorragender Aussichtsberg mit Blick bis zu den Alpen.  Bereits die Kelten brachten auf diesem Berg ihre Fruchtbarkeitsopfer dar. Uralte Sagen von Riesen und verborgenen Schätzen ranken sich um den Bussen. 

Allgemeines

Wikipedia: Bussen
Alemannische Wikipedia: Bussen
Meyers Enzyklopäd. Lexikon 1905

Fotos & Abbildungen

Die hier gezeigten Bilder wurden von mir erstellt, falls nicht anders vermerkt oder aus anderen Quellen eingebunden.
© Wolfgang Autenrieth

Bildersammlung auf Wikimedia-Commons

Kunst, Kultur und Brauchtum

Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
Bussen auf ‚Zeno-Org‘

Ausflüge und Sehenswertes

Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist
Die Wallfahrtskirche wurde bereits im Jahr 805 urkundlich erwähnt. Eine neue Kirche mit einem Chor mit spätgotischen Netzrippengewölbe und figürlichen Konsolen wurde 1516 geweiht. Ab 1890 wurde die Kirche restauriert und mit einer neugotischen Ausstattung versehen. Diese Ausstattung wurde 1951, da sie nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprach, weitgehend zerstört. 1960–1962 wurde dann das mittelalterliche Langhaus durch einen doppelt so breiten Neubau mit offenem Dachstuhl ersetzt. Der Turm im Westen und der Chor im Osten stammen noch von der 1516 errichteten gotischen Kirche.

Burgruine Bussen
Ende des 11. Jahrhunderts wurde die Burg von Alemannen erbaut. Mitte des 13. Jahrhunderts war sie eine staufische Reichsburg. Im 14. Jahrhundert gelangte die Burg als Habsburgisches Lehen in den Besitz der Truchsessen von Waldburg. Im Dezember 1633 zerstörten schwedische Truppen unter König Gustav Adolf im Verlaufe des Dreißigjährigen Kriegs die Burg. Außer dem restaurierten 13 Meter hohen Bergfried, der heute als Aussichtsturm dient, sind nur noch gesicherte Mauerreste erhalten.

Karten

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Sagen, Mythen & Geschichten

Der Schatz im Bussen

Mündlich
1) Im Bussen liegt ein Schatz begraben. Wer ihn heben will, muss durch den alten Thurm (man sagt, römischen Ursprungs) nachts um zwölf Uhr hinabsteigen. Kann der Verwegene den Anblick dreier Schreckbilder ertragen, ohne die Flucht zu ergreifen, hat er den Schatz zu eigen. Das erste Schrecknis ist ein altes Weib, das spinnt; der Wirtel an seiner Spindel ist ein Mühlstein; nach dem Faden schnappt beständig eine Schere, so dass man immer Gefahr läuft, von dem Mühlstein erschlagen zu werden; das zweite ist eine feuerspeiende Schlange, welche den Schlüssel zum Kasten im Maul hat; und das dritte ein Feueraugen besitzender schwarzer Pudel, den man vor dem Glockenschlag Eins von der Geldkiste wegjagen muss. Wem’s gelingt, hebt den Schatz.
2) Im Bussen ist ein Schatz verborgen. Zu ihm führen drei eiserne Thüren durch den alten Schlossthurm, das noch ein römischer Thurm sein soll. Da sitzt ein altes Weib darin, die schnappt- mit einer Schere immer nach einem Faden, an welchem ein Mühlstein hängt. Hinter ihr aber ist die Goldtruhe, auf welcher ein schwarzer, feuerspeiender Pudel und eine goldene Schlange, die ein Krönlein aufhat, schlafend liegen.
Wer keck hinzutritt und sich vor alledem nicht fürchtet, der kann den Schatz heben.
Seite 86, Nummer 117
aus: Birlinger, Anton: „Volksthümliches aus Schwaben“, 1861
Quelle: https://archive.org/details/volksthmlichesa00birlgoog/page/81/mode/2up?view=theater

Der Reiter auf dem Bussen

Manchmal sieht man bei hellem Tag einen gepanzerten Reiter auf weißem Roß den Bussen auf-und abreiten. Er thut das zu gewissen Zeiten häufiger und immer auf dem gleichen Weg. Auf dem Bussen war ehedem ein Götzenaltar.

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 26.
 

Das Votivbild an dem Schloßthore zu Sigmaringen

Ueber dem Portale des Schloßthores der alten Sigmarsburg in Sigmaringen sieht man das steinerne Bild der Gottesmutter, welche den Leichnam ihres Sohnes im Schooße hält; daneben kniet ein Ritter mit entblößtem Haupte und mit zum Gebete gefalteten Händen. Es ist dies ein Sühnbild, welches sich auf folgende blutige That bezieht.

Auf der Sigmarsburg und dem benachbarten Heiligenberg wohnte zur Zeit des Kaisers Maximilian der Graf Felix von Werdenberg, nicht weit davon auf der über der Donau gelegenen Burg Scheer aber Graf Andreas von Sonnenberg. Beide standen hoch in des Kaisers Gunst, allein als dieser zur Hochzeitsfeier des Herzogs Ulrich von Würtemberg mit der Herzogin Sabina von Baiern den Grafen Eitel-Fritz von Hohenzollern, den Grafen Sigismund von Lupfen und den Werdenberger als Gesandte abgeschickt hatte, so ergrimmte der Sonnenberger, der so schon den Werdenberger schwer beneidete, so sehr, daß, als diesem die Ehre zu Theil ward, die Braut zum Altar und Vortanz zu führen, er laut seinen Feind seiner kleinen Gestalt wegen beim Vorübergehen verspottete und als ihn der Werdenberger darüber nachher zur Rede stellte, sprach er: »Was willst Du Studentlein mir wohl anhaben? legte ich Dir zwischen Deine Zähne meinen Finger, würdest Du doch nicht den Muth haben zuzubeißen!«

Zwar duldete der Werdenberger für den Augenblick den bittern Hohn, allein er sann auf Rache. Der Graf von Sonnenberg hatte in Oberschwaben an der Donau ein Felsenschloß, der Bussen genannt, wohin er oft des Vogelfanges wegen zu reiten pflegte. Einst hatte der Sonnenberger sich an einem schönen Maimorgen auch dahin auf den Weg gemacht, allein der Werdenberger hatte Kunde davon erhalten. Er versteckte sich mit einigen Knappen in der Nähe der Donau, bei Hundersingen in einem Dickicht, und als der nichts ahnende Graf von Sonnenberg vorüber kam, überfiel er ihn und ohne ihm Zeit zur Beichte zu lassen, ermordeten ihn des Werdenbergers Leute mit zwanzig Stichen.

Zwar gewährte dem Mörder des Kaisers Vorliebe für ihn Straflosigkeit, zwar versuchte er durch Buße den Zorn des Himmels zu versöhnen, allein bald darauf traf ihn zu Augsburg das Strafgericht Gottes, eines Morgens fand man ihn plötzlich in seinem eigenen Blute erstickt. Da er ohne Beichte und Absolution gestorben war, hat man ihm jenes Votivbild errichtet.

Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau 1868/71, S. 674-675.
Die feurigen Riesenmänner

Auf dem Bussen sieht man bisweilen, absonderlich in heiligen Zeiten, drei riesengroße feurige Männer mit einander fechten, daß die Feuerfunken weit von dannen fliegen. Es sollen drei Brüder sein. Erzählerin will sie öfters gesehen haben. (Mündlich von Mettenberg)

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 244-245, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566297
 
1 Informationen teilweise zusammengestellt bzw. zitiert aus der Wikipedia (siehe „Allgemeines“)