Schwäbische Schimpfworte
‚Übernamen‘ im alemannisch-schwäbischen Dialekt – a Auswahl mit schriftdeutscher Erklärung und Dialekt-Beischpielsätz.
Im schwäbischen Dialekt gibt es zahlreiche „freundliche“ Übernamen, Neckereien und Beleidigungen für geliebte und ungeliebte Mitmenschen. Falls ihr einem Nichtschwaben „helinge“ die Meinung geigen wollt – hier gibt es Munition und Nuancen, die nur noch wenige verstehen 😉
Ergänzungshinweise sind willkommen!

Stelen maulend – Die Plastiken hatte ich aus Holzscheiben mit Schülern im Kunst- und Technikunterricht für den Schulhof erstellt.
Mehr Schwäbisches
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— A —
A’Gschlagener
Bezeichnet jemanden, der gerissen, durchtrieben oder mit allen Wassern gewaschen ist – oft mit einem leicht bewundernden, aber auch vorsichtigen Unterton.
„Bass bloß uff, wenn du mit dem a G’schäft machsch, des isch an ganz A’Gschlagener!“
Aggerschnall
Ein sehr abfälliges Schimpfwort für eine Frau, einer lauten, ungehobelten Person.
„Die alt Aggerschnall hot heit Nacht wieder d‘ ganz Nochbrschaft zsammgeschrie.“
Armleichdr
Auch im Hochdeutschen bekannt, bezeichnet dies einen Dummkopf, Nervensäge oder einen unangenehmen Kerl, dem es an Weitsicht fehlt.
„Dass der Armleichdr mir d‘ Vorfahrt nehmen muass, war ja so klar.“
Arsch
Der klassische Kraftausdruck für einen gemeinen, rücksichtslosen oder schlichtweg unsympathischen Menschen.
„Dr‘ Chef hot heit wieder sei Laune – was für n‘ Arsch.“
Arschkipf
Ein „Kipf“ oder „Kipfe“ ist eigentlich ein längliches Brötchen. Als Schimpfwort beschreibt es einen sturen, blockierten oder einfach extrem unangenehmen Idioten.
„Der Arschkipf blockiert seit zeah Minuta die Eifahrt und fahrt einfach it fut.“
Ärschlesschlubfer
Die bildhafte schwäbische Bezeichnung für einen klassischen Speichelfecker, Kriecher oder Schleimer – also jemand, der anderen sprichwörtlich „hinten reinschlüpft“.
„Er hofft blos auf a Bförderung, der ewige Ärschlesschlubfr.“
— B —
Babbelgosch
Eine Person, die ununterbrochen redet, eine Schwatzbase oder Plaudertasche. „Babbeln“ steht für reden und die „Gosch“ ist das Maul/der Mund.
„Halt doch mol für fünf Minute dein Rand, du alte Babbelgosch!“
Bachel / Bachl / Bachele / Allmachtsbachel / Jesesbachl
Ein leichtmütiger, einfältiger, ungeschickter oder träger Mensch (Trottel/Dummkopf). ‚Des Bachele‘ ist die liebevolle Verharmlosung, meist für ein
Kind verwendet. Ein absolut unfähiger, tollpatschiger oder einfältiger Mensch. Das „Allmachts-“ verstärkt den „Bachel“ (Trottel) massiv.
Der Jesesbachel (Jenseitsbachl) ist dann schon jenseits von Gut und Böse und nicht mehr von dieser Welt – schlimmer geht es nicht mehr.
„Stell di it so a wie an Bachel, des isch doch ganz oifach.“
„Jetzt hot der Allmachtsbachel doch schon wiedr de Kaffee über d‘ Tastatur g’leert!“
Badenzer
Ein von Württembergern (Schwaben) oft spöttisch bis feindselig verwendeter Begriff für die Nachbarn aus Baden. Die Badener selbst hören das gar nicht gern und bevorzugen „Badener“. Wobei … Goethe nannte das Völkchen am Rhein „Badenzer“. Also, wenn der Sprachfürst das für richtig hielt …
„Kaum fährt man über de Schwarzwald nom, isch d‘ Stroß voller Badenzer.“
Bäffzger
Jemand, der ständig herumnörgelt, keift oder andere blöd anfährt. Abgeleitet vom „bäffzen“ (wie das giftige Kläffen eines kleinen Hundes).
„Eiser Nochbr isch an alder Bäffzger, dem ka ma’s nie reat mache.“
Bagasch (Bagage)
Aus dem Französischen entlehnt. Bezeichnet abwertend eine liederliche Sippschaft, eine berüchtigte Verwandtschaft oder eine Gruppe von Taugenichtsen.
„Die ganz Bagasch vo neabe’a hot gescht wieder bis tief in d‘ Nacht Krach g’macht.“
Bähbulla
Ein wehleidiger Mensch, eine Heulsuse oder jemand, der wegen jeder Kleinigkeit jammert. Ein Mensch ohne Saft und Kraft.
„Hob di it so, du Bähbulla, des war doch blos an kloiner Kratzer.“
Bähmull
Ähnlich wie die Bähbulla eine eher träge, langsame, nörgelige oder wehleidige Person (oft auch für schläfrige oder maulige Kinder genutzt).
„Mach ahne und sei koi so’a Bähmull, mir müssed fut!“
Balle
Ein einfältiger, leicht gläubiger Mensch oder ein Tollpatsch.
„Dem alte Balle kasch du im Mai no einrede, dasses morga schneit.“
Beggarandschwemmer (Beckenrandschwimmer)
Eine humorvolle, moderne Beleidigung für einen Feigling, Warmduscher oder Schattenparker. Also jemand, der kein Risiko eingeht.
„Zieh dei Jack a, du Beggarandschwemmer, es goht doch an Wind!“
Beisszang (Beißzange)
Eine zänkische, bösartige, meist ältere Frau, die gerne Streit sucht und giftige Bemerkungen macht (ein echter Besen).
„Die neu Vermietere hat sich als fiese Beisszang zoigt.“
Beasa (Besen)
Abwertende Bezeichnung für eine zänkische, unangenehme oder bösartige Frau (oft auch als „alter Besa“ genutzt).
„Mit dem alte Besa vo neaba a schwätz i nemme.“
Bix (Büchse)
Eigentlich eine Dose, als Schimpfwort steht es aber für ein freches, vorlautes Mädchen oder abwertend für eine Frau mit zweifelhaftem Ruf.
„Die kloi Bix hot mir frech ins Gesicht g’lacht, als ich se g’schumpfa hon.“
Blärhals
Ein Kind, das ständig heult und herumschreit
„Der Blärhals heinet scho seit zwoi Schtond g’walttädig rom.“
Bläse
Ein Trottel, Dummkopf oder ein einfältiger Mensch, der oft den richtigen Moment verpasst oder ungeschickt agiert.
„Mensch Bläse, gugg halt na, wo du nadabbsch!“
Bloadr (Blatter / Blase)
Ein Schimpfwort für eine dicke, träge oder unangenehme Frau. Wörtlich bedeutet es eigentlich (Haut-)Blase oder Kuhblase.
„Jetzt blockiert die dumm‘ Bloadr den ganze Gang mit ihrm Eikaufswage.“
Bloggoischd (Plagegeist)
Jemand, der anderen permanent auf die Nerven geht, sie belästigt oder nervt – meistens liebevoll-genervt für anstrengende Kinder genutzt.
„Gang mol num ins andre Zemmer, du kleiner Bloggoischd, i muaß etz ebbes schaffe.“
Blonza (Blunzen)
Eigentlich eine Blutwurst. Als Beleidigung meint es eine dicke, meist auch träge oder ungepflegte Frau.
„Di faul Blonza bewegt sich doch keinen Zentimeter z‘ viel.“
Bohle
Ein schwerfälliger, meist etwas stämmiger, grober oder unbeholfener Mensch.
„Der alt Bohle hot beim Umzug wieder d‘ Hälfte blumsa lau.“
Bohnaschdegga (Bohnenstange)
Ein sehr hagerer, hochgewachsener Mensch.
„Der isch g’wachse wie an Bohnaschdegga, an dem isch jo überhaupt nix dra.“
Bombaleger (Bombenleger)
Jemand mit einer wilden, ungepflegten, meist langen Strubbelfrisur oder Bartpracht. Manchmal auch für jemanden genutzt, der radikale oder chaotische Ideen einbringt.
„Gang mol wieder zum Friseur, du siehsch jo aus wie an Bombaleger!“
Brachdsbachl (Prachtbachel)
Die Steigerung des einfachen „Bachel“. Ein ganz besonders ausgeprägter, monumentaler Trottel oder Depp.
„Do hot der Brachdsbachl doch glatt vergessa, die Handbrems a’zumzieha!“
Bräglr (Brägler)
Jemand, der ständig leise vor sich hin jammert, nörgelt oder unzufrieden vor sich hin meckert (eng verwandt mit dem „Bruddler“).
„Eiser Nene wird im Alter echt zum Bräglr, an ellem mägled er rom.“
Brettlesbohrer
Eigentlich der historische Spottname für die Einwohner von Schömberg, im Alltag aber ein Begriff für jemanden, der sehr langsam, pedantisch oder sprichwörtlich „ein dickes Brett bohrt“ – also ein sturer Kleingeist.
„Mit dem Grifflschpitzer kasch ist diskutiere, des isch an echter Brettlesbohrer.“
Briazkiebl
Eine sehr alte, derbe Beleidigung für eine unordentliche, dicke oder charakterlich unangenehme Frau.
„Lass den alte Briazkiebl doch schwätze, was sie will.“
Bronzbix (Brunzbüchse)
Ein derbes Wort für ein kleines, oft quengeliges Kind (das häufig mal muss) oder abwertend für eine hinterhältige, lästige Frau.
„Die kloi Bronzbix hot schon wieder blos Ufug im Dez.“
Bronzbuschl (Brunzbuschen)
Ähnlich wie die Bronzbix, oft scherzhaft oder leicht abwertend für ein kleines Kind oder einen sehr unbedeutenden, schmächtigen Menschen verwendet.
„Komm her, du kloiner Bronzbuschl, und zieh deine Schuah a.“
Bruddlr (Bruddler)
Der absolute Ur-Schwabe. Jemand, der chronisch unzufrieden ist und ständig halblaut vor sich hin schimpft und murmelt. Wichtig: Bruddeln ist im Schwäbischen kein echtes Meckern, sondern eine Lebenseinstellung (Schwäbisches Lob: „Ned gschimpft isch globt gnuag“).
„Mei Ma isch dr gröscht Bruddlr unter dr Sonn, aber im Grund mointr‘ s it bees.“
Bscheisser, bschiss’ner Siach/Sack
Ein Betrüger
„Der bschissne Siach hot sei Rechnung it zahlt!“
Bullabeissr (Bullenbeißer)
Eigentlich eine ausgestorbene Hunderasse. Im Schwäbischen bezeichnet man so einen grimmigen, mürrischen oder aggressiv dreinschauenden Menschen, mit dem man sich besser nicht anlegt.
„Dr Moischtr in der Werkstatt isch vielleicht an Bullabeissr – dem stellsch besser koine Froga.“
Butzdeifl
Eine „Putzteufel“ bezeichnet eine Person, die Reinlichkeit im Haus auf die Spitze treibt.
„Der Butzdeifl schrubbt au no de Tisch vo unta her.“

A „Bohnestang“. Bild erstellt mit KI. Eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre Zufall und ist nicht beabsichtigt.
— D —
Dabsagg (Tapsack)
Ein sehr ungeschickter, schwerfälliger oder tölpelhafter Mensch, der sich bewegt wie ein „Sack“.
„Pass doch auf, du Dabsagg, jetzt bisch schon wieder übers Kabel gschtolpert!“
Däbb / Depp
Der klassische Dummkopf oder Trottel.
„Mach di it oglicklich und hör auf den Däbb, der hot doch koi Ahnung.“
Dappschädl (Dappschädel)
Eine Steigerung des Trottels – jemand, der begriffsstutzig ist oder sich extrem dämlich anstellt.
„Etzt hot der Dappschädl den Schlüssel scho wieder im Auto ein’gschperrt.“
Dachblatt (Dachplatte)
Eigentlich ein Ziegel. Als Schimpfwort beschreibt es jemanden, der „einen an der Klatsche“ oder sprichwörtlich einen Dachschaden hat.
„Bei dem piept’s wohl, der hot doch a Dachblatt locker!“
Dachlatt (Dachlatte)
Ähnlich wie die Bohnenstange ein Spottname für eine sehr große, dürre und hölzern wirkende Person.
„Dr Bua vom Nochbr isch jo a reade Dachlatt worre.“
Dagdieb (Tagdieb)
Ein Herumtreiber, Faulenzer oder Nichtsnutz, der sprichwörtlich dem Tag die Zeit stiehlt, ohne etwas Produktives zu tun.
„Aus dem Dagdieb wird im Leba koin Schaffer meh.“
Daggl (Dackel) / Saudaggl / Grasdaggl / Halbdaggl
Eines der bekanntesten schwäbischen Schimpfwörter. Ein schusseliger, leicht trotteliger, aber oft gar nicht bösartig gemeinter Mensch. Weitere Steigerungsformen sind ‚Saudaggl‚ und ‚Grasdaggl‘
„Fahr zua, du Daggl, die Ampel isch scho lang grün!“
Bei einem „Halbdaggl“ hat es nicht zum Daggl gereicht – d.h. er ist noch dümmer.
„Du Halbdackl bisch no blöder als a Stuck Gartezaun!“Der ‚Grasdackel‚ ist absolute Krönung der schwäbischen Dackel-Hierarchie. Ein besonders dämlicher, sturer oder schusseliger Mensch. Warum ausgerechnet auf dem Gras? Weil er noch dümmer ein Hund ist.
„Du grün-a’gschtrichener Grasdackel, gugg halt na, wo d’nafahrsch!“
Doigaff (Teigaffe)
Jemand, der dümmlich, gaffend oder mit offenem Mund in die Gegend starrt – wie ein Affe, der aus dem Teig guckt.
„Glotz it so blöd wie an Doigaff, sondern hilf mr lieber.“
Doldebigge
Ein sehr müder Mensch, dessen Kopf ständig zur Seite kippt. (Dolde=Blütenstand oder auch „Kopf“, Bigge von Bücken, neigen“
„Gugg, der Doldebigge schnarcht scho…“
Dutterer
Ein älterer Mensch, der zittrig ist, unverständlich vor sich hin murmelt oder sich sehr langsam bewegt (vom Verb „duttern“ für zittern/alt sein).
„Der alt‘ Dutterer an der Kass hot ewig braucht, um sein Kloigeld zsammzumsuache.“
Dergl / Dergele
Ein kleiner, oft etwas frecher, schmächtiger oder aufgeweckter Kerl (wird manchmal auch leicht abwertend für einen unbedeutenden Menschen genutzt).
„Was will denn des kloi Dergele jetzt vo mir?“
Dibbl (Dippel) / Dubbl / Oberdubbl
Eigentlich ein kleiner Hügel oder eine Beule. Als Schimpfwort meint es einen Dickkopf, einen eigensinnigen oder leicht beschränkten Menschen. Ein „Oberdubbl“ dagegen ist sehr beschränkt.
„Mit dem stuara Dibbl ka ma oinfach it diskutiere.“
Dollwegg (Dollweck)
Ein verrückter, exzentrischer oder völlig durchgeknallter Mensch („toll“ im Sinne von verrückt, „Weck“ ist das Brötchen).
„Der rennt bei dem Wetter im T-Shirt rom, des isch doch an echter Dollwegga.“
Dorfdroddl (Dorftrottel)
Der klassische Dorfnarr; jemand, über dessen Einfältigkeit und Tollpatschigkeit das ganze Dorf Bescheid weiß.
„Jeder woiß, dass ma dem Dorfdroddl koi Geheimnis sage derf.“
Dralle
Eine meist etwas rundliche, kräftige, aber oft auch resolute und handfeste Frau.
„Die Dralle vom Dorflade hoat mi heit bäffzig agraunzt.“
Drallewatsch
Eine tumbe Person, ein Schussel, Tölpel, ungeschickter Mann, der in jedes Fettnäpfchen tappt.
„Dei Dochter isch au so an Drallewatsch, die eckt überall a.“
Drambeldier (Trampeltier)
Eine Person, die sich extrem grobmotorisch, rücksichtslos oder lautstark bewegt und dabei ständig Dinge beschädigt.
„Lauf it wie a Drambeldier durchs Haus, d‘ Deck wacklet scho!“
Dreggler / Dregglr
Jemand, der unsauber arbeitet, herumsaut, Schmutz hinterlässt oder im übertragenen Sinne unfaire Tricks anwendet.
„Räum dei Gschirr weg, du Dreggler, d‘ ganz Werkstatt ka mr nimme agugga.“
Dreggsau (Drecksau)
Ein sehr grobes, verletzendes Schimpfwort für einen charakterlich absolut miesen, hinterhältigen oder extrem unhygienischen Menschen.
„Dass der mi beim Chef a’gschisse hot, zoigt blos, was der für a Dreggsau isch.“
Driabschbiddz
Eine richtige Spaßbremse, ein Griesgram oder eine extrem langweilige Person, die überall die Stimmung drückt.
„Lad die Driabschbiddz bloß it zum Fescht ei, der sitzt sonsch blos daub rom.“
Drialer (Triehler)
Ein extrem langsamer Mensch, ein Bummler oder jemand, der für die einfachsten Aufgaben eine Ewigkeit braucht (vom „triehlen“ = sabbern/langsam sein).
„Mach endlich vorwärts, du Drialer, mir verpassed sonsch no de Zug!“
Drohtamsel (Drahtamsel)
Eine abwertende Bezeichnung für eine magere, scharfzüngige, oft auch schrill schreiende oder zänkische Frau.
„Die alt Drohtamsel hot sich scho wieder über eiser Musik aufgreggt.“
Dubbeler (Doppler / Dübbeler / Dubbl)
Ein Trottel, Dummkopf oder Tollpatsch, der dieselben Fehler am besten gleich doppelt macht oder sich einfach besonders dusselig anstellt.
„Ma muass an echter Dubbeler sei, damit mr bei dera oifache Aleidung auf d‘ Schnauze fällt.“
— E —
Entaklemmer
Ein überaus geiziger „Gschäftleshuber“ und Geizkragen, der noch den letzten Vorteil für sich herauspresst. Der Ausdruck stammt der Überlieferung nach daher, dass der Verkäufer einer Ente kurz vor dem Verkauf diese so gedrückt hat, dass sie noch ein Ei gelegt hat.
„Bass blos auf. Der Entaklemmr zieht di über de Tisch.“
Erbsleszähler
Der „Erbsenzähler“, der alles übertrieben genau nimmt.
„Der Erbsezähler hot jeden Sack Mehl mit dr Briefwog nochg’woga.“
— F —
Fatzke
Einer, der anderen etwas vormacht, ein Selbstdarsteller.
„Guck blos den aufblosana Fatzke a!“
Feddz (Fetzer / Fetz)
Kann ein unruhiges, wildes Kind sein, im negativen Sinne aber auch ein hinterhältiger, unzuverlässiger Lump oder ein charakterlich schwieriger Mensch.
„Der alde Feddz hot mr schon wieder s’falsche Zuig geba.“
Fetzaberger (Fetzaberger)
Ein Lump, Betrüger, Schürzenjäger oder Taugenichts. Jemand, der es mit der Wahrheit und der Ehrlichkeit absolut nicht genau nimmt.
„Glaub‘ dem Fetzaberger koi Wort, der hot bisher no jeden a’gschmiert.“
Flädrawisch (Flederwisch)
Eigentlich ein Handbesen aus Gänsefedern. Als Schimpfwort meint es eine extrem quirlige, nervöse, unruhige oder flatterhafte Person, die keine Sekunde stillsitzen kann.
„Sitz etzt mol ruhig auf dein Stuhl na, du Flädrawisch!“
Fleggarädsch
Die klassische Dorfklatschbase. Eine Person (meist weiblich), die im ganzen Ort („Flecken“) herumrennt und überall den neuesten Klatsch und Tratsch verbreitet.
„Sag des bloß it dera Fleggarädsch, sonst woiß des morge d’ganz Gmoind.“
Fratz
Ein freches, ungezogenes, aber oft auch insgeheim liebenswertes Kind (ein Lausbub oder freches Mädchen).
„Der kloine Fratz hot mr schon wieder die Bräschtling aus’m Garte stibitzt.“
Funzl
Eigentlich ein schwaches, trübes Licht. Als Beleidigung beschreibt es eine langweilige, schläfrige, energielose oder dumme Frau. Steigerung: Tranfunzl.
„Mach mal deine Glotzbebbl auf, du träge Funzl, d‘ Ampel isch grün.“
Furzmichl / Furzklemmer
Ein eher mickriger, unbedeutender, oft auch feiger oder pedantischer Mann, den man schlichtweg nicht ernst nehmen kann.
„Vor dem Furzmichl hon i koi Angscht, der mauled blos, wenn’r weit genua weg isch.“
— G —
Gägsere / Giggsere
Eine Person, die ständig unruhig herumhibbelt, unsicher kichert, ununterbrochen belangloses Zeug schwätzt oder beim Reden keinen geraden Satz herausbringt. Auch für eine Frau, die meint, sie könne singen.
„Ka’sch mir mol erkläre, was die Gägsere do schwätzt?“
Giftnudl (Giftnudel)
Eine bösartige, zänkische oder extrem giftige Person (meistens für Frauen verwendet), die ständig schlechte Laune verbreitet und andere verbal attackiert.
„Die alt Giftnudl vo dr Buchhaltung hot mi heit scho wieder bled a’graunzt.“
Gischbl (Gischpel)
Ein extrem unruhiger, zappeliger oder hektischer Mensch, der durch seine nervöse Art alle um sich herum wahnsinnig macht.
„Sitz mol fünf Minute still, du Gischbl, mr kriagt jo vom Zuagugga scho Schädlweh.“
Gleiabeidl
Ein Mensch, der in seinem Geldbeutel nur Kleie (also Wertloses) hat, aber vorgibt, mehr zu besitzen.
„Verkauf dem Gleiabeidl blos nix – der ka sowieso it zahle.“
Glufamichl
Eine „Glufe“ ist eine Stecknadel oder Sicherheitsnadel. Ein Glufamichl ist ein extrem pedantischer, kleinlicher Mensch, ein Erbsenzähler oder auch ein ungeschickter Kerl, der sich an den einfachsten Dingen aufhängt.
„Eiser Nochbr isch so an Glufamichl, der misst nochm Rasemähe no de Rasen mit’m Zollstock.“
Goof
Ein ungezogenes, freches oder stures Kind (oft auch abwertend für Jugendliche genutzt, ähnlich wie „Göre“ oder „Fratz“).
„Der Goof vom Nochbr hot scho wieder Müll in ousern Garte g’schmisse.“
Goschere
Eine Person (meist eine Frau) mit einem sehr losen, frechen Mundwerk („Gosch“ = Mund/Maul). Jemand, der immer das letzte Wort haben muss und gerne lautstark Kontra gibt.
„Leg di it mit deara a, des isch a üble Goschere.“
Graddzbürschd
Eine abweisende, zänkische, leicht reizbare oder widerspenstige Frau, die einem die Haut abzieht.
„Heut isch se wieder a richtige Graddzbürschd, mit dera ka’sch it schwätze.“
Gscheidle
Eine Person, die alles besser weiß. Manchmal auch anerkennend gemeint, falls es wirklich zutrifft.
„Des Gscheidle gibt zu ellem sein Senf und moint, er wiss‘ elles besser!“

„Griffelspitzer“. Bild erstellt mit KI. Eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre Zufall und ist nicht beabsichtigt.
Habergoiß
Eigentlich ein Fabelwesen (Meckervogel), im Alltag eine dürre, meckernde, strewitsüchtige oder zänkische Frau.
„Lass di vo dera alde Habergoiß ir ärgre, die mault doch über jeden.“
Haderkatz
Eine zänkische, kratzbürstige Frau (von „Hadern“ = Streit).
„Dei Nochbere isch a reade Haderkatz, die sucht wega jedem Glumbatsch Streit.“
Haderlomp
Lump, Taugenichts, unzuverlässiger Mensch (historisch ein Lumpensammler).
„Der Haderlomp hot sich mei Geld g’liehe und zahlt’s oinfach it z’ruck.“
Heftlesmacher
Korinthenkacker, Haarspalter, jemand, der alles übertrieben genau nimmt (historisch: Handwerker, die penibel kleine Heftchen/Ösen bogen).
„Sei doch it so an Heftlesmacher, wegen zwoi Minute goht d‘ Welt it unter.“
Halbdaggl
Steigerung des einfachen „Daggls“ (Dackel) – ein ziemlicher Dummkopf oder Tollpatsch.
„Pass doch auf, du Halbdaggl, jetzt hosch des ganze Bier ausg’leert!“
Hamballe
Ein einfältiger, ungeschickter Mensch oder Hampelmann.
„Stell di it so a wie an Hamballe und pack amol reat mit a.“
Hannawaggl
Ein leicht beeinflussbarer, wackeliger Mensch ohne eigene Meinung, oft auch ein Tollpatsch.
„Der Hannawaggl schlupft’m Chef au bei jedem Soich ins Fidle.“
Hasafuass
Hasenfuß, Feigling.
„Komm scho, trau di auf d’Achterbahn, sei koin Hasafuass!“
Hasahirn
Dummkopf, jemand mit einem Gedächtnis oder Verstand wie ein Hase (Spatzengehirn).
„Des hon i dir doch geschtern scho g’sait, du Hasahirn.“
Heggabeerlesbronzer
Jemand, der an Heckenbeeren pinkelt – scherzhaft für einen armseligen Schlucker, Geizhals oder Winzer, der minderwertigen Wein (aus Heckenbeeren) herstellt.
„Der Heggabeerlesbronzer gibt in dr Wirtschaft kion Cent Trinkgeld.“
Heckabronzer
Heckenschiffer – jemand, der sich im Gebüsch erleichtert, im übertragenen Sinne ein Vagabund, Kneipenhocker oder unzuverlässiger Kerl.
„Gestern Nacht hend die b’soffene Heckabronzer wieder durch d‘ Gasse brohlad.“
Heckascheissr
Heckenscheißer – sehr ähnlich dem Heckabronzer, ein feiger Mensch, der sich im Gebüsch versteckt, oder ein armseliger Schlucker.
„Der feig Heckascheissr traut sich oinfach it, mir sei Meinung ins Gesicht zum sage.“
Hennafidele
‚Hühner-Hintern’– eine hyperaktive, rührige, oft etwas gackernde, aufgeregte und spindeldürre Frau.
„Unser Oma isch au mit achtzig no flink wie a Hennafidele.“
Hergloffene
Eine Frau ohne Herkunft und familiären Hintergrund, ohne Stand und Bildung.
„Loss bloß d’Finger von deara Hergloffana!“
Hirapiggr
‚Hirsepicker‘ – Geizhals, Pedant oder jemand, der sich mit belanglosem Kleinkram aufhält.
„Mit dem Hirapiggr ka mr it schwätza, der feilscht um jeden einzelne Cent.“
Hoaraff
„Haaraffe“ – ein eingebildeter Mensch, Geck oder jemand, der sich arrogant verhält.
„Guch dir den Hoaraff a, wie der mit seim neue Porsche a’geit.“
Hockere
Jemand, der nur herumsitzt, nicht in die Gänge kommt; eine träge Person (oft auch eine alte, hockende Frau).
„Gang mol an d‘ frische Luft und sitz it de ganze Dag als Hockere in der Bude rom.“
Höllriegl
Ein wilder, lauter, ungestümer Kerl oder ein lebhaftes Kind (Teufelskerl).
„Der kloi Höllriegl rennt scho wieder de ganz‘ Dag schreiend durch den Garten.“
Hornochs
Hornochse, großer Dummkopf (ein absoluter Klassiker).
„Jetz isch’r scho wieder in d‘ falsche Richtung abboga, der Hornochs!“
Hosascheissr
Hosenscheißer – kleiner Junge, unreifer Mensch oder ein Feigling.
„Wo i no so alt wie du war, du Hosascheissr, simmer no Kilometer weit in d‘ Schul g’loffa.“
Huatsimpl
Ein einfältiger, leichtgläubiger Mensch (jemand, der so dumm ist wie sein Hut).
„Der Huatsimpl glaubt au jeden Scheiß, den mr ihm im Internet verzählt. Der isch doch riegeldomm!“
Hudler
Ein unordentlicher, nachlässiger Mensch, oft auch jemand, der alles in hektischer Eile (Hudelei) erledigt.
„Räum endlich dei Zimmer auf, du bisch an saumäßiger Hudler!“
Hundsvotz
Ein sehr grobes Schimpfwort für einen hinterhältigen, gemeinen Menschen (historisch das schlimmste Schandwort im süddeutschen Raum).
„Wer so hinterm Rücken über seine Freind herzieht, isch an reada Hundsvotz.“
Hurgler
Jemand, der unruhig herumrollt, pfuscht oder unordentlich arbeitet; auch ein unruhiger Geist.
„Mach dei Arbeit mol ordentlich und sei it so an Hurgler!“
Hutz / Hutzaweible
Eine kleine, hutzelige, oft alte und schrumpelige Frau (von Hutzel = Dörrbirne).
„Die alt Hutz vom Dorfladen woiß oinfach immer als Erschde über jedes G’schwätz Bescheid.“
Huwackl
Ein ungeschickter, schwerfälliger oder träger Mensch (oft abgeleitet von einem ungelenken Heuwagen).
„Mach mol a weng schneller, du Huwackl, sonsch werre mr heit nimme fertig!“
— I —
i-Tüpfele-Scheißer
Erbsenzähler, Paragrafenreiter, extrem pedantischer Mensch (jemand, der sprichwörtlich auf den i-Punkt scheißt).
„Unser neuer Chef isch an echtr i-Tüpfele-Scheißer, der mäkeled sogar an dr Schriftart in de Notizen rom.“
— K —
Kachl
Eigentlich eine Kachel oder ein Nachttopf, im übertragenen Sinne ein Schimpfwort für eine alte, zänkische, herrschsüchtige oder unangenehme Frau. Das Schimpfwort leitet sich von einer laut scheppernden Tonschüssel ab und beschreibt eine unangenehme, polternde Person. Steigerung: „Soichkachl„- diese erzählt nur „Soich“=unwichtiges, schmutziges Zeug (von saichen=pinkeln).
„Mit dera alde Kachl vo nebeaa leg‘ i mi sicher net a.“
Karramensch
Karrenmensch – abwertend für eine liederliche, herumspazierende oder moralisch flexible Frau (historisch oft Frauen, die den Karren zogen oder begleiteten).
„Lauf it so aufbretzlad durchs Dorf, sonssch moined die Leut‘ du seisch a Karramensch.“
Kaschber
Kasper, Narr, jemand, der sich albern verhält oder Ernsthaftigkeit vermissen lässt.
„Hör auf, de Kaschber zum spiele, und nimm des amol bitte ernscht.“
Knaub
Ein ungeschickter Handwerker, Pfuscher oder jemand, der grob und ungenau arbeitet.
„Welcher Knaub hot denn die Fliese so schebbs vrlegt?“
Kraddzbürschd
Kratzbürste – eine widerspenstige, zänkische oder leicht reizbare Person (meistens weiblich).
„Z’Morga, vor’m erschta Kaffee, isch se a reade Kraddzbürschd.“
Krakeeler
Krakeeler, Schreihals, jemand, der lautstark schimpft oder Streit sucht.
„Die Krakeeler vor dr Boiz do driba hend mir d‘ halb Nacht lang de Schlof g’stohla.“
Krautkrampa
Ein ungeschickter, grober Mensch, oft auch eine ungepflegte oder mürrische Frau (Krampe = Haken/Kralle).
„Stell di it so a wie an Krautkrampa und lass die sell fieselige Arbeit lieber mi mache.“
Kreizkribbl
Eigentlich ein körperlich beeinträchtigter Mensch, wird im Schwäbischen jedoch als Schimpfwort für einen hinterhältigen, bösartigen oder nervigen Kerl genutzt.
„Der alde Kreizkribbl hot mi a’gschwärzt, i dät mei Kehrwoch‘ it reat mache.“
Krumbohrts Arschloch
Ein sehr derbes, zutiefst beleidigendes Schimpfwort für einen durch und durch schlechten, missgünstigen Menschen.
„Wer oim des bissle Ferien dermaße neidet, ist oifach a krumbohrts Arschloch.“
— L —
Lackl
Ein großer, grober, meist ungezogener oder ungeschickter Kerl (Flegel).
„Da stoht der Lackl mitte im Weg und bewegt sich koin Millimeter.“
Lahmarsch
Ein extrem langsamer, träger Mensch (auch hochdeutsch sehr gebräuchlich).
„Mach mol schneller, du Lahmarsch, dr Bus goht uns sonsch naus!“
Lällabäbbl
Ein Schwätzer, Trottel oder ein weichlicher Mensch, der ohne Verstand daherredet (von „lällen“ = die Zunge heraustrecken/lallen und „Bäbbl“ = Speichel).
„Glaub dem Lällabäbbl koi Wort, der schwätzt de ganz Dag bloß Blech, der Allmachtsbachl.“
Lalle
Ein einfältiger Mensch, der geistig nicht ganz auf der Höhe wirkt oder unverständlich daherredet.
„Der Lalle hot vor lauter Glotze d’Gosch nimme zuagriagt.“
Laatsch
Ein träger, antriebsloser oder schlaksiger Mensch, der schlurfend geht oder die Dinge schleifen lässt.
„Sitz it so luschtlos do wie an Laatsch, mir mend los!“
Latschere
Eine nachlässige, ungepflegte oder langsam daherschlurffende Frau.
„Die alt Latschere hot schon wieder ihr Kehrwoch it g’macht.“
Lausbua
Lausbube, Schelm, ein frecher, aber meist sympathischer Junge, der Streiche spielt.
„Der kloi Lausbua hot’em Nochbr elle Kirsche vom Baum klaut.“
Lausgrodd
Ein freches, vorlautes Kind oder ein kleiner, listiger Mensch.
„Wart bloß, du freche Lausgrodd! Wenn i di verwisch!“
Lohle
Ein tölpelhafter, einfältiger oder schläfriger Mensch, der oft den richtigen Moment verpasst.
„Der Lohle hot des Tor it troffe, drbei isch er ganz alloi davor gschtande.“
Lompadier
Ein hinterhältiger, bösartiger oder durchtriebener Mensch.
„Des Lompadier hat lauter Lüge über mi verzählt, bloß um de oigne Hals z’retta.“
Lompamensch
Eine liederliche, unzuverlässige oder gemeine Frau.
„Dass des Lombamensch oifach abg’haue isch und den mit de Schulde alloi g’lasse hot, war bees.“
Lompasagg
Ein Schuft, Betrüger oder unzuverlässiger Kerl.
„Der Lombasagg schuldet mir no fuffzig Euro.“
Lompaseggl
Der absolute Hit unter den schwäbischen Schimpfwörtern. Eigentlich ein Lump, Schurke oder Halunke, wird aber je nach Tonfall extrem beleidigend oder auch fast schon anerkennend/kumpelhaft verwendet.
„Du bisch mir vielleicht an Lombaseggl, hosch du hehlinga des letschte Stück Kucha stibitzt?“
Lore / Dschobelore
Als Lore bezeichnet man meistens eine ungeschickte, schusselige, langsame oder sehr tollpatschige Person. Es kann auch gemeint sein, dass die Person sehr laut, forsch oder derb auftritt. Eine Lore bezeichnet auch einen wackligen Karren.
„Du bisch mer aber au a rechte Lore!“
Eine ‚Dschobalore‘ ist eine ungepflegte , tollpatschige Person, die mit einem Kittel („Tschobe“) bekleidet ist. „Du Dschobelore!“ meint: „Mensch, stell dich doch nicht so ungeschickt an!“
Luader
Luder – ein durchtriebenes, gerissenes Wesen. Kann abwertend für eine unzuverlässige Person oder bewundernd für jemanden stehen, der verdammt clever ist („schlaues Luader“).
„Des kloine Luader woiß ganz gnau, wie se de Nene um de Finger wicklt.“
Luagabeidl
Ein notorischer Lügner oder Flunkerer.
„Glaub‘ dem koi Wort, der isch als Lugabeidl im ganze Flecken verschria.“
— M —
Marktschell
Von „ausschellen=bekannt geben“ bezeichnet eine Frau, die jede Neuigkeit und jedes Geheimnis in aller Öffentlichkeit herausschreit.
„Deara Marktschell derfsch nix verzeahla – sonscht woiß des morga dr‘ ganze Ort.“
Maulaff
Jemand, der gaffend, mit offenem Mund und meist tatenlos herumsteht (Maulaffen feilhalten).
„Stand it rum und halt Maulaff feil, hilf mr lieber beim Trage!“
Meddz
Eigentlich eine Metze; abwertend für eine liederliche, herrschsüchtige oder unangenehme Frau.
„Die alte Meddz hot sich schon wieder über unsere Mülltonn b’schwert.“
Mensch
Klingt harmlos, wird im Schwäbischen mit bestimmtem Artikel („des Mensch“) aber abwertend für eine liederliche Frau, ein Flittchen oder ein bösartiges Mädchen verwendet.
„Mit dem Mensch mag i nichts z’tua hon, die bringt bloß Uruh‘ ins Haus.“
Moschdkobf
Ein Dickkopf, Sturkopf oder auch ein einfältiger Mensch, der gerne zu viel Most trinkt.
„Dem Moschdkobf brauchsch du it mit Argumente komme, der kapiert’s eh it.“
Muggamelgr
Ein extrem kleinlicher Mensch, Erbsenzähler oder Geizhals, der versucht, das Unmöglichste noch herauszupressen.
„Unser Buchhalter isch so an Muggamelgr, der zählt jeden Cent dreimal noch.“
Muhhackl
Ein mürrischer, grober, wortkarger oder unfreundlicher Mann (Griesgram).
„Der alt Muhhackl geit koi Antwort, wenn ma den im Schtiegehaus grüßt.“
— N —
Nieslbriem
Ein langweiliger, weichlicher, antriebsloser Mensch oder eine Schlaftablette.
„Komm in d’Gäng, du Nieslbriem, wir welled heut noch a End finda!“
— O —
Ochs
Ochse – ein großer Dummkopf oder jemand, der sich extrem ungeschickt anstellt.
„Du Ochs hosch die Loiter an’n morsche Ascht g’loint!“
Ohziefer (oder „Ziefer“)
Ungeziefer – wird metaphorisch für lästige und hinterhältige Menschen verwendet.
„Des verlogene Ziefer hot sich eig’schleimt und s’Erbe kassiert.“
Oimr
Eimer – abwertend für einen Trottel, Versager oder jemanden, der nichts auf die Reihe kriegt („du hohler Eimer“).
„Dass du des versemmelt hosch, zoigt doch, was für’n Oimr du bisch.“
— P —
Pfennichfuxsr
Pfennigfuchser, Geizhals, extrem sparsamer Mensch.
„Dr Pfennichfuxsr dreht jeden Cent zwoimal um, bevor er den ausgibt.“
Anekdote am Rande: Wer hat den Kupferdraht erfunden? Natürlich ein Schwabe. Der hatte den Cent nicht nur zwei Mal umgedreht – aber das Ergebnis danach weltweit vermarktet.
Pflauntscha
Eine träge, langsame, oft auch etwas rundliche oder ungepflegte Frau, die nicht aus den Puschen kommt.
„Reg di a Weng, du alde Pflauntscha!“
Pflotsch
Ein ungeschickter, tölpelhafter Mensch oder ein Tollpatsch (oft im Sinne von „weich“ oder „charakterlos“=“pflotschig“).
„Der Pflotsch isch iber seine oigene Füß‘ g’hagled und in d’Kandel gfloga.“ (Kandel= Abwasserrinne am Randstein der Straße)
Plärrer
Ein Schreihals, jemand, der ständig lautstark jammert, weint (plärrt) oder laut redet.
„Bring mol den kloine Plärrer zur Ruh‘, des G’schroi hältsch doch im Dez it aus.“
— R —
Rabblkaschbr
„Rappelkasper“ – ein hyperaktives, zappeliges Kind oder ein nervöser, unruhiger Erwachsener.
„Hock die jetzt amol für fünf Minuten ruhig na, du Rabblkaschbr!“
Raffl
Eigentlich eine große Harke, im übertragenen Sinne ein loses, lautes Mundwerk oder eine klatschgierige Frau.
„Halt doch dei Raffl, des goht di an Scheißdreck a!“
Rälle
Eigentlich ein Kater (Rall/Rolle), im Schwäbischen ein lüsterner, wilder oder ungehobelter Kerl, der gerne auf Achse ist.
„Der Rälle schleicht scho wieder jedem Rock hinterher!“
Ragall
Aus dem Französischen (*racaille* = Lumpenpack) entlehnt: Eine gemeine, hinterhältige, oft liederliche oder zänkische Person (meist weiblich).
„Die Ragall hot die ganz Nachbarschaft auf’gschtachled.“
Ragutscher
Ein schlechter, unvorsichtiger Autofahrer oder jemand, der rücksichtslos mit Fahrzeugen umgeht (von „Kutscher“ und „Radau/herumgurken“).
„Bass gefälligscht auf, du Ragutscher, fascht hättsch den Radfahrer umg’mäht!“
Rambass
Ein grober, ungezogener Flegel, ein Raufbold oder ein rücksichtsloser Mensch.
„Der Rambass hot sich oinfach an der Schlang vorbeidränglet und d’Leute weggeschubst.“
Randschdoibrunzer
Ein armseliger Schlucker, ein kleiner Ganove, Penner oder ein Mensch ohne Manieren. (brunzen=öffentlich urinieren)
„Wega dem Randschdoibronzer mach i mir sicher it ins Hemd.“
Randschdoischloddzr
Ähnlich dem Randschdoibrunzer ein herablassender Begriff für Obdachlose, Trinker oder Menschen vom untersten gesellschaftlichen Rand.
„Die Randschdoischloddzr hocked all Dag mit dr Bierflasch‘ am Bahnhof.“
Rappler
Jemand, der „einen Rappel“ hat – ein Verrückter, wunderlicher Kauz oder ein Choleriker, der schnell ausrastet.
„Nimm’s it persönlich, der Chef isch (oder hat) heut an Rappler.“
Rätsche
Eigentlich das hölzerne Lärminstrument, im Alltag eine geschwätzige Person (Klatschtante), die Geheimnisse sofort weitererzählt.
„Verzähl dera Rätsche bloß nix Vertraulichs, fünf Minuten später woiß des jeder im Dorf.“
Ratschere
Steigerung der Rätsche; eine Frau, die ununterbrochen redet und Tratsch verbreitet.
„Die alt Ratschere stoht scho wieder am Gartenzaun mit ihre Kumpaninne z’samme.“
Reff
Eigentlich ein hölzernes Tragegestell, im Schimpfwortgebrauch eine hagere, meist bösartige oder zänkische alte Frau (oft „altes Reff“).
„Des alte Reff vo der Poststell‘ hot mi schon wieder giftig abkanzlet.“
Rendvieh
Rindvieh – ein absoluter Dummkopf oder ungeschickter Mensch (auch hochdeutsch etabliert).
„Du Rendvieh hasch vergesse, de Wasserhahn abz’drehe!“
Riabadibbl
„Rüben-Tölpel“ – ein einfältiger, grober Mensch vom Land, Hinterwäldler oder Dummkopf.
„Der Riabadibbl verstoht oifach it, wie ma die Kaffeemaschin‘ bedient.“
Riebeleskopf
„Riebele“ sind kleine Teigwaren; der Begriff beschreibt einen Dickkopf, Starrkopf oder ein eigensinniges Kind.
„Unser Kloiner isch ein rechter Riebeleskopf, der will partout sei Jack‘ it a’ziehe.“
Romkrakeeler
Jemand, der lautstark in der Gegend herumschreit oder ständig lauten Streit anzettelt (von „herumkrakeelen“).
„Wenn der Romkrakeeler do dussa it bald a Ruah geit, ruaf i de Schtadtscheriff!“
Rotzaff
Ein frecher, vorlauter, meist jüngerer Mensch, der sich respektlos verhält.
„Lach‘ it so bleed, du Rotzaff, zoig mol Reschpekt!“
Rotzleffel
Rotzlöffel – ein ungezogenes, freches Kind oder ein unreifer, arroganter junger Mann.
„Der Rotzleffel hot de Ball absichtlich über de Zaun donnred.“
Rotznas
Rotznase – ein kleines, oft vorlautes Kind oder jemand, der sich im Vergleich zu den Älteren zu viel herausnimmt.
„Do kommt doch die jung Rotznas frisch vo der Uni und will mir mein Job erkläre!“

„Romkrakeeler“. Bild erstellt mit KI. Eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre Zufall und ist nicht beabsichtigt.
— S —
Sau
Sau – universelles Schimpfwort für einen dreckigen, gemeinen oder rücksichtslosen Menschen (oft auch verstärkend vorangestellt). Varianten: Bollasau, Drecksau, daube Sau
„Dia Sau hot mir jetzt oinfach d’Vorfahrt g’nomme!“
Saublodr
„Saublase“ (historisch die getrocknete Schweinsblase) – eine unangenehme, zänkische oder schrille Frau; seltener auch für ein freches Kind genutzt.
„Die alt Saublodr regt sich scho wieder über die Kind im Hof uf.“
Sauhond
„Sauhund“ – ein durchtriebener, gerissener Kerl. Kann tief beleidigend gemeint sein, wird aber extrem oft voller Anerkennung für ein cleveres Schlitzohr verwendet („a verreckter Sauhond“).
„Der Sauhond hot beim Benockle scho wieder elle a’zoga.“
Schabbfasoichr
„Schapfen-Pinkler“ (ein Schapfen ist ein hölzernes Gefäß oder Schöpfbecher) – ein Geizhals, ein armseliger Schlucker oder jemand, der aus Kleinlichkeit unhygienische/unmögliche Dinge tut.
„Der Schabbfasoichr spart sich s’Geld für d’Toilette.“
Schabrack
Schabracke – abwertend für eine alte, verlebte oder bösartige Frau.
„Lass di vo deara alte Schabrack‘ it so blöd vo dr Seite a’maula.“
Schachtl
Eine (meist „alte“) Schachtel ist eine meckernde, giftige Frau.
„Dia alt Schachtl schwätzt bloß Mischt über elle.“
Schäraschleifr / Schearaschleifr
Scherenschleifer – historisch ein fahrender Handwerker mit schlechtem Ruf. Heute ein Begriff für einen unzuverlässigen, liederlichen Menschen, einen Vagabunden oder einen Halunken.
„Der Schearaschleifr hot mir versprochen, dass er mir beim Umzug hilft, und jetzt verlangt er 100 €.“
Schdaffelruddschr
„Staffelrutscher“ (eine Staffel ist im Schwäbischen eine Treppe in Stuttgart nennt man sie ‚Stäffele‘) – jemand, der seine Zeit unproduktiv auf den Treppenstufen sitzend verbringt; ein Faulenzer oder Herumtreiber.
„Komm, gang endlich ge‘ schaffe, du Schdaffelruddschr, und hock it de ganze Dag so faul rum!“
Schdinkschdiefl
Stinkstiefel – ein dauernd schlecht gelaunter, mürrischer oder streitsüchtiger Mensch.
„Unser Nochbr isch an Schdinkschdiefl, dem ka ma s’it recht mache.“
Schdoffl
Stoffel – ein unhöflicher, wortkarger, plumper oder ungezogener Mensch ohne Manieren.
„Sag wenigschtens ‚Grüß‘ Gott‘, du Schdoffl!“
Schell
Eigentlich eine Glocke, im übertragenen Sinne eine sehr laute, schrille, zänkische oder dümmliche Frau.
„Die schwatzhaft Schell hört sich am liebschte selber schwätza.“
Schendmähr
Eigentlich ein altes, geschundenes und klappriges Pferd; im Schwäbischen eine bösartige, gehässige oder liederliche Frau.
„Was die alt Schendmähr wieder für Lumbazuig über uns verzählt, goht auf koi Kuhhaut.“
Schereschleifer
Einer, der es faustdick hinter den Ohren hat, der durch die Lande zieht, sich herumtreibt und die Menschen hinterlistig „bescheißt“. Weil Scherenschleifer keinen festen Wohnsitz hatten, wurden sie misstrauisch beäugt.
„Bass blos auf, der isch an g’hörige Schereschleifer!“
Scheurabutzlr
Scheunenputzer – ein armseliger Tagelöhner, Landstreicher, Tagdieb oder ein ungeschickter Mensch, der nur für die grobsten Arbeiten taugt.
„Für den Job brauche mir koin Experta, des kriegt au an Scheurabutzlr na.“
Schlabbergosch
Jemand mit einem sehr losen Mundwerk; eine geschwätzige Person, die Geheimnisse nicht für sich behalten kann oder ununterbrochen redet.
„Halt dei Schlabbergosch, du brauchsch it elle elles soichwarm verzähle.“
Schlabbsagg
Schlappsack – ein energieloser, fauler, antriebsloser oder weichlicher Mensch.
„Raff di endlich auf und beweg‘ di mol, du Schlabbsagg!“
Schlangafangr
Ein hinterlistiger Mensch, der viel verspricht, jedoch nichts hält; ein Windhund, Trickser oder Herumtreiber.
„Glaub‘ dem Schlangafangr koi Wort, der suacht blos ebber, den er b’scheißa ka.“
Schlawagg / Schlawiner
Abgeleitet von „Slowake“ (historisch waren das oft wandernde Rastelbinder/Handwerker): Ein gerissener Kerl, Schlingel oder unzuverlässiger Lump.
„Der Schlawagg hot sich wieder klammheimlich verdruggd.“
Schlenker
Ein unruhiger Mensch, der ständig hin und her pendelt, oder jemand, der unzuverlässig Termine schleifen lässt.
„Verlass di it auf den Schlenker, der kommt bestimmt wieder z’spät.“
Schleuder
Eine Schleuder wirft (verbal) mit Dreck und Unrat um sich.
„Mach‘ dir aus dem G’schwätz vo deara Schleudr nix. Die ka‘ it andersch.“
Schlorpe
Eigentlich ein alter, ausgetretener Hausschuh; im übertragenen Sinne eine nachlässige, träge oder ungepflegte Person.
„Zieh dir was G’scheits a und lauf it wie an Schlorpe rum.“
Schludri / Schluri
Ein unzuverlässiger, unordentlicher, nachlässiger, schlampiger Mensch, der seine Angelegenheiten nicht im Griff hat.
„In der Küch sieht’s aus wie Sau, du bisch vielleicht a(n) Schludri.“
Schmaukeler
Jemand, der heimlich, leise oder hinterhältig agiert; ein Heuchler, Schleicher oder heimlicher Genießer (oft mit Tabakrauch/Schmauch assoziiert).
„Der Schmaukeler duat immer ganz o’schuldig, hot’s aber faustdick hinter de Ohre.“
Schnalla
Schnalle – abwertend für eine liederliche Frau, eine Prostituierte oder eine sehr unangenehme, laute Frau.
„Er isch schon wieder mit deara bleda Schnalla unterwegs.“
Schofhamml
Schafhammel – ein großer Dummkopf, einfältiger Mensch oder jemand, der brav und dumm der Masse hinterherläuft.
„Jetzt bass doch auf, du Schofhamml, du stohssch mir voll auf’m Haxa!“
Seegoggl
„Seekuckuck / Seehahn“ (ursprünglich ein Fisch, der seltsam glotzt) – jemand, der dümmlich, begriffsstutzig oder mit großen Augen in die Welt starrt.
„Guck it so blöd wie an Seegoggl, des isch doch logisch!“
Seggl / Schofseggl / Granadaseggl / Allmachtsseggl
Neben dem *Lombaseggl* das wohl wichtigste schwäbische Universal-Schimpfwort. Eigentlich die Bezeichnung für den Hodensack, im Alltag ein Trottel, Idiot oder Depp. (Steigerung wie angegeben) Während ein „Seggl“ noch durchaus freundlich gemeint sein kann, steigert sich der Beleidigungsgrad wie angegeben.
„Du Seggl hosch vergesse, s‘ Licht ausz’mache, jetzt isch d‘ Batterie leer.“
Der Granadaseggl (Granatenseckel) ist massive Steigerung des Ur-Schwäbischen „Seggl“. Ein absolut unerträglicher, monumentaler Idiot oder Mistkerl. Das Wort hat ordentlich Wucht, wird unter Freunden aber manchmal auch fast bewundernd für einen gerissenen Hund genutzt.
„Der Granadaseggl hot mr oifach de letschde Parkplatz vor dr Nas wegg’schnappt!“
Sembl
Simpel – ein einfältiger, törichter, naiver oder leichtgläubiger Mensch.
„Der Sembl glaubt ernschthaft, er häb de Hauptpreis g’wonne.“
Siach / Lumpasiach
Ein Siach ist ein zäher, gerissener, manchmal auch unangenehmer Kerl. Oft mit Bewunderung genutzt („a verreckter Siach“ = ein Teufelskerl).
„Der Siach lauft de Marathon in weniger als drei Stund, Reschbeckt!“
Ein „Lumpasiach“ ist dagegen ein böser, gerissener Betrüger.
Simbach
Ein langsamer, träger, einfältiger oder schläfriger Mensch (oft im Sinne von „Simpel“).
„Komm in d‘ Gäng, du Simbach, mir dürfed it trödle.“
Simmsadrimmler
„Simsen-Trampeler“ (Simsen sind Schilf-/Binsengewächse) – ein ungeschickter, tollpatschiger Mensch, der wie ein Trampeltier durch die Gegend läuft und Dinge beschädigt – oder am Fenstersims vor sich hindöst.
„Du Simmsadrimmler hast mir gerade mitten ins Blumenbeet getreten!“
Soicher(le)
Pinkler / Seicher – abwertend für einen Feigling, einen schwachen Menschen oder ein kleines, freches, ungezogenes Kind.
„Der kloi Soicher traut sich it, abends alloi fort z’gange.“
Spinatwachtl
Eine Spinatwachtel eine alte, magere und meist griesgrämige oder zänkische Frau. Der Begriff beschreibt eine blasse, hagere Person mit schrumpeliger Haut.
„Dia Spinatwachtel hot sich mit dera Schnall z’amm g’setzt und no hend se z‘ zwoit bis feife a’gläschtert.“
Spitz
Ein gerissener, listiger Mensch, ein Schlitzohr oder Spitzbube.
„Gugg noch deim Portemonnaie, der Spitz dort spechtet scho.“
Spitzkopf
Sturkopf, Eigensinniger oder jemand, der unterwürfig und schmeichlerisch ist – und dessen Kopf gut ins Hinterteil passt.
„Mit dem Spitzkopf brauchsch it z’diskutiere, der bleibt stur bei dr Meinung vom Chef.“
Striize
Strizzi / Stritzi (aus dem Österreichisch-Bayerischen ins Schwäbische übernommen) – ein kleiner Gauner, Zuhälter, Herumtreiber oder pfiffiger Lausbube.
„Aus dem kloine Strize wird später sicher an Geschäftsma.“
Subbadrialer
Ein ungeschickter, ungebildeter (meist junger) Mensch, dem man nichts zutraut. (Ihm läuft beim Essen sogar die Suppe am Kinn herab.)
„Der Subbadrialer schafft des doch eh‘ it.“
Subbakaschbr
Suppenkasper – jemand, der am Essen herummäkelt (nach dem Struwwelpeter) oder sich generell wegen Kleinigkeiten anstellt wie ein Kind.
„Du hampelsch rum wie an Subbakaschbr!“
— T —
Täteler
Ein langsamer Mensch, der für alles ewig braucht, umständlich arbeitet oder mit kleinen Dingen Zeit verschwendet (von „täteln“ = herumdrucksen, trödeln, er täte – könnte – sollte). Einer, der im Konjunktiv verharrt und keine Arbeit schafft.
„Du Täteler sottsch mol selber zoige wie’s goht und it blos schwätze, wie mr des schaffe sott.“
Trampl
Trampeltier – eine ungeschickte, ungelenke Person (oft für Frauen verwendet), die laut auftritt oder sich im Alltag tollpatschig verhält.
„Pass bloß auf, wo d’nalaufsch, du Trampl – du hasch die ganze Pflanze v’rdappt!“
Tranfonzl
Eine extrem langsame, schläfrige oder antriebslose Person; eine echte Schlaftablette (eine „Funzel“ ist eine schwach brennende Lampe, Tran war früher Brennstoff aus Walfett).
„Die Tranfonzl an der Kasse schloft fascht ei, die Schlange goht scho bis ans Ende vom Lade.“
Trialer
Jemand, der trödelt, extrem langsam arbeitet oder die Dinge verschleppt; auch jemand, dem beim Reden oder Essen sprichwörtlich der Speichel herunterläuft („trialen“).
„Jetzt komm endlich in d’Gänge, du Trialer, dr Zug wartet it.“
Tschole
Ein einfältiger, tölpelhafter Mensch, ein Trottel oder gutmütiger Dummkopf.
„Der Tschole hat schon wieder des falsch‘ Werkzeug aus’m Keller g’holt.“
— U —
Umschtandskramer
Jemand, der alles extrem kompliziert macht, sich in Details verliert und unnötige Umstände bereitet.
„Sei it so an Umschtandskramer, pack deine Sache ein und dann gange’mr.“
Urschel
Eigentlich die Kurzform von Ursula; im Schwäbischen eine einfältige, ungeschickte, träge oder ungepflegte Frau.
„Die alt Urschel hot schon wieder vergesse, des Hoftor z’verriegle.“
— V —
Volldaggl
„Volldackel“ – die absolute Steigerung des einfachen Dackels. Ein Riesendepp oder Vollidiot.
„Du Volldaggl hosch de Haustürschlüssel inne stecke lau, wie komme mr‘ jetzad wieder nei, Schlaule?“
Volldrottl
Volltrottel – ein extrem dummer oder unfähiger Mensch (auch im Hochdeutschen fest verankert).
„Der Volldrottl hot die rote Ampel it g’sehe und beinah an Unfall baut.“
Vollpfoschda
Vollpfosten – ein Mensch ohne jeglichen Verstand, dumm wie ein Stück Holz.
„Welcher Vollpfoschda hot do sein Auto quer über zwoi Parkplätze g’stellt?“
Vogelschaich
Vogelscheuche – ein ungepflegter, seltsam oder schlecht gekleideter Mensch (oft für eine Frau mit zerzausten Haaren genutzt).
„Die lauft heut rum wie a Vogelschaich!“
Vrdruggtr
„Verdrückter“ – ein verschlossener, unheimlicher oder undurchschaubarer Mensch, dem man nicht in die Karten schauen kann.
„Des isch an Vrdruggtr, der losst it raus, was ‚r will. Dem trau‘ i it für zehn Pfennig.“
— W —
Waihdag
„Wehtag“ – ein Jammerlappen, Weichei oder jemand, der ständig über körperliche Gebrechen oder Kleinigkeiten klagt.
„Stell di wegen dem kloina Kratzer it so a, du alter Waihdag!“
Wargl
Eine Wargl (von wargeln = walzen/rollen – oder Werg=Fett) bezeichnet im Schwäbischen eine dicke, rundliche und oft träge Frau. Das Schimpfwort beschreibt eine ungelenke Person, die sich eher rollend als gehend fortbewegt.
„Die Wargl ka koine fünfzig Meter meh aus’m Haus gange.“
Warmduschr
Warmduscher – ein Weichei, ein feiger oder verweichlichter Mensch (gesamtfleißig im deutschen Sprachraum bekannt).
„Dem isch es Heut‘ zu frisch. Der isch halt an rechter Warmduscher.“
Wicht
Ein kleiner, unbedeutender, oft auch hinterhältiger oder erbärmlicher Mensch (Wichtigtuer).
„Der kloi Wicht macht sich bloß wichtig, indem er andere schlechtmacht.“
Woizaschaumdaucher
„Weizenschaumtaucher“ – ein Angeber, Aufschneider oder Wichtigtuer, der große Reden schwingt (oft beim Bier am Stammtisch), aber im Grunde nichts dahinter hat.
„Glaub dem Woizaschaumdaucher koi Wort, der übertreibt immer elles und woiß nix.“
Wutz
Schwein, Dreckspatz – jemand, der sich schmutzig macht, unordentlich isst oder eine unaufgeräumte Wohnung hat.
„Du kloi Wutz hosch di beim Esse scho wieder von obe bis nab ei’gsauet.“
— Z —
Ziefer
Kurzform von Ungeziefer – eine bösartige, hinterhältige, oft zänkische Person (meistens für Frauen verwendet).
„Des vrlogene Ziefer ka mir g’scvhtohla bleibe!“
Zoraigel
„Zorn-Igel“ – ein sehr jähzorniger, leicht reizbarer Mensch oder ein Kind, das wegen jeder Kleinigkeit einen Wutanfall bekommt.
„Lass den Zoraigel derscht mol rabremse. Vorher ka’sch mit dem it schwätze.“
Zulla
Eigentlich der Schnuller, im übertragenen Sinne eine weichliche, weinerliche Person, ein Jammerlappen oder eine Frau, die ständig unzufrieden nörgelt.
„Hör doch auf rum z’jammere wie a alte Zulla, s‘ isch doch nix Schlimms bassiert.“

„Woizaschaumdaucher“ – Bild erstellt mit KI. Eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre Zufall und ist nicht beabsichtigt.
Anmerkung:
Die Begriffe wurden aus verschiedenen Foren, Facebook-Gruppen, schwäbischen Büchern und eigenem „Hörensagen“ als Alemanne und Schwabe gesammelt. Die Erläuterung wurde dann durch KI hinzugefügt. Es ist erstaunlich, wie gut die KI schwäbisch versteht – und doch nicht verwunderlich. KI ist eine große Plagiatmaschine. Hier hat Gemini – die KI von Google – vermutlich die eigenen Suchergebnisse durchforstet und durch das Sprachmodell in Sätze gepackt.
Einige Erklärungen hab‘ ich dennoch korrigiert. Außerdem wandle ich die Beispielsätze nach und nach in komplette schwäbische Sätze um.