Dietenheim – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …
Inhalt
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Update: 18. August 2026
Allgemeines
➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften
Historische Lexikoneinträge
Dietenheim, 1) Standesherrschaft des Grafen von Fugger-Dietenheim, im Oberamte Wiblingen, württembergischer Donaukreis, hat 1 QM.; 2000 Ew.; 2) Hauptort, Marktflecken an der Iller; Garn- u. Fruchthandel; 1300 Ew.; in der Nähe das Dorf Brandenburg, 100 Ew., mit altem Schloß.
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858, S. 139. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20009786198
Karten
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Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL. ➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.Fotos & Abbildungen
➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Infos und Fotos auf Pinterest
➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)
Dietenheim auf Ansichtskarten um 1900
Ein Klick ins Bild zeigt die vergrößerte Darstellung und startet den Slideshow-Browser mit Titel und Jahr des Poststempels. Mit dem Pfeil in der rechten und linken Bildmitte können Sie vor- und zurückblättern. Die Karten wurden von mir digital „aufgehübscht“, farbkorrigiert und von Schmutz und Beschriftung befreit. Viel Spaß bei der Zeitreise!
Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes
➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Dietenheim auf ‚Zeno-Org‘ ➥ Suchfunktion nutzen für Dietenheim auf leo-bw.de (Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de
➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer
Teilgemeinden und Ortschaften
➥ Ortschaften und Wohnplätze von Dietenheim (aus Wikipedia)
Nachbargemeinden
➥ Angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)
Geschichte
Ortsbeschreibung von Merian: ➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_*Dietenheim
Frauenkloster Kloster Brandenburg
Im Ortsteil Dietenheim-Regglisweiler wurde 1925 von Franziskanerpater Rochus Schamoni das Kloster Brandenburg als Frauenkloster gründet mit Hilfe des Vereins „Erholungsheim Schloß Brandenburg“. Dieser Verein kaufte 1927 ohne Eigenkapital das Schloss Brandenburg in Brandenburg (Württemberg), in dem das Kloster entstehen sollte.
Im Laufe der Zeit wurde die Gemeinschaft umbenannt in Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat. Bereits 1933 wurde die erste Filiale in Heimenkirch gegründet. Trotz der Armut und den Problemen mit dem erstarkenden nationalsozialistischen Regime gründeten die Schwestern 1935 das Kinderheim St. Johann, zu der später die Sonderschule St. Christoph für geistig- und körperbehinderte Kinder in Zußdorf dazu kam.
1946 mit dem Ende des nationalsozialistischen Regimes wurde in Gutenzell eine Hilfsschule für die Flüchtlingskinder eröffnet, vier Jahre später St. Konrad in Haslach, heute ein Heim für geistig behinderte Erwachsene mit Werkstätten. Schon nach zehn Jahren wurde die Einrichtung von Gutenzell nach Heudorf am Bussen verlegt und um die Edith-Stein-Schule erweitert.
1994 wurde in Regglisweiler das Seniorenpflegeheim St. Maria eröffnet. 2002 kam es zur letzten großen Veränderung durch den Bau des Exerzitien– und Tagungshauses. Heute verfügt das Kloster über geringe historische Bausubstanz. Die ältesten Gebäude wurden 1960 erbaut.
Sagen, Mythen und Geschichten
In der Charfreitagsnacht von 11-12 Uhr
… sieht man bei Dietenheim (Illerthal) die Hexen im Gries. Sie graben hinterfür mit zurückgebogenem Oberleib Wurzeln. Um 12 Uhr muß man sich davon machen. (Dietenheim)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 326, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004568222
Templerburg versunken
Auf dem alten Berg bei Dietenheim im Illerthal stand ehemals eine Templerburg. Die Templer haben Räuberei auf der Iller getrieben, die einstens hart unten vorbeifloß. Da versank mal urplötzlich das Schloß mit Mann und Maus. Noch jezt soll ein Loch in den alten Berg hinunter gehen. Eine sog. »Pfaffenköchin«, wie das Volk den Geist heißt, geht auf dem Berge um, und Leute, die in die Nähe kommen, müssen sie bisweilen tragen.
[Auf dem sog. Anger zwischen Wiesensteig und Hohenstatt soll ein Templerkloster gestanden sein; in einer Nacht wurde das Kloster zerstört und Alles niedergemacht. In den Gewölben und auf dem Geröll soll es nicht geheuer sein. O.A. Beschr. S. 872. Templersagen in Wolfs Zeitschr. II. 413 ff.]
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 234, Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000456605X
Wie Doktor Faust wieder lebendig worden ist
Als Doktor Faust auf’s Sterbebett kam, citirte er noch geschwind seinen Knecht und gab ihm folgenden Auftrag: »Wenn ich gestorben bin, zerhaue mich in kleine Stücke, thue Alles zusammen in einen Schaff und presse gewaltig zu.« Er mußte auch noch die Läden und Fenster sorgfältig verschließen, auch nicht das kleinste Rißlein durfte offen bleiben. Der Ofen mußte drei Tage glühend geheizt werden, hinter ihn ward der Schaff gethan. Der Knecht durfte nach strengem Befehl seines Herrn vor drei Tagen gar nicht in’s Zimmer blicken. That’s so; am dritten Tag aber stach’s ihn doch in die Nase, konnte es nicht länger aushalten, guckte hinein und Doktor Fausts Kopf und Brust kam schon wieder ganz aus dem Schaff heraus und winkte ihm zu. Im Augenblick stieg der ganze Faust fertig und zusammengesetzt wieder hervor (Dietenheim im Illerthal)
[… Wenn man vom gescheidten Doktor spricht, heißt es: »Der ist über den Dr. Phrastes« (Ertingen). Auch auf der Burg Lauterstein bei Lautern (Blaubeuren) soll Theophrastus Paracelsus seine Künste getrieben haben…]
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 212-213, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004565657
Zu Regglisweiler bestellte mal ein Vater einen Buben
als St. Klosen verkleidet zu seinem kleinen Mädchen. Nach dem Betläuten klopfte man an und es wurde »Herein« gesagt. Der »Klosen« war aber nicht geheuer, er hatte Bocksfüße. Die Mutter sprang sogleich zum Weihwasserkesselein. Der Teufel fuhr in die Höhe und nahm des Mannes Kind mit hinauf; ließ es erst fallen, als die Mutter um Hilfe zum Himmel schrie und betete. Das Kind bekam das fallend Weh, lebte zum guten Glück nimmer lange. (Dietenheim-Regglisweiler)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 273-274, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566866
Brauchtum, Volksglaube, Wetter und Gestirne
An St. Blasitag …
… reitet man in der Gegend von Buchau in allen Ortschaften, wo St. Blasius-Kapellen sind, mit sämtlichen Pferden dreimal um die Kapelle herum und betet jedes Mal ein Vaterunser. Die Buben reiten mit ihren Vätern, die Väter führen die Pferde. Hat einer keine eigenen Buben, so reitet er selbst. Dieses ist das größte Vergnügen für die Knaben das ganze Jahr hindurch, weil sie reiten dürfen. Der Ritt geschieht, um Segen zu erflehen für das Vieh im Stalle.
Eine Redensart in dieser Gegend ist auch: »Bläsi schlägt mir ’s Kalb ab.«
Ein ähnlicher Ritt geschah im Illertal, besonders in Dietenheim, um die St. Nikolaus-Kapelle, wobei ebenfalls gebetet wurde.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 20. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004573854
In Hohenstatt und Egesheim, sowie im Illerthal, Dietenheim…
.. auch in Hüttlingen sagt man, wenn’s über’s Wasser geht: »der Håkenmann zieht dich hinein!«
Vgl. den Hakenmann bei Schambach und Müller, nieders. Sag. S. 65. Nr. 90.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 132. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004563379
Anmerkung: Der Hakenmann (auch Hackenmann oder im Dialekt Hoakama) ist eine verbreitete Schreckgestalt aus der süddeutschen und österreichischen Sagenwelt. Er dient traditionell als Kinderschreckfigur, um Kinder von gefährlichen Gewässern fernzuhalten. Merkmale: Er haust laut den Überlieferungen in tiefen Gewässern, wie etwa in Flüssen (besonders der Donau und dem Inn), Brunnen, Teichen oder Tümpeln. Er besitzt einen langen Eisenhaken, mit dem er unvorsichtige Kinder, die sich zu weit an den Rand des Wassers wagen, packt und in die Tiefe zieht.
Unzuchtstrafen älterer Zeiten in Rottenburg a.N.
In Rottenburg a.N. mussten noch am Schluss des 18. Jahrhunderts die Gefallenen drei Sonntage vor der Kirche hüben und drüben hinstehen; sie hatte stroherne Zöpfe und Kranz, er einen Strohmantel. Auf der Weitenburg ob Berstingen konnte man noch lange nachher solche Instrumente sehen. Strohkranz und Zopf sind in dem Waffensaal zu Sigmaringen zu finden.
In Dietenheim im Illertal mussten die Gefallenen vor versammelter Gemeinde sich beim Kreuzaltar aufstellen, nachher zum Pranger beim Rathaus hinstehen. Auch in Saulgau erhielten gefallene Mädchen einen Strohkranz, gefallene Jünglinge einen Strohdegen, womit sie sich vor der Kirchtüre zur Schau stellen mussten. In Rottweil, Rottenburg etc. scheint das »Schellenbergen« (schellwerken = geschlossen, in Ketten etc. arbeiten auf Straßen) sehr oft vorgekommen zu sein.
In den Ortschaften Neckar aufwärts von Rottenburg gab es einen Gemeindekarren, auf dem der Gefallene seine Metz öffentlich herumführen musste. Die ganze Jugend folgte dem Karren unter Kotwerfen, Pfeifen, Zischen. Ihm war eine Art Hörnlein vor den Mund gebunden, das bei jedem starken Atem einen Ton von sich gab; er konnte also nicht zu sehr eilen. Im Kotwerfen tat sich die ganze Schuljugend hervor.
Über derlei Unzuchtstrafen vgl. auch Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit Jahrgang 1854. Sp. 114. Jahrg. 1855. Sp. 175 ff. Jahrg. 1858. Sp. 56, wo ich diese Nummern auch mitteilte mit geringer Abweichung.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 216. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000457611X
Wenn ein Kind das Laufen nicht lernen will…
…so führe man es Freitags während des »Elfeläutens« in der Stube herum und lasse es laufen, so lernt’s es gewiss. (Illertal, Dietenheim)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 473. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004571150
Wenn es schneit,
sagt man in Dietenheim:
» Im Himmel füllt man die Betten und wirft die alten Federn heraus.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 311, Permalink: http://www.zeno.org/Literatur/M/Birlinger,+Anton/M%C3%A4rchen+und+Sagen/Sagen,+M%C3%A4rchen,+Volksaberglauben/3./311.+Vom+Schnee
Wenn Kinder an Christi Himmelfahrtstag in’s Wasser pissen,
so weint die Mutter Gottes. (Illertal, Dietenheim)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 493. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004572734
Wenn man rückwärts lauft,
… so sagt man in Mergentheim, man laufe »dem Teufel in’s Bett.« In Dietenheim lauft man dem Teufel »in die Arme.«
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 277, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567013

