Aitrach – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen und Volksglaube der Region. Das „etwas andere“ Portal. Links, Landkarten, historische Ansichtskarten, Fotos, Ausflugsziele …
Allgemein
Abbildungen hist. Ansichtskarten
Karten
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Ausflüge und Sehenswertes
Wikipedia: Burgruine Marstetten
Sagen, Mythen und Geschichten
Das Ruiweible
An den waldigen Hängen des Rappenbachs zwischen Eschach und Schnaggenberg im Allgäu hauste einst das Ruiweible. Es war alt und hässlich und erschien immer ganz plötzlich und verschwand ebenso rasch wieder. Am meisten begegnete es den Hirten. So hütete einmal der Urähne die Kühe, da bemerkte er plötzlich das Ruiweible, wie es in einem roten Rock auf einem Tannenstumpf saß. Unversehens stand es auf und rief: „brrr!“ Sogleich standen alle seine Kühe bewegungslos wie festgebannt; im nächsten Augenblick aber liefen sie wie toll die Halde hinab, so dass sie nicht mehr aufzuhalten waren.
Ein andermal war ein Rosshirt auf der Weide. Der kletterte zum Zeitvertreib auf eine Tanne. Plötzlich bemerkte er von oben, wie seine Tiere unruhig wurden und davonzulaufen anfingen. Eilends wollte er heruntersteigen; wie er aber erst halb unten war, sah er das Ruiweible in einem zwilchenen Rock, einen Strohhut auf dem Kopf und einen Stecken in der Hand auf die Tanne zukommen. Unten an der Tanne stand es still und bannte den Hirten mit ihren Augen so lange fest, bis er das Zeichen des Kreuzes machte. Darauf verschwand das Weible.
Öfters erschien das Ruiweible auch zusammen mit einem Mädchen, das eben so hübsch war als die Alte hässlich. Einmal hatte ein Hirt sein Messer verloren. Da kam das Ruiweible zu ihm, tröstete ihn über den Verlust, es wolle ihm etwas zum Ersatz geben. Da packte es den Gesellen und hob ihn in die Luft, und alsbald hörte er eine schöne Musik. Es ging immer höher und höher, bis es ihn schließlich unter schrecklichem Gewitter und Hagel wieder auf den Boden herunterließ. Da stand er unter dem Dachtrauf eines Hauses. Bis er aber wieder unten angekommen war, hatte es ihm den Kopf verdreht und die Füße verrenkt, so dass die Waden fast nach vorwärts sahen. Als man ihn fragte, was ihm denn zugestoßen, da wollte er eben anheben zu erzählen; aber im gleichen Augenblick erschien eine schwarze Katze am Fenster, dass er erschrak und nichts mehr sagte als, er sei zu den Luftgeistern gekommen. Da sei es lustig zugegangen mit Tanzen und Musikmachen. Auch habe man ihm zu essen vorgesetzt, er habe aber nichts davon nehmen mögen.
Rudolf Kapff: Schwäbische Sagen, Jena 1926 (Deutscher Sagenschatz) Link: https://books.google.com/books?id=T7xZAAAAMAAJ, S.73
Der Graf von Marstetten
Marstetten ist ein Weiler an der Iller, zum Pfarrdorfe Mooshausen gehörig und gehört dem Fürsten Waldburg-Zeil-Wurzach. Hier stand ein stolzes Schloß, der Sitz und die Stammburg der Grafen von Marstetten. Rudolph, Graf von Marstetten, machte im 13. Jahrhundert eine Fahrt in’s Morgenland; sieben Jahre harrte seine Gemahlin seiner Rückkehr und beweinte ihn endlich für todt. Darauf entschloß sie sich, den Grafen Berthold von Neuffen zum Gemahl zu nehmen. Aber am Morgen des Hochzeittages erschien in der Mühle zu Buoch ein Pilger, eilte, als man ihm von dem Feste auf dem Schloß erzählte, spornstreichs dahin, mengte sich unter die Gäste und ward, als er in den Trinkbecher der Braut einen Ring warf, der sein Ehering war, als Graf Rudolph erkannt. Berthold erhielt nun die Hand der Tochter, statt der Mutter, und erbte 1154, da dieses das einzige Kind war, die Grafschaft von Marstetten.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 225-226, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004565878
Schatz auf Marstetten
Da, wo in Marstetten im Illerthal einstens die Burg der von Marstetten stand, liegt noch ein Schatz verborgen. Eine Kiste und diese hütet ein rabenschwarzer Pudel mit feurigen Augen. Er lässt die Kiste nicht nehmen. Mal gruben einige und hatten schon den Schatz halb heroben, da schalt einer den Hund und drohte ihm; die Kiste fiel wieder hinab.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 93-94. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004562127




