Meitingen – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …
Teilkapitel / Gliederung dieser Seite
Allgemeines
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➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften
Karten
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Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL
Fotos & Abbildungen
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Kunst, Kultur und Brauchtum
➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
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➥ Meitingen auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Meitingen auf leo-bw.de (Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de Beschreibungen vom Landesarchiv Baden-Württemberg
Ausflüge und Sehenswertes
➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer
Webcams
➥ Webcams in Meitingen und Umgebung
Nachbargemeinden
➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)
Teilgemeinden und Ortschaften
➥ Ortschaften und Wohnplätze von Meitingen (aus Wikipedia)
Sagen, Mythen und Geschichten
Ein Kapitel, worin nichts von Streichen vorkommt, was also überschlagen werden kann.
Der Mensch ist nie langweiliger, als wenn er über sich selbst nachdenkt. Und also ist nichts von weiteren Streichen des Spiegelschwaben zu erzählen, wie er jetzt seines Weges geht nach Meitingen zu seinem Freund, dem Blitzschwaben. Um jedoch den günstigen Leser von ihm zu unterhalten, will ich von seinen Sprüchen reden, die er im Brauch hatte; woraus neuerdings erhellt, dass er ein sinnreicher Kopf gewesen; wie es denn die Schwaben alle sind, die dummen ausgenommen. – Wenn von Weibern und Heiraten die Rede war, so pflegte er zu sagen: Weib und Geld ängstigen manchen, wie sieben Hund einen Hasen im Feld. Und: Der Ehestand ist kein Geschleck, sondern ein Joch. Und: Gilt die Bosheit etwas, so ist ein Weib teurer, als hundert Männer. – Wenn von seinem Weib Meldung geschah, sagte er: Böse Hund sind gute Wächter, sang ein Bauer von seinem bösen Weib. – Von den Weibern überhaupt: Sie hätten einen vielfältigen Rock, und einen einfältigen Kopf. – Gefragt, wie es ihm ergehe, antwortete er: »Vortrefflich; ich lebe stattlich, trinke viel, eß‘ nicht wenig, und bin Niemand schuldig, als den Leuten.«
Sonst hatte er auch im Spruch: »Was den Leuten zuwider ist, das treib ich; wo man mich nicht gern hat, da bleib ich.« – Vom Essen und Trinken pflegte er zu sagen: »Das Trinken geht alle Tag; und gegessen muss sein, und wären alle Bäum‘ Galgen.« Und: »Guter Wein verdirbt den Beutel, der schlechte den Magen; doch besser der Beutel, als der Magen verdorben.« – Zu einem Nachtlichtle und Saufbruder sagte er einmal: »Nicht wahr, Nachbaur, die ganze Nacht gesoffen ist auch gewacht?« – Wenn sich einer über schwere Arbeit beklagte, pflegte er zu sagen: »Wenn’s so lustig und so leicht wäre, so tät’s der Bürgermeister selbst.« – Warf man ihm vor, dass er sich seine Arbeit zu teuer bezahlen lasse, so sagte er: »das braune Bier muss seine Ursach haben.« – Von einem faulen Menschen sagte er: »Er hat Lust zum Arbeiten, wie der Hund zum Hechellecken; und: es steht ihm die Arbeit so gut an, wie einer Geiß der Klagmantel.«
Von einem Lump und nichtsnutzigen Menschen sagte er: »Der gilt nichts, wo die Menschen teuer sind.« Oder: »Er ist einer, wo 13 auf ein Dutzend gehen.« Auch: »Wenn man ihn verschenken wollt, man müsste einen Batzen darauf legen.« – Wenn er einen unwilligen Menschen sah, sagte er: »Du bist so lieblich wie ein Essigkrug; wenn du nur in die Milch siehst, so wird sie sauer.« Oder: »du wärest ein rechtes Muster auf den Essigkrug.« Auch: »Wenn dein Gesicht am Himmel stünde, die Bauern würden zum Wetter läuten.« – Von einem hoffärtigen Menschen pflegte er zu sagen: »Er hält viel auf sich, aber andere Leute halten auf ihn desto weniger.« – Von einem Neidischen: »Er sieht auf die Seite, wie eine Gans, die Äpfel sucht.« – Von einem Groben: »Er ihrzt1 Niemanden, als sich und den Herrn Pfarrer.« – Von einem Zornigen: »Er tut sich auf, als wenn er zehn Teufel gefressen, und hätte den elften im Maul.« – Von einem Lügner: »Er bleibt bei den Worten, wie der Has bei der Trommel.« Sonst pflegte er auch vom Lügen zu sagen: »Lügen sei eine Hauptsprache, denn sie gehe durch das ganze Land.« Und: »Wenn Lügen so schwer wäre, wie Holztragen, so würde Jeder die Wahrheit sagen.«
Weise Sprüche, gute Lehren,
Muss man tun, und nicht nur hören.
Quelle: Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein. Band 2, Leipzig [um 1878/79], S. 195-197. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004481534
Vom Knöpfleschwaben, und was sich weiter zugetragen.
In dem gesegneten Schwabenland, besonders in jener Gegend, wovon so eben Meldung geschehen, besteht die löbliche Gewohnheit, dass man täglichs Tags fünf Mal isst, und zwar fünf Mal Suppe, und zwei Mal dazu Knöpfle oder Spätzle, daher denn die Leute dort in der Umgegend auch Suppen- oder Knöpfleschwaben genannt werden; und man sagt, dass sie zwei Mägen hätten, aber kein Herz.
Der Seehaas brachte also seine Werbung an, und sagte: Wie dass in dem großen Wald am Bodensee ein fürchterliches Tier hause, welches Land und Leuten großen Schaden täte. Augen habe es im Kopf, feurige, die so groß wären, wie ein Salzbüchsle. Hott! sagte der Nestelschwab; aber der Gelbfüßler stieß dem Seehasen in die Rippen, vermeinend, er solle nicht so lügen. Der aber ließ sich nicht irr machen, sondern fuhr fort zu erzählen: Das Ungeheuer wachse zusehends, je länger man es anluge, und werde so groß, wie ein Pudelhund. Er bitte ihn also um der Landsmannschaft willen, er möchte ihm zu Rat und Tat sein, und ihm beihelfen tüchtige Gesellen zu werben. Der Knöpfleschwab sagte: Fechten sei zwar seine Leidenschaft nicht; aber wenn sie einen brauchten, um ihnen Knöpfle zu kochen, so gehe er mit los auf das Abenteuer. Als sie Handels eins wurden, packte der Knöpfleschwab Häfen und Pfannen auf und zog mit ihnen weiter. Und sie wendeten sich nun nach dem Lechfeld zum Blitzschwaben, den sie zu Meitingen im Wirtshaus bei einem Mäßle weißen Gerstenbiers trafen.
Quelle: Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein. Band 1, Leipzig [um 1878/79], S. 142-143. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004479807
Wie der Spiegelschwab nach Meitingen kommt zum Blitzschwaben.
Als er nach Meitingen kam, auf dem Lechfeld, traf er seinen Freund, den Blitzschwaben, im Wirtshaus bei einem Mäßle weißen Biers sitzen. Der war auf, wie Bätz, und sang so eben das Liedlein:
Ich bin halt so:
Ich achte nit das Schmeichlen,
Und achte nit das Heuchlen,
Trutz allen falschen Zungen,
Denk ich an Goldschmids Jungen;
Ich bin halt so.
Ich bin halt so:
So lang ich leb auf Erden,
Werd ich nit anders werden,
So so so werd ich bleiben,
Aufs Grab mir lassen schreiben:
Ich bin halt so.
»Potz Blitz!« sagte der Blitzschwab, als er den Spiegelschwaben erblickte. »Bist’s oder bist’s nit? Ja, wägerle, du bist’s. Grüß dich Gott, Lump! Aber jetzt setz dich, Brüderle; wir trinken noch ein paar Mäßle zusammen, wenn’s langt. Dann brechen wir auf, heut noch nach Türkheim zum Kätherle und morgen ist Hochzeit.« Der Spiegelschwab sagte: »Also willst du wirklich Ernst machen mit dem Kätherle?« »Potz Blitz!« sagte der Blitzschwab, »lieber heut noch als morgen. Und ich sag dir’s und du darfst mir’s glauben: ’s Kätherle ist ein schön’s Mädle, ’s Kätherle ist ein bravs Mädle, ’s Kätherle ist ein Mädle, wie man keins mehr findet in der Welt.« Der Spiegelschwab sagte: »Es gibt nur zwei gute Weiber auf dieser Welt: die eine ist verloren, und die andere kann man nicht finden.« »Dass dich die Katzen kratzen!« sagte der Blitzschwab unwillig. »Jetzt sauf, und laß mich ung’heyt.«
Wen einmal der Gammel sticht,
Höret auf die Wahrheit nicht.
Quelle: Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein. Band 2, Leipzig [um 1878/79], S. 197-198. Permalink:http://www.zeno.org/nid/20004481542
Fußnoten
1 Ihrzen — *1. Er darf sie nicht ihrzen und nicht duzen. – Eiselein, 342.
*2. Er ihrzet niemand ausser sich und den Herrn Pfarrer. – Eiselein, 342.
*3. Ich weiss nicht, ob ich dich ihrzen oder duzen soll … Deutsches Sprichwörter-Lexikon
Quelle: https://rechtschreibung_de.de-academic.com/50586/ihrzen

