Königseggwald – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …
Teilkapitel / Gliederung dieser Seite
Allgemeines
➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften
Historische Lexikoneinträge und Ortsbeschreibungen
„Königseckwald, gemeiniglich blos Wald genannt, ein kath. Pfarrdorf, 31/2 St. südwestlich von Saulgau mit 316 Einw. Den großen Zehnten bezieht das Spital des Orts, den kleinen, sowie den Obst- und Blutzehnten die Pfarrey; Heuzehnten wird nicht gereicht.
Königseckwald liegt zwar hoch, hat aber eine durch nahe Hügel beschränkte und nur nach NO. gegen Ostrach und die Alp offene Lage. Es ist der Hauptort der Herrschaft Königseckwald, Sitz eines K. Gräfl. Amts und eines Rentamts und einer K. Gr. Forstverwaltung, hat ein schönes Schloss, ein Spital, ein aufgehobenes Kloster, Schildwirtschaft, 1 Brauerei, 1 Ziegelhütte und verschiedene ansehnliche Gebäude, worunter sich insbesondere die 1822 neu gebaute Gräfl. Brauerei auszeichnet. Das Schloss wurde im Jahr 1767 aus den Überresten eines alten Schlosses neu und in gutem Stile erbaut; das Innere ist geschmackvoll eingerichtet, und schöne Garten-Anlagen, welche in ein stilles anmutiges Tälchen hinabziehen, umgeben das Schloss von 3 Seiten. Die Gräfl. Familie hält sich gemeiniglich Sommers einige Monate hier auf. Die Pfarrkirche zum hl.Georg wurde, nach einer Inschrift, von Hans von Königsegg im 15ten Jahrhundert erbaut. An dem Chor ist die Jahrzahl 1406 eingehauen. Vor einigen Jahren wurde ihr Inneres sehr freundlich hergestellt…“
Quelle: Johann Daniel Georg von Memminger, Beschreibung des Oberamts Saulgau, 1829, Permalink https://de.wikisource.org/wiki/Beschreibung_des_Oberamts_Saulgau/Kapitel_B_46
Königseggwald, Pfarrdorf im Oberamte Saulgau des württembergischen Donaukreises; Schloß; 246 Ew. In der Nähe das nun in eine Meierei verwandelte Schloß Königsegg, Stammsitz des alten Hauses gleiches Namens.
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 687. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20010262350
Karten
Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.
Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.
Fotos & Abbildungen
➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Infos und Fotos auf Pinterest
➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)
Königseggwald auf Ansichtskarten um 1900
Ein Klick ins Bild zeigt die vergrößerte Darstellung und startet den Slideshow-Browser mit Titel und Jahr des Poststempels. Mit dem Pfeil in der rechten und linken Bildmitte können Sie vor- und zurückblättern. Die Karten wurden von mir digital „aufgehübscht“, farbkorrigiert und von Schmutz und Beschriftung befreit.
Viel Spaß bei der Zeitreise!
Museen, Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes
➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Königseggwald auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Königseggwald auf leo-bw.de
(Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de
➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer
Walder Brauerei
Die Königsegger „WalderBräu AG“ blickt auf eine lange Tradition zurück, deren Anfänge ins Jahr 1822 reichen – als „Gräflich Königsegg’sche Brauerei“. Nach der Übernahme durch Fridolin Härle (einem Bruder des Gründers der Brauerei in Leutkirch) firmierte die Brauerei von 1900 bis 2003 als „Härle-Brauerei KG Königseggwald“.
Nach der drohenden Schließung wurde sie 2003 von einer regionalen Bürgerinitiative durch Ausgabe von Bürger-Aktien und Umwandlung in eine Aktiengesellschaft gerettet. Die Höchstzahl der Aktien pro Aktionär ist auf 50 Stück begrenzt, was den Einfluss von Großaktionären verhindern soll. Die jährliche Dividende wird in Form von Bier „ausgeschüttet“.
Der historische Baubestand ist – wie auf der Karte – weitgehend erhalten, auch die kühlen Braukeller. Im Innern befindet sich ein Mix aus historischen Einrichtungen und moderner Technik.
Die Brauerei produziert jährlich ca. 9000 Hektoliter Bier sowie alkoholfreie Getränke. Verwendet werden für die Bierherstellung regionale Zutaten: Hopfen aus Tettnang, Braugerste von Landwirten der Umgebung, Brauwasser aus dem 45 Meter tiefen Brunnen in Königseggwald. Durch die Kies- und Sandschichten der Endmoränen des Voralpengebiets ist das Wasser vorgefiltert, wird feingefiltert, entkalkt und labortechnisch überwacht. Die lange und kalte Reifung in tiefen Kellern ergibt in Kombination mit dem Brauwasser den besonderen Geschmack. Mehrere Biersorten sind DLG-prämiert.
Schloss Königseggwald
Das Schloss wurde an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet. Dieser ältere Bau diente der gräflichen Familie als Sitz, nachdem die zu Reichsgrafen aufgestiegenen Adeligen ihre Residenz 1681 von der alten Stammburg, der Burg Königsegg (heute zu Guggenhausen), in das zentraler gelegene Königseggwald verlegt hatten. Als zweiter Wohnsitz diente Schloss Aulendorf.
Schloss Königseggwald, erbaut zwischen 1765 und 1770 nach Plänen unter der Beratung des französischen Architekten Pierre Michel d’Ixnard, ist ein bedeutendes Beispiel frühklassizistischer Schlossbaukunst auf dem Land. Der rechteckige Einflügelbau besitzt ein Walmdach, einen Mittelrisalit mit Wappen-Dreiecksgiebel und ist bis heute im Privatbesitz der Grafen zu Königsegg. Es steht an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus und prägt zusammen mit der Pfarrkirche St. Georg das Ortsbild des ehemaligen reichsgräflichen Herrschaftssitzes. Das Schloss ist im Privatbesitz der gräflichen Familie und kann nicht besichtigt werden.
Adresse
S.H. Maximilian Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf
Kirchplatz 3
88376 Königseggwald
Sekretariat
Telefon: +49 7587 / 9509 – 0 / info@koenigsegg.de / reichert@koenigsegg-aulendorf.de
Internet
http://www.koenigsegg.de
Teilgemeinden und Ortschaften
➥ Ortschaften und Wohnplätze von Königseggwald (aus Wikipedia)
Nachbargemeinden
➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)
Sagen, Mythen und Geschichten
Der wilde Jäger
Im »Wagenhardt« ging vor Zeiten ein wilder Jägersmann, Namens »Laute«, geisten; er hat bei seinen Lebzeiten die Leute, welche in die Kirche gehen wollten, vom Kirchgang zum Jagen weggenommen. Er fährt nicht blos bei Nacht, sondern sogar zeitweise bei Tag im Walde umher; man hört dann Hunde bellen, Hörner blasen, Peitschen knallen. Der Jagdzug fährt über die »Wischbel« (Tannenwipfel) weg. Er verführt die Leute, dass sie im Wald sich verirren und zwei, drei Tage lang im Walde herumlaufen. Dieser »Laute« ist sprichwörtlich geworden; man sagt daher, wenn man sich nicht zurechtfinden will: î moĩ der Lautẽ häb‘ mẽ verfüehrt!
[Das Abhalten von der Kirche, das Holen der Bauern aus derselben ist »Sagen von bösen Rittern« eigen. Es lässt dieses sogleich erraten, warum der Junker, oder wer er sei, in die Sage übergegangen und gebrandmarkt ist. Gleiches tut auch der Junker auf der Kocherburg; mündlich und bei Meier, Sagen S. 98, 99. Betreffend das Wort »Wag« in Wagenhart kann ich folgende Beispiele anführen: Wagelai (Wurml. Feld. Namen). Wagrõe (Wurml., Tuttl.). Orts- und Wasserbenennungen: Nërewåg; Möhringer Wåg, Wåg (Wurml., Tuttl.). Wåg bei Mülheim a.D. Wågsauter, ehemaliger Turm in Überlingen. Wagehald, verschwundener Marchthaler Flecken; Hörschwag (Sigmaringen). Wëerewåg (Heimat des Minnesängers Hugo, vgl. v.d. Hagen, Minnes. II. Nr. 82), mhd. Werbenwåg. Wâc, wâk, wâg strk. m. bewegtes Wasser, gurges. W. Wackernagel, Wrtb. z. altd. Lesebuch DLXVII. Lauchert, Rotw. Lautlehre S. 4.]
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 14. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000456085X
Dürrer Baum grünt
Do bunden in die diener an ein durren Ölbaum vnd schlugen in als lang mit doren das ein groß plůt von jm floß – wo sein blůt hin gieng do ward es alles grün vnd schön vnn der durr baum daran er gebunden was ward grůnen vnd pluet vnd trůg sůsse frucht vnd vberall vnder dem baum an der erden do sein blůt hin kam do ward es alles vol rosen lilien vnn viol.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, Permalink: http://www.zeno.org/Literatur/M/Birlinger,+Anton/M%C3%A4rchen+und+Sagen/Sagen,+M%C3%A4rchen,+Volksaberglauben/Anmerkungen?hl=konigsegg
Else Rehlinger
Else von Egen oder Argon, des Rehlingers Witwe, ward um ihrer Schönheit willen von manchem Freier bedrängt. Endlich bot sie dem Ritter Marquard von Schellenberg ihre Hand. Als nun der Brautzug nach Seifriedsberg, dem Schlosse Marquards, daherzog, lauerte Kunz von Villenbach, ein verschmähter Liebhaber, mit zweihundert Reisigen im Walde bei Usterbach, des Willens, dem Schellenberger die Braut mit Gewalt zu rauben. Der Brautzug mit vielen Wägen, nur von etlichen vierzig Reitern geleitet, hatte sich zu Gessertshausen, wo gerastet und in der Kirche gebetet wurde, verspätet und war bei anbrechender Nacht weiter aufgebrochen. Das Brautpaar befand sich von Fackeln umgeben in der Mitte des Zuges. So gelangten sie in den Wald von Usterbach, an die Stelle, wo der Villenbacher im Hinterhalt lauerte. Da fliegt ein Pfeil aus dem Dickicht und in demselben Augenblicke sinkt der Schellenberger neben der Braut tot vom Pferde. Darauf stürzte der Villenbacher hervor, bemächtigte sich der schönen Wittwe und brachte sie gebunden nach seiner Burg.
Diesen Mord und Straßenraub rächte Elsens Bruder, Peter von Argon, welcher damals Bürgermeister in Augsburg war. Er vermochte den Rat zu dem Beschlusse, die Burg, von welcher so viel Unheil ausging, zu brechen. Die Reichsstadt bot demnach ihre Söldlinge zum Zuge und zur Belagerung von Villenbach auf; an ihre Spitze trat ein von Else gleichfalls Verschmähter, Hans von Königseck, der sich indes großmütig auf seine Burg zurückgezogen hatte. Dieser lagerte sich vor Villenbach und forderte den Kunz auf, die Geraubte herauszugeben und wegen des Totschlags und Straßenraubs Schadenersatz zu leisten. Der Antrag wurde zurückgewiesen, darauf die Burg bestürmt. Kunz wehrte sich tapfer, erst beim dritten Sturme gelang es den Belagerern, die Burg zu erobern.
Während der Belagerung war Else, da sie Kunzens Anträge standhaft zurückwies, in ein Burgverlies gebracht worden; man hatte ihr noch acht Tage Bedenkzeit gestattet. In dem Augenblicke der Erstürmung schleppte sie Kunz samt seinen Schätzen durch einen geheimen Gang aus der Burg und führte sie geknebelt von dannen.
Als Hans von Königseck die Burg leer fand, verteilte er seine Reisige in Rotten zu zehn Pferden und ließ den Flüchtling nach jeder Richtung verfolgen. Es währte aber nicht lange, da erreichte Hans selbst in dem Walde gen Boxberg die Fährte des Flüchtigen und stieß ihn in dem Augenblicke nieder, als dieser zum Morde der schönen Else sein Schwert gezogen hatte.
Darnach wurde die Burg Villenbach in Brand gesteckt und zerstört, Else aber zu ihren Verwandten und ihrem Kinde aus erster Ehe nach Augsburg gebracht. Dort reichte sie ihrem Befreier die Hand.
Noch erhält sich die Volkssage von der Belagerung und Zerstörung der Burg Villenbach in der Umgegend und noch sind die Leute nach Schätzen lüstern, welche Kunz bei seiner schnellen Flucht nicht mit fortschaffen konnte.
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 436-438. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005671329
Großer weißer Mann als Hausgeist
In der Spitalstube zu Königseggwald war vor etlichen und achtzig Jahren eine Ofenbank, auf welche Niemand sitzen durfte, wollte man sich nicht der Gefahr aussetzen, von einem Geist hinuntergeworfen zu werden. Die Bursche, welche dorthin in die »Hohstube« kamen, setzten sich bisweilen aus Mutwillen auf die Bank. Aber sofort trat ein alter, großer, weißer Mann zur Türe herein und warf sie herunter. Dann ging er wieder schweigend wie er gekommen. Öfters sah man ihn Nachts im Hause umlaufen, besonders sah er gern zu, wenn man buk und Brot einschoss. (Mündlich von Königseggwald)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 290, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567269
Kegelspiel
Ein Mann von Saulgau kam einmal durch Verirren auf das Schloss Königsegg. Da sah er in einem Gewölbe mehrere Herren Kegel schieben mit glühenden Kugeln. Sie nötigten den Mann, mitzuspielen. Als es aber 1 Uhr des Nachts schlug, verschwand die ganze Gesellschaft, und statt einer Kugel hatte der Mann einen Totenkopf in der Hand. Die Kegel waren Teile eines Gerippes.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 245. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566300
Kirschensteine zu Gold geworden
Zu Königseggwald hatte die alte Schulmeisterin einen Saububen im Dienst, dem sie in einer alten Kammer Quartier gegeben. Daselbst fand sich eine uralte Truhe, in der der Saubub einmal nach etwas suchte und Kirschensteine fand. Er steckte sich von denselben einige Hände voll in Sack, vermeinend, die Kirschensteine möchten seinen Schweinen Futter abgeben. Nach einigen Tagen suchte die alte Frau etwas in des Saububen Kammer und stieß mit der Hand an dessen Wamms. Da klang es gar hell, wie edel Metall und als sie nachsah, fand sie lauter – Ilgen- und Federetaler! Erstaunt befragte sie den Buben, wo er das Geld hergenommen. Der machte nicht minder große Augen und erzählte von den Kirschensteinen in der Truhe. Als man aber nachsah, war die Truhe leer und der Schatz fort.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 98. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004562224
Schatzkessel
Im Spitalgarten zu Königseggwald grub des Schulmeisters Großmutter und stieß mit dem Spaten auf etwas Festes, sodass sie unwillig für sich hin sagte: „Ei, man meint doch, es seien lauter Felsen da unten!“ Im selbigen Augenblick stieß sie einen gewaltigen Kesselring an’s Tageslicht und hörte – den Geldkessel in die unergründlichste Tiefe hinabklirren. Hätte sie nichts dabei gesprochen, wäre der Schatz so gut wie gehoben gewesen
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 92-93. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004562100
Schrättele hat plumpe Füße
Zu einem Weib in Königseggwald kam das Schrättele häufig. Der Mann sah es eben so gut zur Türe herein »latschen« wie die Frau, weshalb er dann zu sagen pflegte: »Guck, do kommt dein Kamerad wieder!« Das Schrättele hatte aber sehr plumpe, breite, latschige Füß!
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 304-305, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567552
Vom Riesen und dem Storken
Ein Riese wurde einst von den Zwergen gefangen in die Unterwelt geführt und musste dort das Vieh hüten. Ein Zwerglein verriet ihm, wie er loskommen könnte, wenn er nämlich einen Storch, der bei den Zwergen war, mit dem Vieh fütterte, das er hüte. Der Riese gab dem Storch einen Ochsen zu fressen und setzte sich auf den Storch, der hob sich gewaltig hoch, aber als der Riese bereits den Sternenhimmel sah, verließ den Storchen die Kraft und sie sanken wieder in das Zwergland hinab. So probierte es der Riese mit allem Vieh, aber der Storch ermattete immer, ehe er an die Oberwelt kam. Zuletzt versuchte er das Äußerste. Der Riese gab dem Storchen eine der eigenen Hinterbacken zu fressen. Da bekam der Storch eine solche Kraft, dass er den Riesen bis auf die Oberwelt zu tragen vermochte. So ward er wieder frei. (Königseggwald)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 363-364, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004568923
Volksglaube, Wetter und Gestirne
Alles Wasser
… was über glatte Kiesel läuft, ist heilkräftig, insbesondere das Bachwasser. (Von Königseggwald)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 140. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004563565
Am Mittwoch
… soll man nicht von den Hexen reden (Königseggwald)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 329, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004568397
Bekommt Einer den epileptischen Anfall
… so soll man dem Elenden schnell seinen linken Strumpf ausziehen. (Von Königseggwald)
… oder über das Gesicht des »Wehtagenden« ein schwarzseidenes Tüchlein werfen, so vergeht der Anfall. (Von Ertingen)
Quelle:Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 481. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004571770
Gegen den weißen Fluß
Man lasse einen silbernen Ring am Finger tragen. (Von Königseggwald)
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 480. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004571738
Hexennamen
Aus den Königsegg-Aulendorfischen Hexenprozessakten merkte Herr Dr. Buck folgende Hexennamen an:
Abere, Böckhin, Damele, Bocksvögele, Kätzle, Lapperle, Luce, Luzelin, Mensch, Pfisell, Popeline, Sautreckh, Schatz, Stuckfleisch, Traute.
Die Saulgauer Akten enthalten die Hexennamen: Annele (ausdrücklich als Hexencerevisnamen bezeichnet) Huor (dabei: und noch allerlei Unnamen), Kätherle, Schobe (= Buzer, Stutzschwanz), Sperbl (dabei: und allerlei Unnamen).
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, Permalink: http://www.zeno.org/Literatur/M/Birlinger,+Anton/M%C3%A4rchen+und+Sagen/Sagen,+M%C3%A4rchen,+Volksaberglauben/Anmerkungen?hl=konigsegg






