Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Bodnegg – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Volksglaube der Region. Das „etwas andere“ Portal. Links, Landkarten, historische Ansichtskarten, Fotos, Ausflugsziele …

Inhalt

Gliederung

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  • Inhalt
  • Allgemeines
  • Fotos & Abbildungen
    • Kunst, Kultur und Brauchtum
      • Johann Baptist von Hirscher
  • Geschichte
    • Gemeinde Bodneck (Oberamtsbeschreibung von 1836)
    • Bodnegg im 3.Reich
  • Ausflüge und Sehenswertes
    • Karten
    • Webcams
    • Nachbargemeinden
    • Teilorte / Teilgemeinden
  • Brauchtum & Volksglaube
    • Das Scherremändle, Kinderschrecken
    • Das Brautfuder
    • Das Himmelfahrtsfest und der hl. Blutfreitag mit seinem Blutritt
Bodnegg Klappkarte von Eugen Felle um 1927

Bodnegg Klappkarte von Eugen Felle um 1927


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Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Fotos & Abbildungen

Blick über Bodnegg zum Säntis, ©Wolfgang Autenrieth

Blick über Bodnegg zum Säntis, ©Wolfgang Autenrieth

Hargarten_Bodnegg_1909_800
Bodnegg_Klappkarte_Felle_um_1927_800
Bodnegg_um_1920_800
Gruss_aus_Bodnegg_1904_800
Bodnegg_um_1910_800
Gruss_aus_Bodnegg_1920_800
Bodnegg_Alpenpanorama_Felle_1910_800
Bodnegg_Kirche_und_Ort_1920_800
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➥ Bilder auf Pinterest

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Bodnegg auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
➥ Bodnegg auf ‚Zeno-Org‘

Johann Baptist von Hirscher

Ein bekannter Moraltheologe und Kunstsammler war Johann Baptist Hirscher. Der Bauernsohn aus Bodnegg (* 20. Januar 1788 in Altergarten) studierte zunächst in Ellwangen. Angeregt durch einen Besuch der Galerie des Fürsten Ludwig zu Oettingen-Wallerstein im Jahr 1816 begann Hirscher mittelalterliche Kunst zu sammeln – die nach der Säkularisation und Auflösung der Klöster durch Napoleon reichlich und billig vorhanden war – weil sie dem Zeitgeschmack der „Moderne“ nicht mehr entsprach. 1817 wurde Hirscher auf einen Lehrstuhl für Moral- und Pastoraltheologie der Universität Tübingen berufen, den er 20 Jahre lang innehatte und 1835 geadelt. Nach einer kurzen Tätigkeit in Rottweil wurde er 1837 als Professor für Moraltheologie und Katechese an der Universität Freiburg berufen und 1850 Dekan des Domkapitels Freiburg.

Seine Kunstsammlungen wurden zum Grundstock der mittelalterlichen Sammlungen der Kunsthalle Karlsruhe, der Staatsgalerie Stuttgart und der Gemäldegalerie Berlin. Durch seine Hände gingen Werke von Hans Holbein, Bartholomäus Zeitblom, Bernhard Strigel, Matthias Grünewald u.v.a.m., die er mit Kennerblick von den Dachböden aufgelöster Klöster und Kirchen „befreite“ und rettete. Den Erlös, den er bei den Verkäufen erzielte, nutzte er zur Finanzierung von Waisenheimen.

Geschichte

Historische Namen: Bodneck, Burnegg, Bodnegge

Gemeinde Bodneck (Oberamtsbeschreibung von 1836)

bestehend aus 101 Parzellen mit 1048 Einwohnern. Der ganze Gemeindebezirk, der auf der südöstlichen Grenze des Oberamts hoch und hügelig liegt und zum C. A. Tettnang eingeteilt ist, gehörte, wenigstens faktisch, zur vormaligen Landvogtei mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit mit Ausnahme von 11 Parzellen und 2 teilweise, über welche Waldburg-Wolfegg, und 1 Parz., über welche das Kloster Weingarten die Landeshoheit hatten… Die Gutsherrschaft war vielfach verteilt, größtenteils aber Weissenauisch oder Weingartisch, es gab auch sowohl ein Weingartisches und Weissenauisches als ein landvogtl. Amt Bodneck. Mehrere der Weingartischen Höfe kamen durch den großen Verkauf des Truchsessen Eberhard 1357 an das Kloster. Mit den unten bemerkten Ausnahmen von 14 Parzellen, die nach Amtzell und Krumbach eingepfarrt sind, gehört der ganze Gemeindebezirk in die Pfarrei Bodneck. Die Zehnten haben die königl. Kammer, der königl. bayerische Religions-Fonds in Lindau (ehem. Kloster Langnau) die Pfarrstellen Amtzell, Krumbach und Waldburg, die Kaplanei und die Kirchenpflege Bodneck zu beziehen, einzelne Güter sind zehentfrei. Die Grundgefälle werden jetzt größtenteils von der königl. Kammer bezogen, der Rest ist vielfach verteilt…

Im Jahr 1827 errichtete die Gemeinde zu Kammerhof ein Armenhaus zur Wohnung für arme Gemeindeangehörige. Die Waldburgischen Parzellen gehörten früher zur Gemeinde Waldburg und wurden erst 1826 davon getrennt; durch die königl. Deklaration vom 10. Februar 1831 wurden sie in Beziehung auf standesherrliche Eigenschaft auch von den fürstl. Besitzungen getrennt und gegen andere vertauscht… Der Bezirk kam teils durch den Preßburger Frieden, teils durch die rheinische Bundesakte an Württemberg.

Bodneck, ehemals „im Bodnegg“ genannt, ein Pfarrw. mit 49 Einw., in hoher Lage, 2½ St. südöstlich von Ravensburg, mit 1 Schule und 2 Schildwirtschaften, vormals meist Weissenauischer Gutsherrschaft… Die Pfarrkirche zum heil. Ulrich liegt sehr hoch und weithin sichtbar auf einer Bergspitze, sie ist ziemlich alt und besitzt einen hinreichenden Kirchenfonds an Grundgefällen und Kapitalien, im Durchschnittsertrag von 300 Gulden jährlich. Umpfarrungen fanden statt in den Jahren 1809, 1812, 1813 und 1834. Jetzt gehören 92 Parzellen in die Pfarrei, darunter vier aus der Schultheißerei Waldburg.

An der Pfarrkirche ist neben dem Pfarrer auch ein Kaplan angestellt. Die Kaplanei wurde ums Jahr 1500 von der Gemeinde gestiftet. Das Patronat war früher Weissenau-Sternbergisch, jetzt ist es königlich. Die Pfarrei wurde 1473 dem Kloster einverleibt, das dieselbe bis 1803 durch einen Klostergeistlichen versehen ließ. Das Kloster Weissenau besaß schon vom 12ten Jahrhundert her einen Hof in Bodneck (curtem in bodnegge), den es von Ortolf von Bisenburg erhielt (s. Blitzenreute). Im Jahr 1463 kaufte das Kloster von Conr. v. Stein v. Reichenstein das Vogtrecht, den Kirchensatz, 2 Maierhöfe, die Badstube, auch Widdum und Tafern zu Bodneck, sodann die Höfe zu Weckelthürn, Schwarzenach, Bäch, Mühlbachsau, Raihen etc. für 1927 Gulden. Weitere Erwerbungen machte das Kloster 1470 von den Grafen v. Montfort und 1486 von Jodok Humpiß von Senftenau. Bei dem Orte stand ehemals eine Burg und unter den im 14ten Jahrhundert aufgenommenen Ravensburger Bürgern kommt auch ein Bodneck vor.
Quelle: Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Ravensburg, Stuttgart und Tübingen 1836, https://de.wikisource.org/wiki/Beschreibung_des_Oberamts_Ravensburg/Kapitel_B_6

Bodnegg im 3.Reich

Zwischen 1940 und 1945 wurden 40 Einwohner der kleinen Gemeinde von Nazis ermordet. Ihre Hinrichtungsstätten waren die Gaskammer in Grafeneck sowie die KZs in Majdanek und Mauthausen, der „Henkerwald“ bei Lachen, das Feld bei Mühlebachsau und ein Apfelbaum in Sieberatsreute. Die Arbeitsgruppe Erinnerungskultur Bodnegg hat eine Broschüre zur Erinnerung an die Schreckensherrschaft erstellt. In Bodnegg-Rosenharz, im damaligen Landerziehungsheim St. Gertrudis, werden bereits 1933 zehn – zumeist junge – Menschen beiderlei Geschlechts im städtischen Krankenhaus Ravensburg sterilisiert. Bis 1941 erhöht sich die Zahl auf 98 zwangssterilisierte Heimbewohner/innen.
➥ https://bodnegg.de/files/01_bodnegg_erinnerung_lowres2.pdf

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

Webcams

➥ Webcams in Bodnegg und Umgebung

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilorte / Teilgemeinden

➥ Ortschaften und Wohnplätze von Bodnegg (aus Wikipedia)

Sagen Mythen Maerchen webp

Brauchtum & Volksglaube

Das Scherremändle, Kinderschrecken

Bei Bodnegg, Grünkraut, Haßlach, Schlier etc. droht man den Kindern, wenn sie nicht brav sein wollen, mit dem »Scherremändle«, einem zwergartigen Geiste.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 58-59. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004561597

Das Brautfuder

Unter »Brautfuder« versteht man die Aussteuer der Braut, die nach der Hochzeit auf einem mit vier Rossen bespannten Wagen nach dem Hofe und der Heimat des neuen Ehepaares gefahren wird. Es ist dies ein wahrer Triumphwagen. Pferde, Wagen, Peitsche, alles flattert voll von Bändern, Maschen etc. in festlichem Schmucke. Oben auf dem hochaufgetürmten Wagen steht die urdeutsche Kunkel mit angelegtem Werg, ebenfalls festlich ausstaffiert. Daneben sitzt der Schreiner, der die Möbelsachen des Bauers und der Bäuerin verfertigte. Von allen Höfen, wo’s vorbeigeht, knallen Böller- und Pistolenschüsse. Alles jauchzt dem Wagen entgegen und in allen Höfen herrscht fröhliches und heiteres Leben und Treiben. Da, wo das Brautfuder schon vor der Hochzeit, was das regelmäßigere ist, abfährt, fahren Braut und Bräutigam schon Vormittags durch, was ebenfalls in den Höfen, die es angeht, festlich begangen wird. Knechte und Mägde, Alles ist im Festgewande zu sehen. Wieder in andern Gegenden kommt das Brautpaar erst nach dem Wagen. Die Braut bleibt selbige Nacht bei des Bräutigams Leuten und wird erst am folgenden Tage wieder heimgefahren. Überall, wo sie vorbeikommen, Begrüßungen und Beglückwünschungen. Geld wird viel an Kinder und Arme unterwegs ausgeteilt.

Dieser Hochzeitwagen spielt eine große Rolle im schwäbischen Volksleben. Auf der Alb im Münsinger Oberamte, in Justingen, Magolsheim etc. sind die Hochzeitbetten aufgemacht und vollständig gerichtet oben auf dem Brautwagen, so dass man gerade hinein liegen könnte. Ebenfalls steht eine Kunkel droben, aber nicht mit Werg angelegt, sondern mit allen möglichen Hochzeitsgeschenken behangen: Kessel, Kupfergeschirre, Waschbecken, meistens Eisen- und Blechgerätschaften.

Die Züge aus der oberschwäbischen Hochzeit sind aus der Gegend von Bodnegg, Kißlegg, Haßlach, Eisenharz, Grünkraut etc.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 332-334. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004577272

Das Himmelfahrtsfest und der hl. Blutfreitag mit seinem Blutritt

siehe dazu ➥ https://oberschwabenschau.info/landkreise-und-orte-in-oberschwaben/rv-kreis-ravensburg/88250-weingarten-in-oberschwaben/der-blutritt-in-weingarten/

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Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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