Jakobswege durch Oberschwaben
Als Jakobsweg (spanisch Camino de Santiago, galicisch: Camiño de Santiago) wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das angebliche Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) zum Ziel haben. In erster Linie wird darunter der Camino Francés verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab führt und die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet. Diese Route, so wie sie heute noch begangen wird, entstand in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. ➥ https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobsweg
Während die Oberschwäbische Barockstraße zur Nutzung mit dem Fahrzeug ausgeschildert ist, sind die Jakobswege reine Fußwege abseits der Straßen. Gekennzeichnet sind die Wege mit einer der Jakobsmuschel. Unterwegs gibt es Pilgerherbergen und Stationen, an denen man den Stempel für das Pilgerbuch erhält.
Durch Oberschwaben führen mehrere „Zubringer“ zum sogenannten ➥ Schwabenweg, der die deutschsprachigen Länder durch die Schweiz mit dem französischen Jakobsweg verbindet.
Wer die gesamte Strecke von Ulm bis Santiago de Compostela gehen möchte, benötigt vor allem – Zeit.
Für diese Distanz zu Fuß muss man – je nach persönlichem Tempo und Pausen – mit etwa 3 bis 4 Monaten reiner Gehzeit (ca. 90 bis 110 Etappen) rechnen. Der Jakobsweg von Ulm nach Santiago de Compostela ist je nach genauer Routenwahl und den gewählten Verbindungswegen durch die Schweiz und Frankreich ungefähr 2.400 bis 2.500 Kilometer lang.
Pilgerausweis
Falls Sie den Pilgerpfad gehen möchten, können Sie hier den Pilgerausweis anfordern, in dem Sie Ihre Stationen abstempeln und dokumentieren können:
St.Jakobus-Gesellschaft
Pilgerrouten des Jakobsweges in Oberschwaben
Oberschwäbischer Jakobsweg
Der Oberschwäbische Jakobsweg führt über insgesamt 159 Kilometer vom Münsterplatz in Ulm an der Donau zum Konstanzer Münster am Bodensee und durchquert das westliche Oberschwaben. Der Bodensee zwischen Meersburg und Konstanz wurde mit dem Schiff bzw. wird heute mit der regelmäßig verkehrenden Autofähre überquert. Der Weg findet in der Schweiz als Schwabenweg seine Fortsetzung. Teilweise ist der Wegverlauf identisch mit der Oberschwäbischen Barockstraße – zumindest was die verbundenen Orte und Kirchen betrifft.
Die Insel Reichenau liegt nicht direkt auf der Hauptroute, ist aber über eine offizielle Variante des Hegauer Jakobswegs (Teil der Via Beuronensis) direkt an das Netz der Jakobswege angebunden. Abbildungen zum Oberschwäbischen Jakobsweg sind auf Wikimedia abrufbar: ➥ Commons – Kategorie Jakobsweg)
Via Beuronensis – Beuroner Jakobsweg
Unter Via Beuronensis werden im weitesten Sinne die Jakobswege (Pilgerwege) zusammengefasst, deren Route vom Kloster Beuron zum Kloster Wald und von dort weiter nach Konstanz führen. Im Kloster Beuron lohnen sich besonders der Besuch der etwas abgelegenen Mauruskapelle, sowie der Seitenkapelle in der Abteikirche, die beide im Stil der Beuroner_Kunstschule, einer Variante des Jugendstils ausgestaltet sind. Ebenso sollte man den Besuch der eindrucksvollen Krypta nicht versäumen, die gern übersehen wird.
Routenalternativen
Balinger Route
Balingen – Endingen – Weilstetten – Hörnle – Tieringen – Oberdigisheim – Unterdigisheim – Nusplingen – Bärenthal – Kloster Beuron – Gnadenweiler Kapelle – Irndorf – Buchheim – Thalheim – Altheim – Heudorf – Meßkirch – Wald
Der Tübinger Jakobsweg
geht ab Rottenburg in den Hohenzollerischen Jakobsweg über
Der Hohenzollerische Jakobsweg
führt durch das ehemalige Fürstentum Hohenzollern nach Konstanz:
Rottenburg a. Neckar – Hechingen – Burladingen – Veringenstadt – Sigmaringen – Meßkirch – Pfullendorf – Wald
Der Habsthaler Jakobsweg
führt über Bad Saulgau – Kloster Habsthal – Pfullendorf – Wald
Ab Wald teilt sich die Route in verschiedene Alternativen
Linzgauer Jakobsweg
siehe Karte auf Openstreetmap
Von Wald nach Überlingen und danach mit der Fähre nach Konstanz

Blick unterhalb der Klosterkirche Birnau bei Überlingen über den Bodensee zum Säntis © Wolfgang Autenrieth
Hegauer Jakobsweg
Der Hegauer Jakobsweg verläuft auf der letzten Etappe von Markelfingen über Allensbach und das Kloster Hegne auf dem Festland nach Konstanz.
Von Wald über Sentenhard nach Mindersdorf – Stockach – Markelfingen – Wollmatingen nach Konstanz
Die Insel-Variante: Zwischen Allensbach und Wollmatingen bzw. Konstanz kann man über den Reichenauer Damm einen Abstecher auf die Insel Reichenau machen. Historisch und spirituell lohnt sich dieser Weg besonders: Das bedeutende Benediktinerkloster Reichenau war im Mittelalter eine wichtige Station für Pilger auf dem Weg Richtung Schweiz, Rom und Santiago de Compostela.
Die Via Beuronensis umfasst ein ganzes Netz aus Jakobswegen, das verschiedene Startpunkte am Neckar und an der Donau über das Kloster Beuron mit dem Bodensee (Konstanz) verbindet. Je nachdem, welche Teilstrecke gewählt wird, gliedern sich die Stationen in folgende Abschnitte:
1. Zustiege aus dem Norden & Ostalb (Tübingen & Ulm)
Tübinger Jakobsweg: Tübingen – Wurmlingen – Rottenburg am Neckar – Dettingen – Hechingen.
Ost-Zubringer (ab Ulm): Ulm – Oberdischingen – Munderkingen – Bussen – Bad Saulgau – Kloster Habsthal – Pfullendorf.
2. Hauptverlauf über die Schwäbische Alb nach Meßkirch
Ab Hechingen teilt sich der Weg in zwei Alternativen Richtung Meßkirch:
Variante A: Beuroner Jakobsweg (Gebirgsroute über das Kloster Beuron):
Hechingen — Balingen (über Bisingen) — Nusplingen (über den Albtrauf/Tieringen) — Kloster Beuron (durch das Bärental/Donautal) — Meßkirch (über Buchheim)
Variante B: Hohenzollerischer Jakobsweg (Kürzere/flachere Alternativroute):
Hechingen — Burladingen — Veringenstadt — Sigmaringen — Meßkirch.
3. Weiterführung zum Bodensee (Konstanz)
Ab Meßkirch (bzw. Pfullendorf) gibt es wiederum zwei Varianten, um das Endziel Konstanz zu erreichen:
Variante A: Linzgauer Jakobsweg (Östliche, direkte Route): Meßkirch — Pfullendorf — Owingen — Überlingen — Dettingen-Wallhausen — Litzelstetten — Konstanz
Variante B: Hegauer Jakobsweg (Westliche Route am See): Kloster Wald — Stockach — Ludwigshafen — Bodman — Liggeringen — Markelfingen — Allensbach — Kloster Hegne — Wollmatingen — Konstanz inkl. Abstecher-Option auf die Insel Reichenau)
Oberschwäbischer Jakobsweg von Ulm bis Brochenzell
Die Route beginnt am Ulmer Münster und teilt sich in Brochenzell in eine westliche und östliche Route. In Brochenzell befindet sich eine St.Jakobus-Kapelle.
Ulm – Oberdischingen – Ersingen – Rißtissen – Niederkirch – Obersulmetingen – Schmemmerberg – Äpfingen – Laupertshausen – Mettenberg – Biberach – Wolfentalmühle – Reute – Grodt – Muttensweiler – Winterstettenstadt – Bad Waldsee – Arisheim – Dinnenried – Gwigg – Bergatreute (als Abstecher) – Gambach – Engenreute – Köpfingen – Weingarten – Ravensburg nach Brochenzell
Weiter auf westlicher Route:
Brochenzell – Furatweiler – Zillisbach – Krehenberg – Oberteuringen-Blankenried – Rammertshofen – Unterteuringen – Hepbach – Leimbach – Möggenweiler – Markdorf – Brochenzell – Meersburg – Konstanz
oder
Weiter auf östlicher Route
Brochenzell – Tettnang – Burg Gießen – Heiligenhofl – Atlashofenl – Hüttmannsbergl – Gattnaul – Arensweilerl – Selmnaul – Nonnenhorn – Lindau
Hier vereinigt sich dieser Abschnitt mit dem Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweg – Bregenz – Kloster Mehrerau – St. Gallen – Rapperswil-Jona – Kloster Einsiedeln)
Münchner Jakobsweg
Der Münchner Jakobsweg ist ein weiterer „Zubringerweg“. Er beginnt in München am Jakobsplatz und führt in zehn Etappen nach Lindau. Eine schöne „Kurzetappe führt im Allgäu
von Oberstaufen über Stiefenhofen – Weiler-Simmerberg nach Lindenberg, von dort über Sigmarszell nach Lindau.
Eine gute Beschreibung dieser Etappe findet ihr hier:
➥ kekseundkoffer.de/muenchner-jakobsweg-allgaeu-bodensee
Fränkisch-schwäbischer Jakobsweg
Der ➥ fränkisch-schwäbische Jakobsweg führt zunächst nach Ulm und geht dort auf dem oberschwäbischen Jakobsweg weiter.
Würzburg – Rothenburg o. d. Tauber – Crailsheim – Ulm
Anschluss zum „Schwabenweg“ in der Schweiz
Wie die Route durch die Schweiz weiter verläuft, ist auf der Webseite ➥ jakobusweg.ch sehr schön dargestellt. Vom Bodensee aus wandert man in der Regel weiter durch die Schweiz in Richtung Einsiedeln und Genf (Schweizer Jakobsweg).
Von Genf aus geht es weiter auf der Via Podiensis (einem der Hauptwege in Frankreich) bis an die Pyrenäen (Saint-Jean-Pied-de-Port).
Ab der französischen Grenze (Saint-Jean-Pied-de-Port) folgt für die meisten Pilger der berühmteste Abschnitt, der Camino Francés, mit einer Länge von etwa 770 Kilometern bis nach Santiago de Compostela.
Das Ziel – die Kathedrale in Santiago de Compostela
„Die christlichen Pilger des Mittelalters benutzten die Jakobsmuschel zum Wasserschöpfen. Ein unter Jakobspilgern verbreiteter Brauch war es, den Pilgergang 60 Kilometer weiter am Cap Finisterre zu beenden, um dort am Strand eine echte Jakobsmuschel aus dem Meer zu suchen und mitzunehmen. Als Pilgerzeichen am Hutband oder am Gürtel getragen, ist sie geschichtlich mit der Wallfahrt nach Santiago de Compostela verbunden, um damit an den Besuch des Grabes des heiligen Jakobus zu erinnern. Die Muschel war mehr als nur ein Souvenir. Nach der Rückkehr in die Heimat sicherte sie ihrem Träger Ansehen, und manch ein ehemaliger Jakobspilger ließ sich die Muschel ins Grab legen.“ (zitiert aus https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobsmuschel)




