Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

  • Kreise, Städte, Orte
    • AIC – Kreis Aichach-Friedberg
      • Ortsliste
    • BC – Kreis Biberach
      • Ortsliste
    • BL – Zollernalbkreis
      • Ortsliste
    • DLG – Kreis Dillingen
      • Ortsliste
    • FN – Bodenseekreis
      • Ortsliste
    • KN – Kreis Konstanz
      • Ortsliste
    • LI – Kreis Lindau
      • Ortsliste
    • MN – Kreis Unterallgäu
      • Ortsliste
    • OA – Kreis Oberallgäu
      • Ortsliste
    • OAL – Kreis Ostallgäu
      • Ortsliste
    • RT – Kreis Reutlingen
      • Ortsliste
    • RV – Kreis Ravensburg
      • Ortsliste
    • SIG – Kreis Sigmaringen
      • Ortsliste
    • TUT – Kreis Tuttlingen
      • Ortsliste
    • UL – Alb-Donau-Kreis
      • Ortsliste
    • VS – Schwarzwald-Baar-Kreis
      • Ortsliste
    • |AT – Reutte
      • Ortsliste
      • |AT – Vorarlberg
        • Ortsliste
        • |CH – Kanton Aargau
          • Ortsliste
        • | CH – Kanton Appenzell Innerrhoden
          • Ortsliste
        • |CH – Kanton Sankt Gallen
          • Ortsliste
        • |CH – Kanton Thurgau
          • Ortsliste
  • Schwäbisch
    • Dialekt & Sprache
      • Schwäbische Paradoxa
      • Schwäbische Literatur
      • Schwabenwitze
      • Schwäbisch bruddla
      • Schwabenrock & Kabarett
  • Schwaben
    • Nachrichten aus Schwaben
    • Sagen & Mythen
    • Schwäbische Sagen & Märchen
  • Geschichte
    • Prähistorische Siedlungen
    • Keltenstadt Pyrene – Heuneburg
    • Römer & Limes
    • Mittelalter
      • Campus Galli
      • Freie Reichsstädte
      • Bauernkrieg
      • Der Bauernkrieg in Oberschwaben
      • Burgen, Schlösser, Ruinen, Festungen
    • 19.Jahrhundert
      • Schwabenkinder
    • 20.Jahrhundert
      • Nationalsozialismus in Oberschwaben
    • Geschichtliche Museen
  • Sehenswertes
    • Kunst in Oberschwaben
      • Galerien
      • Kunst Festivals & Events
      • Kunst_Mittelalter
      • Kulturgeschichtliche Museen
      • Kunstmuseen
      • Kunstvereine & Künstlergruppen
      • Kunstwege
      • Oberschwäbische Barockstraße
    • Themenstraßen + Wege
      • Bodensee-Radwanderweg
      • Oberschwäbische Barockstraße
      • Thermalbäder in Oberschwaben und Umgebung
      • Donau-Radwanderweg
      • Jakobswege durch Oberschwaben
      • Kunstwege
    • Flora & Fauna
      • Tier- und Wildparks
      • Viehscheid im Herbst
    • Landschaften
      • Alpen-Gletscher
  • Info
    • Oberschwaben – Orte mit Geschichte(n)
    • Über diese Website
    • Cookie-Richtlinie (EU)
    • Impressum
    • Datenschutzerklaerung

Geschichte der Nikolaikirche Isny

Gliederung

Toggle
  • Geschichte der Nikolaikirche Isny
    • Die romanische Urkirche
    • Der Bau der Nikolaikirche
    • Der Stadtbrand 1631
    • Isny und die Nikolaikirche um 1500
    • Reformation
    • Stadtbrand 1631
    • Der Stadtbrand 1631
    • Renovierungen und Umgestaltungen
    • Renovierung 1972
    • Glockenturm und Geläut
  • Abbildungen
  • Links
  • Anmerkungen

Die Geschichte der Nikolaikirche Isny ist lang und spannend. Isny war ein Zentrum der Reformation in Oberschwaben und in der Predigerbibliothek befinden sich aus jener Zeit noch zahlreiche historische Schriften und Inkunabeln.

Die Nikolaikirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika (erbaut 1284 bis 1288), an deren romanischen Bau 1455¹ ein spätgotischer Chor mit ➥ Sternrippengewölbe  angefügt wurde. 1462 wurde eine ➥ Prädikaturstiftung eingerichtet und 1472 der Kirchturm umfassend erneuert. Um diese Zeit wurde auch die Eberz’sche Kapelle (mit Sternrippengewölbe) an die Südseite der Kirche angebaut. Dort befand sich vermutlich der ➥ Katharinenaltar, den ich Ivo Strigel zuordne und von dem sich Teile im Dominikanermuseum in Rottweil befinden. 1508 wurde der Chor mit einem  prächtigen Netzrippengewölbe im spätgotischen Stil fertig gestellt.² Im zeitlichen Zusammenhang könnte die Werkstatt der Künstlerfamilie Strigel nach Ende der Bauarbeiten mit der Herstellung des Hochaltars beauftragt worden sein – Teile des ➥ Altarretabels von Bernhard Strigel, die sich in der Gemäldegalerie in Berlin, sowie in der Kunsthalle in Karlsruhe befinden und in der Provenienz der Nikolaikirche in Isny zugeschrieben werden, sind um 1515-1525 datiert.

Kirche St.Georg, Nikolaikirche Isny und Wassertor im Isnyer Winternebel

Die romanische Urkirche

Die Grafen von Veringen erbauten im Jahr 1042 bei ihrem Gutshof an der Isenach eine Kirche und stifteten 1096 das Kloster. Die Hauptburg stand bei Veringenstadt, in Isny erbauten sie eine kleine Burg am „Grünen Bühl“ am Hang bei der Kirche. Um die Burg herum entstand ein religiöses Zentrum, es stellten sich Händler zur Versorgung der Wallfahrer ein, die sich sesshaft machten. Zum Schutz der Waren wurden vor den Häusern Laubengänge errichtet. Graf Wolfrad von Veringen erwarb 1171 das Marktrecht für das Dorf. Die Stadtmauer entstand um das Jahr 1200.

Der Bau der Nikolaikirche

Die Nikolaikirche Isny wurde als Marktkirche / Leute-Kirche neben der Klosterkirche St. Georg erbaut. Beim ersten großen Stadtbrand 1284 brannten mit dem Kloster und dem größten Teil der Stadt auch die Kirchen ab. 1288 wurden die Kirchen auf Anweisung von Heinrich von Brunow neu errichtet. Aus dieser Zeit stammen die Umfassungsmauern des Langhauses, die Rundbogenfenster des nördlichen Lichtgadens, die Arkadenbögen im Innern und der Turm bis zur Glockenstube.

Bereits 1325 waren Isnyer Kaufleute in Tirol, verkauften Leinwand und erwarben im Tausch Salz, Pfeffer, Gewürze und Wein. Das Kloster, das im Besitz der Wasserrechte der Isenach war, erbaute eine Mange, einen Torkel und eine Walke zur Leinwandveredlung und schuf sich dadurch gute Einnahmen. Auch die Stadt wuchs und kam zum hohem Wohlstand, sodass sich die Bürger 1365 vom „klammen“ Truchsess Otto II. von Waldburg gegen 9000 Pfund Heller los- und an das Reich verkaufen konnten. Isny wurde „Freie Reichsstadt“.

Im Jahr 1500 stand die Stadt auf der Höhe des Wohlstandes. Isny war Teil der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft und eine der reichsten Städte Oberschwabens. Leinwand wurde nach Venedig, Genua, in die Niederlande, nach London bis in den fernen Osten verkauft. 1488 erhielt Isny vom Kaiser das Stadtwappen mit Reichsadler und Hufeisen als Brustschild. 1507 erhielt die Stadt von Kaiser Maximilian das Münzrecht.

Geschichte der Nikolaikirche: Plan der Nikolaikirche Isny vor 1970 mit Beschriftung

Plan der Nikolaikirche Isny vor dem Umbau 1970 © W.Autenrieth

Der Stadtbrand 1631

Nach dem Stadtbrand 1631 – bei dem auch die Nikolaikirche in weiten Teilen zerstört wurde – wurde der Wiederaufbau in knapp 15 Jahren vollzogen. „Anno 1642 wurde die Kanzel gebauet, welche 150 fl gekostet. Dieses bezahlte Herr Gordian Wolff und verehrte es in die Kirche.“7 . Die Kanzel war nach protestantischer Überzeugung das Zentrum der Kirche – von dort wurde das Wort Gottes verkündet (im Plan braun markiert). Das Taufbecken befand sich links vom Altar (im Plan blau markiert). Nach der Reformation waren die Sitzbänke noch um die Kanzel gruppiert.

Isny und die Nikolaikirche um 1500

Nach 1470 wurde an das romanische, dreischiffige Kirchengebäude der Nikolaikirche ein Chor sowie die Eberz’sche Kapelle / Weißlandkapelle angebaut,  die sich im hinteren Südschiff befindet. Vermutlich wurde für diese „Ausbuchtung“ der  ➥ Katharinenaltar (aus dem Jahr 1480) erstellt. Einige Tafeln des Katharinenaltares befinden sich heute im Dominikanermuseum Rottweil (Abbildungen siehe ➥Katharinenaltar). An welchen Orten die Altäre innerhalb der Nikolaikirche standen, ist jedoch nicht gesichert, da sich dort um 1500 mindestens 7 Altäre befanden – wie es noch heute in katholischen Kirchen üblich ist. An der Außenseite der Nikolaikirche ist auf der Gedenktafel das Jahr 1508 als Jahr der Fertigstellung des Chores angegeben.

Nikolaikirche Isny - Gedenktafel und Sonnenuhr 1508

Sonnenuhr und Gedenktafel „Completum“ 1508

Um 1500 besaß die Reichsstadt Isny durch den Handel einen hohen Wohlstand und zahlreiche Stifter statteten sowohl die Prädikantenbibliothek, als auch die Nikolaikirche durch Gaben aus. Im Jahr 1507 verlieh der Kaiser der Stadt das Münzrecht (…) Der besondere Lohn der Isnyer für ihren tapferen Einsatz bei der Befreiung des jungen Kaisersohnes Maximilian im Jahre 1488 war die Verleihung des Wappens mit dem Reichsadler und dem Hufeisen als Brustschild.“ Diese Verleihung erfolgte während des Besuchs von Kaiser Maximilian I. (1459–1519) in der Freien Reichsstadt Isny im Jahr 1507. Damals war Strigel bereits Hofmaler des Kaisers.16  Münzen der Stadt Isny sind auf Museum-Digital abgebildet: ➥ https://bawue.museum-digital.de/objects?style=grid&s=Isny&&style=grid&startwert=0

Reformation

Die über den Flachs- und Tuchhandel zu Wohlstand gekommenen Bürger der Stadt Isny waren um das Jahr 1500 mit dem innerhalb der Stadtmauern liegenden Kloster immer mehr uneinig. So wurde Isny eines der Zentren der Reformation im Allgäu, nahm 1529 in Speyer an der Protestation der evangelischen Stände teil und wurde protestantisch. 1531 trat Isny dem Schmalkaldischen Bund, dem Bündnis protestantischer Reichsstände, bei. Im Schmalkadischen Krieg gewannen die kaiserlichen Truppen 1547 die Oberhand und am 28. Oktober des Jahres 1548 wurde in der dem Kloster zurückgegebenen Kirche St. Nikolaus wieder die Messe wieder gefeiert werden. Erst Jahrzehnte später – 1583 – ging die Nikolaikirche endgültig an die Stadt über.10

siehe ➥ Reformation in Isny

Stadtbrand 1631

Beim großen Stadtbrand 1631 brannte die Kirche – bis auf Chor und Sakristei mit Prädikantenbibliothek – erneut aus. Wie durch ein Wunder wurde die Prädikantenbibliothek im Turm – und wohl auch der Hochaltar im Chor – vom Feuer verschont – und ist so noch im Originalzustand erhalten geblieben. Trotz der schweren Kriegszeiten – mitten im Dreißigjährigen Krieg – wurde schon 1634 mit dem Wiederaufbau begonnen und zog sich bis 1643. Der Turm wurde erhöht und erhielt seine heutige Zwiebelhaube.

Schubert benennt die Stifter des Taufsteines:
„Anno 1641 wurde der Tauff-Stein von rothem Marmelstein gemachet welcher 140 fl kostete, welches Geld folgende Frauen aus ihren Sparhafen hergegeben und in die Kirche verehrt haben: Fr. Sara Leonhard Eberzin, Fr. Christina Ulrich Baldenhofferin, Fr. Regina Jerg Baldenhofferin, Fr. Catharina Christoph Wölffin, Fr. Anna Catharina David Wölffin, Fr. Anna Maria Abraham Eberzin, Fr. Magdalena Johannes Eberzin, Fr. Ursula Hans Christoph Zoblin, Fr. Hanß Conrad Långin, Fr. M. Johann Porzeliussin und Fr. M. Hans Jacob Großin. Auf diesem Tauff-Stein sind hernach zum ersten mal des Thomas Wachters zwey Söhne Zwillinge getaufft worden.“7

„Anno 1644 wurde der untere Altar von Holz gemachet, welcher in allem 137 fl gekostet. Dazu hat solches Geld Jacob Eberz der jüngere des Leonhard Eberz feel Sohn in die Kirche verehrt. In eben diesem Jahr sind die Bilder zum obern Altar aufgesetzet worden welche mein Ur-Groß-Vater seelig Hanß Rudolph Specht zu mahlen und zu vergulden die Ehre gehabt hat. Die Bilder kosteten vom Bildhauer 200 fl und alles zusammen sie samt der grossen Tafel zu mahlen 412 fl. Dieses Geld hat Herr Jacob Eberz der ältere in die Kirche verehrt, dahero sein und seiner Frauen Magdalena gebohrner Burkhardin Wapen oben aufgesetzt worden und in dem alten Leichen-Buch ist ihm so wohl deßwegen, als auch weil er zu Entrichtung der sehr beschwerlichen Kriegs Contributionen jährlich ein nahmhafftes und rühmliches hergeschossen, dieser Wunsch in die Ewigkeit nachgeschickt worden. Der Allmächtige getreue Gott wolle ihm solche Wohlthaten in der Ewigkeit in Gnaden vergelten.“8 

„Anno 1654 haben folgende Frauen Tauff-Stein-Deckel, welcher schon Anno 1646 war gemacht worden, auf ihre Kosten mahlen lassen: Frau Christina Ulrich Baldenhofferin gebohrne Eberzin, Fr. Catharina Christoph Wölffin, gebohrne Eberzin, Fr. Anna Maria Abraham Eberzin, gebohrne Eberzin, Fr. Johannes Eberzin, gebohrne Burkhartin, Fr. Anna Catharina Raimund Feuersteinin, gebohrne Wölffin, Fr. Hank Jerg Wölffin, gebohrne Hillerin, Fr. Veronica Matthis Schmidin, gebohrne Habißreutingerin, Fr. Ursula Leonhard Habißreutingerin, gebohrne Schmidin, Fr. Susanna D. Johann Regulfillingerin, gebohrne Habißreutingerin, Stadtschreiber Fischerin und Fr. Conrad Reiserin, von welchen die meisten bis 3 fl gegeben.“9

1689 stürzte das Südschiff ein. Die Ursache ist skurril – ich habe diese Geschichte in das Kapitel zu den ➥  „Isnyer Katastrophen“ aufgenommen.

Isny i.A.: Nikolaikirche mit der alten Orgel und den Bemalungen der Bögen, Postkarte von A.v.d.Trappen um 1930

Isny i.A.: Nikolaikirche mit der alten Orgel und den Bemalungen der Bögen, Postkarte von A.v.d.Trappen um 1930

Der Stadtbrand 1631

Nach dem Stadtbrand 1631 – bei dem auch die Nikolaikirche in weiten Teilen zerstört wurde – wurde der Wiederaufbau in knapp 15 Jahren vollzogen. „Anno 1642 wurde die Kanzel gebauet, welche 150 fl gekostet. Dieses bezahlte Herr Gordian Wolff und verehrte es in die Kirche.“7 . Die Kanzel war nach protestantischer Überzeugung das Zentrum der Kirche – von dort wurde das Wort Gottes verkündet (im Plan braun markiert). Das Taufbecken befand sich links vom Altar (im Plan blau markiert). Nach der Reformation waren die Sitzbänke noch um die Kanzel gruppiert.

 

Geschichte der Nikolaikirche: Plan der Nikolaikirche Isny vor 1970 mit Beschriftung

Plan der Nikolaikirche Isny vor dem Umbau 1970 © W.Autenrieth

 

Renovierungen und Umgestaltungen

In den Jahren 1854 bis 1860 wurde das Gotteshaus neugotisch ausgestattet. Die Kirche erhielt Altäre, Fenster und Türen im neugotischen Stil jener Zeit (wie im Foto dargestellt).  Der alte Hochaltar war nach dem Stadtbrand 1631 im barockisierenden Stil gestaltet worden, auch die Kanzel und das Taufbecken stammen noch aus jener  Zeit. Der Verbleib des Barock-Altartetabels ist unbekannt. Zu Beginn des 16.Jahrhunderts – als die Kirche noch katholisch geweiht war, befanden sich in der Kirche (wie in katholischen Kirchen üblich) noch mindestens 7 Altäre der Kapläne.  Diese wurden zwischen 1520 und 1531 im Bildersturm der Reformation entfernt, jedoch nicht zerstört. Der Hochaltar jener Zeit stammte von einem der berühmtesten Maler des 16.Jahrhunderts. ➥ Bernhard Striegel lebte am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance und war Hofmaler von Kaiser ➥ Maximilian I. Strigel nimmt in der Portraitkunst bis heute einen besonderen Platz in der Kunstgeschichte ein. Diesem Altar habe ich ein eigenes Kapitel gewidmet und versuche darin eine Rekonstruktion des Altars, der in seine Einzelteile zerlegt und verkauft wurde. Teile des ➥ Strigelaltarretabels sind als Schmuckstücke in der Kunsthalle Karlsruhe und in der Gemäldegalerie Berlin ausgestellt.
➥ https://oberschwabenschau.info/landkreiseorte/rv-kreis-ravensburg/88316-isny-im-allgaeu/nikolaikirche/bernhard-strigel-altar-isny/

Vermutlich in der Eberzkapelle stand ein ➥“Katharinenaltar„, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von Ivo Strigel aus Memmingen gestaltet wurde (Vater von Bernhard Strigel) . Mehrere Tafeln dieses Altarretabels befinden sich heute im Dominikanermuseum in Rottweil.

1959 erfolgte eine Sanierung der Westfassade, 1968–72 eine Gesamtrenovierung. Nach der Fassadensanierung von 1987 wurden 2005/2006 umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt. ‚ (Wikipedia)

Renovierung 1972

Beim Umbau 1970/72 wurde die Kanzel an die erste Säule im linken Seitenschiff versetzt und das Taufbecken ans südliche Seitenschiff. Der ➥  Katharinenaltar (eigenes Kapitel) war verschollen – Teile davon konnte ich im Dominikanermuseum in Rottweil finden.  Beim „Bildersturm“ der Reformation im 16.Jahrhundert, als Heiligenverehrung in reformierten Kirchen nicht mehr geduldet wurde – war er aus der Kirche entfernt – und eingelagert worden. Über den Kunstsammler und Pfarrer Dursch kam er Mitte des 19.Jahrhunderts nach Rottweil.
Vier Tafeln mit Heiligenbildern des Hauptaltares, die Isny zugeordnet werden, wurden 1945 durch Luftangriffe in Berlin in einem Flakturm zerstört. Es existieren nur noch s/w-Fotos (siehe den ➥ Artikel über den verschwundenen Strigelaltar der Nikolaikirche)

„Der Turm und das Mauerwerk der Kirche waren um 1965 in einem so schlechten baulichen Zustand, dass man sogar ihren Abriss befürchten musste. Im Schiff stellte man Blechwannen auf, um eindringendes Regenwasser aufzufangen! (…) Erhalten blieb, was an schöner, gediegener Ausstattung des Wiederaufbaus von 1636-1644 noch vorhanden war: Kanzel und Taufstein, Holzfelderdecke und Gestühl in den Seitenschiffen, Opferstock und handgeschmiedete Türen. Kanzel und Taufstein wurden versetzt“. Bei der Renovierung 1968-72 wurden die Fenster im Chor ersetzt. Ersetzt wurde dabei auch das Fenster mit der Abbildung Martin Luthers sowie der neugotische Hochaltar. Außer der geschnitzten Emporenbrüstung, dem Tauffenster und den Fenstern der Eberz’schen Kapelle (Sakristei) blieb von den neugotischen Einbauten nichts mehr übrig. 5

Ehemaliges zentrales Chorfenster der Nikolaikirche mit Abbildung vom Martin Luther

 

Der neugotische Hochaltar der Nikolaikirche (um 1910, entfernt bei der Renovierung 1968-72)5

Glockenturm und Geläut

Ein Artikel des Isnyer Architekten Helmut Morlok6   über den Glockenturm, die statischen Probleme und mehrere Umbauten ist am Server der Uni Heidelberg abrufbar (s.Fußnote).
Zitat daraus:
„Neben der auch über die Landesgrenzen hinaus bekannten Prädikantenbibliothek aus dem 15. Jahrhundert mit ihren über hundert Schriften von Luther, Melanchthon und Zwingli birgt die evangelische Nikolaikirche in Isny noch einen zweiten Schatz: das Glockenquartett des lothringischen Gießers Claude Rosier von 1643…
…Wie in zahlreichen anderen Kirchengemeinden mussten 1942 auch in Isny die „Zwölfuhrglocke“, die „Gebetsglocke“ und das „Kindsglöcklein“ zum Einschmelzen für die Rüstungs- und Kriegsproduktion abgehängt und eingeliefert werden.
Während die „Große Glocke“ in St. Nikolai verbleibt, wurde die „Abendmahlsglocke“ aufgrund ihres kunsthistorischen Wertes gegen die weniger wertvolle Glocke der evangelischen Kirche in Kißlegg getauscht.
Zwei der Glocken, die „Zwölfuhrglocke“ und die „Gebetsglocke“, wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem „Glockenfriedhof“ in Lünen aufgefunden und zurückgebracht. Sie trafen zusammen mit vier kleineren Glocken der katholischen Kirche St. Georg am 19. April 1948 in Isny ein (Abb. 6). Die „Kindsglocke“ blieb jedoch verschollen. … Dank der Heimholung der 1942 nach Kißlegg transportierten „Abendmahlsglocke“ konnte (im Jahr 2002) das Isnyer Geläut von Rosier wieder vollständig zusammengeführt werden.“

Abbildungen

➥ https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:St._Nikolaus_(Isny_im_Allgäu)

Links

➥ Wikipedia
➥ Nikolaikirche und Prädikantenbibliothek
➥ Die Prädikantenbibliothek
➥ Die Prädikantenbibliothek – eine Einführung von Pfarrer Schmid
➥ Reformation und Gegenreformation – wie Isny evangelisch wurde
➥ Paul Fagius
➥ Paul Fagius – Der Reformator

  • Die Prädikantenbibliothek der Nikolaikirche Isny
  • Nikolaikirche und Reformationszeit
  • Die Geschichte der Nikolaikirche
    • Der Innenraum der Nikolaikirche Isny
    • Umbau der Nikolaikirche Isny 1860
    • Wer entschied über die Nikolaikirche zwischen 1802 und 1860?
    • Abbruch der Friedhofskapelle 1531
    • Chorgestühl von Syrlin d.J.
  • Die verschollenen Altäre der Nikolaikirche Isny
    • Der Hochaltar des Bernhard Strigel in Isny
      • Der Frauenaltar von Bernhard Strigel
      • Die sieben Freuden Mariens
      • Die sieben Schmerzen Mariens
      • Hinweise zur Provenienz des Altars aus Isny
      • Was meint die KI zum Strigel-Altar?
    • Wer war Bernhard Strigel?
      • Bernhard Strigel – der sog. Meister der Sammlung Hirscher
      • Strigel – Werkverzeichnisse
      • Altarretabel aus der „Werkstatt Strigel“
      • Andere Strigel-Altäre
      • Andere Werke Strigels
    • Der Katharinen-Altar der Nikolaikirche
      • Die 14 Nothelfer
    • Predella eines Altares von Martin Schaffner (1478-1546)
    • (Un-) Mögliche Bestandteile der Altäre aus Isny
      • Verworfene mögliche Bestandteile der Altäre
    • Wo befanden die Altartafeln von 1533 – 1860?
    • Kunstsammler des 19. Jahrhunderts
      • Probst: Einblick in die Sammlung Hirscher
      • Verzeichnis der Sammlung Hirscher 1821

  • Freie Reichsstädte
  • Nikolaikirche und Reformationszeit
  • Die Geschichte der Nikolaikirche
  • Freie Reichsstadt Isny
  • 88316 Isny im Allgäu

Anmerkungen

¹ In der östlichen Chorwand ist eine Tafel mit folgender (ins Deutsche übersetzten) Inschrift eingelassen:
„Im Jahr 1455, am Vorabend des Hl.Johannes des Täufers, wurde die Erneuerung des Turmes vollendet. Damals saß Calixt III. auf dem päpstlichen Stuhl und war Friedrich III. römischer Kaiser.“ (zit. aus: Immanuel Kammerer: Isny im Allgäu – Bilder einer Reichsstadt, Verlag des Heimatpflegers von Schwaben, Kempten, 1956, Seite 99)
² siehe Kammerer, a.a.O., S.100
³ zitiert aus: Schmid, Helmut: Ain Librej zu den Büchern – Die mittelalterliche Predigerbücherei der Nikolaikirche zu Isny, Kreissparkasse Ravensburg, ISBN 3-00-005711-0, ohne Jahr (um 1972)
4 Schmid, Helmut, a.a.O., S.30
5 Schmid, Helmut:Isny – Bilderbuch einer württembergischen Allgäustadt, Isny-Neutrauchburg 2001, S.68, ISBN 3-00-0081119-4
6  Morlok, Helmut: O Gott gieb alzeit zu unserm Klang in Isny deinen gueten Forthgang – Über die Wiederherstellung des barocken Geläuts in der evangelischen Kirche
St. Nikolai in Isny (Landkreis Ravensburg), Denkmalpflege in Baden-Württemberg 4, 2008
➥ https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/download/11906/5763
7  Johann Heinrich Specht: Isnisches Denkmal, welches in sich fasset eine gewisse Nachricht von der löbl. Reichsstadt Isni, von ihrem Namen, Ursprung, Reformation …, 1750, Seite 61
➥ https://books.google.de/books?id=QKepSYrij2YC&hl=de&pg=PA61
8 a.a.O, S.66
9 a.a.O, S.67

10 Reformation in der benediktinischen Geschichtsschreibung des 18. Jahrhunderts: Das Abbatiat des Elias Frei in Isny (1538-1548) in Georg Doblers , Gründlich und ausführlicher Bericht‘ von 1767: Einleitung, Edition und Kommentar, S.246
➥ https://www.researchgate.net/(.,.)Reformation_in_der_benediktinischen_Geschichtsschreibung_des_18_Jahrhunderts_Das_Abbatiat_des_Elias_Frei_in_Isny_1538-1548(…).pdf

 

 

Suche nach …

➥ Sitemap
Sitemap/Inhalt


➥ Klick zum Inhaltsverzeichnis der Website

Blogroll

  • Schwäbische Vornamen
  • Wasserburg am Bodensee
  • Jakobswege in Oberschwaben
  • Eintrag zu Krauchenwies aktualisiert
  • Neue Überarbeitungen: Gammertingen, Mariaberg, Waldburg… u.v.a.m.
Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren.
Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren Umschlag
Ein alchemistisches Werkstattbuch für Radierer. Anleitungen & Rezepturen aus 500 Jahren auf 232 Seiten
ISBN 978-3-9821765-0-5
7.Auflage - 36,90 € incl. Versand (D)
➥Wege zum Buch

Meine Webseiten


Banner: Schulbibo.de - Daf/Daz
 
Banner: Oberschwabenschau.info: Land + Sehenswertes - Sagen + Mythen
 
Banner: Techniken der Radierung
 
Banner: Schulen für Bisoro
 
Banner: Linuxmuster
 
Banner: Linuxmuster kiuzhg

Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

Für die Webseite, Texte und Abbildungen gilt das Copyright: © CC BY-NC-ND (Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung) edition Wolfgang Autenrieth, Krauchenwies, https://oberschwabenschau.info, 2024


➥ Impressum und AGB

Dies ist eine private Website.
Alle Abbildungen und Texte - sofern nicht aus anderen Quellen eingebunden:
© Wolfgang Autenrieth ➥ Login


Linkhinweise, die mit 🛒 gekennzeichnet sind, verweisen auf das Angebot von Amazon oder anderen Anbietern. Sobald Sie darauf klicken, verlassen Sie meine Seite. Amazon etc. speichern Ihren Zugriff und setzen Cookies. Falls Sie anschließend dort einkaufen, erhalte ich eine (geringe) Provision, die zur Refinanzierung meiner Webseiten beiträgt.
Tipp: Schauen Sie sich dort um - und bestellen anschließend im regionalen Buchhandel. Der zahlt regionale Gewerbesteuer, die Ihrem Ort zu Gute kommt ;-)

Copyright der dargestellten historischen Ansichtskarten
Ein Werk wie ein Foto, eine Grafik oder ein Kunstwerk ist bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers urheberrechtlich geschützt. Auf einigen der eingestellten historischen Ansichten ist kein Urheber vermerkt. Ich habe nur solche Karten der Jahrhundertwende 1900 verwendet, bei denen nach menschlichem Ermessen der Urheber bereits vor mehr als 70 Jahren verstorben ist. Sollte bei eingestellten Abbildungen, für die ich trotz meiner Recherchen keine Rechteinhaber ausfindig machen konnte noch solche existieren, bitte ich diese nachträglich um Erlaubnis und um eine Mitteilung. Ich werde dann die Werke zeitnah entfernen oder auf Wunsch mit einem entsprechenden Copyrightvermerk versehen. Ich verfolge keine kommerziellen Interessen. Die eingeblendete Werbung dient lediglich der (teilweisen) Deckung der Unkosten. Es geht mir einzig darum, diese interessanten Zeitdokumente der Nachwelt zu zeigen und zu erhalten. Und das dürfte auch im Sinne der Urheber sein!

Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

CyberChimps WordPress Themes

©Wolfgang Autenrieth, Krauchenwies, 2025
Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wir tun dies, um das Browsing-Erlebnis zu verbessern und um (nicht) personalisierte Werbung anzuzeigen. Wenn du nicht zustimmst oder die Zustimmung widerrufst, kann dies bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigen.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen ansehen
  • {title}
  • {title}
  • {title}