Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Unlingen – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Gebräuche der Region. Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten, Fotos, Ausflugszielen.

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Unlingen mit Bussen 1902

Unlingen mit Bussen 1902


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

Unlingen liegt am Fuße des ➥ Bussen im ➥ Landkreis Biberach.

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Karten

➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Unlingen, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Bilder auf Pinterest

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Unlingen auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
➥ Unlingen auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Unlingen auf leo-bw.de (Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)

Geschichte

Ortsbeschreibung von Merian: ➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_Unlingen

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Webcams

➥ Webcams in Unlingen und Umgebung

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilgemeinden und Ortschaften

Zu Unlingen gehören die Ortsteile Dietelhofen, Göffingen, Möhringen und Uigendorf.

Sagen, Mythen und Geschichten

Als die Klosterfrauen zu Unlingen

… einst im Klostergarten unter einem Baum herumtanzten und dazu sangen: »Der Herr Jesus kommt, der Herr Jesus kommt, ëer lëenet îs geõ tãze!« – ging zufällig der Kaminfeger an der Mauer vorbei und hörte das. Der kroch nun schnell durch das Ausgussloch in den Garten und schrie: »Der Teufel kommt, der Teufel kommt und schuibt ui geõ in Ranze!« Da liefen die Nonnen davon und läuteten Sturm bis die Bauern kamen und den Spaß entdeckten. Dasselbe erzählt man auch anderswo von Nonnen.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 464. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004570553

Der Reiter auf dem Bussen

Manchmal sieht man bei hellem Tag einen gepanzerten Reiter auf weißem Ross den Bussen auf-und abreiten. Er tut das zu gewissen Zeiten häufiger und immer auf dem gleichen Weg. Auf dem Bussen war ehedem ein Götzenaltar.
Von Unlingen
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 26. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000456104X

Von den Hexen

Meistens sind es alte hässliche Weiber, welche dem Teufel untertan sind. Es gibt aber auch junge Hexen, sogar mit 10-14 Jahren, die schon allerlei Bosheit ausüben können. Die Männer nennt man Hexenmeister. Die weiblichen Hexen haben zu ihrem Obersten den Bocksreiter, welcher den Zug der Hexen anführt. Meist treiben sich die Hexen in den Ställen umher, besonders in den Kuhställen, um Milch zu nehmen, die Milch rot zu machen, die Kälber abzutreiben,[306] Krankheiten auszubreiten u. dgl., auch reiten sie das Vieh, lassen es aber unversehrt, wenn ein Bock, namentlich ein schwarzer, sich im Stall befindet, weil sie dann diesen Bock reiten. In den Feldern machen sie Giftgewächse, vergiften die Brunnadern, machen Gewitter und Hagel, fahren in den Wetterwolken einher oder in der Windsbraut.

Zu Hause machen sie ihre Hexensalbe und nehmen sie ihren Nachbarn den Nutzen. Blicken die Großen und Kleinen bös an, dass sie krank werden.

Fahren die Hexen durch die Luft, so sieht man sie nicht, außer wer etwa ein Sonntagskind ist – die sehen ja überhaupt alles Ungerade.

Die Salbe wird aus Kröten, Rauten, Beifuß, Menschenflüssigkeiten aller Art zusammengekocht. Aus dem Häfelchen nimmt die Hexe die Salbe, wenn sie unsichtbar werden und ausfahren will. Sie schmiert ihre Ofengabel, den Besen oder dergleichen, sich selbst unter den Achseln und an anderen Stellen des Körpers und fährt unter dem Ruf: obe ’nauss und nẽene nã! zum Schlot hinaus. Angezogen sind sie häufig nicht, sind sie es aber, so haben sie eine schwarze Juppe, einen blauen Schurz, ein blaues Wamms und eine schwarze Haube, oder einen schwarzen Hut, oder ein rotes Tuch auf dem Kopf.

Wenn die Hexen in die Hexenzunft treten, müssen sie unsern Herrgott abschwören. Da war einmal ein Mann, der von seinem Weibe das Hexen lernen wollte. Im Bett sprachen sie davon, als es dunkel war. Der Mann hatte aber aus Furcht vor seinem Weib eine Axt neben sich gelegt. Das Weib sprach zu ihm, jetzt solle er nur hübsch Alles so nachsprechen, wie sie ihm vorsage. Als sie aber anfing: Ich schwöre ab den hl. Tauf, unsern lieben Herrn Jesu Christ – schwang der Mann im Zorn seine Axt und erschlug seine Vettel.

Ein anderer Mann wollte ebenfalls das Hexenwerk vom Weibe lernen. Seine Alte sagte ihm zu, nur müsse er Alles nachmachen, was sie vormache, und bei Allem, was ihn auch wundere, solle er still schweigen. Sie schmierte ihre Ofengabel und gab sie dem Mann, der hielt sie für einen Bock und schritt rittlings über ihn. Jetzt sagte die Alte: obe nauss und nẽene nã! Husch! ging’s durch’s Kamin hinauf zum Schlot hinaus. Als die beiden lange geritten waren hoch über alles Land weg, kamen sie an das Meer, da nahm der Bock einen gewaltigen Ansprung und setzte mit dem Manne in einem Satz über das Wasser. Der konnte sich nicht mehr halten und er brummte vor sich hin: »Hm! hm! iş dês e mål e Bocksşprung g.seẽ!« Da fiel er plötzlich auf die Erde, Bock und Weib war verschwunden und der Mann befand sich in einem wildfremden Lande, er hatte Jahr und Tag zu gehen, bis er wieder nach Hause kam.

Zu Unlingen war eine Hexe, die lehrte ein junges Mädchen das Hexenwerk. Bereits versuchte sich die junge Hexe bei den andern Kindern am Bach in ihrer Kunst. Die Kinder machten Rosse, Kühe und Vögel aus Lehm. Aber die Rosse und Kühe, welche das Kind machte, liefen umher, die Vögel flogen fort. Da nahm man die Alte gefangen, sie gestand auch als Hase mit einem Menschengesicht herumgelaufen zu sein und Kraut auf Beeten abgefressen zu haben. Da ward sie verbrannt, ihrem Mädchen aber zur Gnade alle Adern geschlagen. (Unlingen – Bussen)

[Das rote Tuch kommt in Hexensagen häufig vor, namentlich beim Buttermachen. In einem Holzschnitt zu Geilers Predigten schwebt über einem Hexenkopf das rote Tuch. Nach Olaus Magnus verehrten die Polarvölker ein solches rotes über ihnen schwebendes Tuch und schrieben ihm göttliche Kraft bei.]
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 306-308, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567625


³ Die historischen Texte habe ich zur besseren Lesbarkeit „sachte“ an die gültige Rechtschreibung angepasst, historisch überholte Begriffe jedoch belassen. Zahlreiche historischen Postkarten habe ich retuschiert, Flecken entfernt und einige farblich angepasst

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Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

Für die Webseite, Texte und Abbildungen gilt das Copyright: © CC BY-NC-ND (Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung) edition Wolfgang Autenrieth, Krauchenwies, https://oberschwabenschau.info, 2024


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Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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