Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Binswangen– Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Gebräuche der Region. Das „etwas andere“ Portal: Links, Landkarten, historische Ansichtskarten, Fotos, Ausflugsziele …

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    • Hochzeitssitte in Binswangen
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Update: 18. August 2026

Allgemeines

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➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Karten

➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Binswangen, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi

Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Bilder auf Pinterest

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Binswangen auf ‚Bildindex‘
➥ Abbildungen auf ‚Google-Art‘
➥ Binswangen auf ‚Zeno-Org‘

Geschichte

Ortsbeschreibung von Merian: ➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_Binswangen

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Webcams

➥ Webcams in Binswangen und Umgebung

Nachbargemeinden

➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilorte / Teilgemeinden

➥ Ortschaften und Wohnplätze von Binswangen (aus Wikipedia)

Sagen, Mythen und Geschichten

Heilige Hostien im Sumpf

Bei Binswangen, im sog. Ried, stand einst eine Kapelle, die schon längst nicht mehr da, an deren Platz aber jezt noch ein Kreuz steht. In der Pfarrkirche zu Binswangen hatten einst verbrecherische Räuber den Tabernakel erbrochen und das Ciborium gestohlen; die hl. Hostien haben sie in ein Altwasser der Donau (auf dem Ried) geschüttet. Des andern Morgens trieb der Kuhhirte aus, gerade in die Nähe des Altwassers; auf einmal fielen die Thiere alle nieder, und man sah ihnen gleichsam Ehrfurcht an. Bald entdeckte man das Hochwürdigste und eine Kapelle erhob sich da. – Die Scene ist an einer Tafel am Kreuze zu sehen. Der Hollunderbusch, der bei dem Altwasser wuchs, war auch in der Kapelle hinter dem Altar und gedieh außerordentlich; war gar nicht auszurotten. Ein altes Büchlein, das man selten mehr bekommt, habe die ganze Geschichte ausführlich enthalten.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 384, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004569210

Jüdin gebärt Ferkel (Schweine)

Ein Beispiel, wie im Mittelalter gegen Juden gehetzt wurde – und die Hetze über Jahrhunderte wirksam blieb.

Jüdin gebärt Ferkel Holzschnitt von Bernhard Jobin, 1575

Quelle: http://www.zeno.org/nid/20004097114

Hier ist die Transkription des frühneuhochdeutschen Textes in Frakturschrift:

So wunderlich lautet die Geschicht
Das wa ichs nicht wer wohl bericht
Würd‘ ich mich scheuen die zu schreiben,
Denn man möcht denken, dass wir’s treiben
Vielleicht den Juden nur zu Spott:
Aber es hat der wahre Gott
Vor Augen es so klar gestellt
Das daraus greif die ganze Welt
Wie Christus der Messias recht
Das verblendet Judisch Talmudgschlecht
Vor seiner andern Zukunft nun
Zur letzt will zu Spott bringen tun:
In vor der ganzen Welt nun weisen
Dass da sie seine Ehr nicht preisen
Was sie sind für Messias wert
Nämlich der Säu, der wüsten Herd
Weil sie ein irdisch Reich doch warten
Da sie in Wollust nur erzarten:
Weil sie den Höchstgsalbten entehren,
Mögen mit Sauschmär sie sich schmieren:
Dann die sind nicht wert Christi Geist
So sinnen Fleischlichkeit und Fleisch.
Derwegen wisst, sich hat begeben
Den nächst verschienen Christmonat eben
Vier Meilen von Augsburg zu Binzwangen
Einem Dorf, welches tut angelangen
Dem Hauptmã Ludwig Schärtlin eigen,
Da tat eine Jüdin sich erzeigen
Sehr schweres Leibs, und ging damit
Nach schwanger Weiber Monatsit,
Als nun die Zeit verloffen war,
Da kam sie nieder und gebar.
Was aber? Da hört liebe Leut
Was Juden Kinder deuten heut:
Zwei Säulein nämlich sie gebar
Für ihr zwei Söhnlein, das ist wahr:
Ja zwei natürlich Ferklein recht
Daran kein Menschlich Glied war schlecht,
Gar glatt von Haut, und gar nichts haarig,
Wie solches ward vielen offenbarig.
Das erst ist von Stund‘ an gestorben,
So bald es das Licht hat erworben,
Das ander hat gelebt ein Stund,
Darnach zum Sauhaufen es verschwand:
Darauf hat man dies Judenblütlein
Die Judenfärlin und Säusüdlin
In einem Garten bald vergraben,
Da sie dann ihre Ruh noch haben:
Auch ziehen täglich Leut dahin
Zu sehen die Säubetterin,
Und all Umständ recht zu erfahren,
Bei allen die dabei auch waren.

Und gewiss es ist eine Wunderg’schicht
Wenn man es in dem Grund besieht.
Dan wer erschrocken schon das Weib
So wär kein Sau doch der ganz Leib,
Vieleicht so wär ein Glied daran
Welchs Menschenart möcht zeigen an:
Zu dem so wär‘ es nicht ein Paar,
Auch mißgeboren mit Gefahr:
Aber da sieht man nichts dergleichen
Damit es sich lies‘ was verstreichen:
Drum ist’s zu halten für ein Wunder
Welches uns zur Warnung geschieht besonders:
Was nun dasselbige bedeut‘
Hab ich vor etwas angedeu’t:
Doch ist’s am besten Gott bekannt
Der nie umsonst kein Wunder sandt,
Der auch durch Ungläubige ermahnet
Dass man auf Gläubiger Straß‘ recht bahnet:
Dann uns der Juden stockverblenden
Soll zu dem wahren Licht mehr wenden,
Und denken, was dort Paulus spricht,
Das so Gott hat geschonet nicht
Seinem Volk, den natürlichen Zweigen,
Was er den Einsmpfling werd‘ zeigen,
Uns, die wir an ihrer Statt sind kommen
Und nicht tun was wir haben vernommen.
Derhalben sollen diese Zeichen
Christen und Juden zur Warnung reichen,
Vom säuischen Leben zu lassen
Und nach nüchterem uns zu maßen,
Dass wir wacker mit Nüchternheit
Erwarten Gottes Zukunft bereit.

Sitten und Gebräuche

Hochzeitssitte in Binswangen

Alle die, welche bei der Hochzeit in die Kirche gehen und geladene Gäste sind, werden gut gastiert im Hause des Hochzeiters. Kaffee spielt eine große Rolle. Braunenweiler.

In Binswangen (O.A. Riedlingen) geht’s nach der Morgensuppe, wobei Kutteln, »Geröschtes« etc. bräuchig, in die Kirche. Nach der Kirche geht die Musik dem Zuge halbwegs entgegen. Etwa 20 Schritte von dem Wirtshaus kommt eine Brauttänzerin zum Ehrentanz. Der Preis ist ein Nastuch, eine halbe Maß Wein, zwei bis drei halbe Maß den Musikanten. Das Hochzeitpaar steht den ganzen Tag zum Empfang der Gäste unter der Türe.
Um 10 Uhr Abends ist das Nachtessen, das da besteht aus Suppe, Bratwürsten und Braten. Beim Heimgehen wird von den Musikanten geblasen.
Auf dem Brautwagen hält Näherin und Schreiner oder Verwandte die Kunkel, die geziert ist. Die Pferde sind mit Bändern behangen.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 396-397. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004577663


³ Die historischen Texte habe ich zur besseren Lesbarkeit „sachte“ an die gültige Rechtschreibung angepasst, historisch überholte Begriffe jedoch belassen. Zahlreiche historischen Postkarten habe ich retuschiert, Flecken entfernt und einige farblich angepasst.

Literatur

➥ Hier findet ihr Literatur zu Binswangen
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Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

Für die Webseite, Texte und Abbildungen gilt das Copyright: © CC BY-NC-ND (Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung) edition Wolfgang Autenrieth, Krauchenwies, https://oberschwabenschau.info, 2024


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Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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