Oberschwaben – historische Ortsansichten & regionale Sagen

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Nusplingen – Sehenswertes, Geschichte, Sagen, Mythen… Das „etwas andere“ Portal mit Links, Landkarten, historischen Ansichtskarten …

Inhalt

Gliederung

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    • Nusplingen auf Ansichtskarten um 1900
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    • Brauch in der Lichtstube (Kunkelstube)
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    • Das Melkstühlaufhängen
    • Der Pfingstritt zu Nusplingen

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Update: 18. August 2026

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt / Gemeinde
➥ Wikipediaeintrag
➥ Alemannische Wikipedia
➥ Wikisource: Historische Quellen und Schriften

Historische Lexikoneinträge

Nusplingen

Pfarrdorf an der Beer im Oberamt Spaichingen des württembergischen Schwarzwaldkreises; uralte Kapelle; 1000 Ew. Bei dem nahen Weiler Heidenstadt römische Altertümer.
Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 162. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20010533079

Nusplinger Kalkplatten

dem lithographischen Schiefer ähnliche Kalkplatten von Nusplingen in Schwaben, mit zahlreichen Versteinerungen. 
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 846. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007167989

Juraformationen

(…) Zum schwäbischen Zeta werden auch die sogen. Krebsscherenkalke und die durch ihre Versteinerungseinschlüsse weltberühmten Schiefer von Nusplingen in Württemberg und Solnhofen in Bayern gerechnet. Reich an der eigentümlich gestalteten Bivalve Diceras arietinum sind die dem obersten Oxford angehörigen Diceratenkalke Frankreichs und der Schweiz. Den Schichtenkomplex des sogen. Tithon in den Alpen, der früher oft zur Kreide gestellt wurde, rechnet man jetzt allgemein zum obersten Malm. Es sind plattige, rote, marmorartige Kalksteine (Diphyenkalke), reich an Terebratula diphya, und hellgefärbte dickbankige Kalksteine, die sogen. Stramberger Schichten.

(…) Die vorzüglichsten lithographischen Steine, die französischen Steine (von Cirin, Verdun etc.), die englischen (von Portland) und die schweizerischen (von Solothurn), auch die amerikanischen weit übertreffend, liefern die oberjurassischen Plattenkalke von Solnhofen in der Fränkischen Alb und von Nusplingen in Württemberg.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 385-387. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006849725

Karten

Links oben in der Karte können Sie mit + und – den Maßstab der Darstellung ändern. Durch Festhalten des Mauszeigers lässt sich der Ausschnitt verschieben.


Karte eingebunden aus OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL.
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar.

Fotos & Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Abbildungen auf Tumblr
➥ Infos und Fotos auf Pinterest
➥ Filme in der ARD-Retro-Mediathek (Filmbeiträge der 60er-Jahre)

Nusplingen auf Ansichtskarten um 1900

Ein Klick ins Bild zeigt die vergrößerte Darstellung und startet den Slideshow-Browser mit Titel und Jahr des Poststempels. Mit dem Pfeil in der rechten und linken Bildmitte können Sie vor- und zurückblättern. Die Karten wurden von mir digital „aufgehübscht“, farbkorrigiert und von Schmutz und Beschriftung befreit.
Viel Spaß bei der Zeitreise!

Kunst, Kultur, Ausflugsziele und Sehenswertes

➥ Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
➥ Abbildungen auf ‚Bildindex‘
➥ Bilder auf ‚Google-Art‘
➥ Nusplingen auf ‚Zeno-Org‘
➥ Suchfunktion nutzen für Nusplingen auf leo-bw.de
(Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de

➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer

Teilgemeinden und Ortschaften

➥ Ortschaften und Wohnplätze von Nusplingen (aus Wikipedia)

Nachbargemeinden

➥ Angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)


Sagen und Mythen

Sitten und Gebräuche

Brauch in der Lichtstube (Kunkelstube)

In Nusplingen kommen die ledigen Burschen und die ledigen Mädchen nachts in der Lichtstube zusammen und vertreiben sich da die Zeit durch allerlei. Ungeachtet dessen wird doch auf den Fleiß der Spinnerinnen acht gegeben. Hat z.B. eine Spinnerin den ganzen Abend nur ein »Hälble« (eine Spindelroll) gesponnen, so wird diese von einem der Burschen zu bekommen gesucht und das Weniggesponnene auf einer Mistbâre in die Stube des saumseligen Mädchens getragen.

Sollte ferner ein Mädchen vor dem Heimgang ihr Werg an der Kunkel nicht ganz abgesponnen haben und sie kommt damit nicht mehr zurecht, so wird ihr der Rest von einem der Burschen in der Lichtstube verbrannt.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 434-435. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004578252

Das Dreschen

Wer in Nusplingen den letzten Streich auf das letzte Drasch tut, den heißt man Sau. Um dem Gespött und dem Gelächter zu entgehen, zahlt der Betreffende in der Regel Bier und Schnaps, was schon vor dem Nachtessen getrunken wird. Dieses ist heute recht gut, ja sogar Fleisch wird aufgetischt. Je nach den Vermögensverhältnissen des einzelnen tritt noch Bier und Schnaps zur Genüge hinzu. Jeder einzelne Drescher erhält außerdem noch an Geld 12 bis 15 kr.

In Bettringen muss das letzte, welches auf’s Drasch schlägt, die Mockel forttragen, oder dafür bezahlen. Das Nachtessen besteht in vollständigem Essen, wobei aber die Schnitten niemals fehlen dürfen. Das sind dünn geschnittene weiße Brote, die in einen Teig vom feinsten Mehl, der mit Eiern gesättigt ist, getaucht werden; sogleich legt man sie in siedendes Schmalz und kehrt sie einige Mal um. Bier und Schnaps fehlt auch nicht. Jeder Drescher bekommt eine kleine Geldgabe, bestehend in 12 bis 24 kr.

Sichel- und Flegelhenken zum Zehenden. »Weil’n auch, wie die tägliche Erfahrung am Tag liegt, bei Zusammenkünften, Gastungen, Hochzeiten, Kindtaufen etc., sonderlich aber bei Leihkäufen, Aufdingungen und Loszehlungen der Lehrjungen, Verfertigungen der Meisterstücke, Sichel- und Flegelhenken, Gemeindsverrichtungen und andern dergleichen Mahlzeiten großer Überfluß gebraucht wird: als soll allerorten ein Moderation hierunter vorgenommen werden.«
Herzogl. Befehl, 15. Mai 1652. Reyscher XIII. 122. 123.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 428. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004578171

Das Mähnebrot

Bevor man in Nusplingen im Frühling das erste Mal in den Acker fährt, versammelt sich im Hofraum das ganze Hausgesinde, groß und klein, alt und jung. Es werden in der Regel drei Vaterunser, drei Ave Maria und der christliche Glauben gebetet. Der Hausvater macht den Vorbeter. Hernach wird mit der schon vor dem Gebete angeschirrten Mähne auf’s Feld gefahren. Die Hausmutter schickt unterdessen dem Schmid, dem Wagner und dem Sattler je ein Stück Brot, oft auch einen halben Laib. Dieses Brot heißt man »Mähnebrod«.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 423. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004578058

Das Melkstühlaufhängen

In Nusplingen werden in der Nacht vor dem Pfingstmontag so viele Melkstühle von den ledigen Burschen zusammengetragen, als sie nur immer durch allerlei Mittel habhaft werden können. Auf dem Herrenplatz stand eine große Linde; auf diese wurden nun die Melkstühle befestigt und die unreinlichsten obenan gehängt. Bei der am Pfingstmontag abgehaltenen Öschprozession sah nun der ganze Zug nach diesen Stühlen.

Wollten oder konnten die Mädchen oder Mägde dieselben nicht selbst heruntertun, so mussten sie für dieses Geschäft den Burschen brav Bier und Schnapps bezahlen.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 122. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004574923

Der Pfingstritt zu Nusplingen

Disclaimer: Nicht jugendfrei wg. Wortwahl

Vor dem Pfingsttage versammeln sich 14- bis 16jährige Buben in einem bestimmten Haus und beratschlagen wegen des Pfingstrittes. Die Rollen werden ausgeteilt; immerhin fällt es schwer, den sog. »Pfingstbuzen« zu erhalten, da dieser Keiner werden will. Sind die Rollen einmal definitiv ausgeteilt, so kostet der Rücktritt sechs Batzen Strafe.

Die Mitspielenden kleiden sich in ihre Festkleider, und die meisten sind mit preußischen Hüten und Säbeln versehen; die Pferde mit Sätteln. Am Pfingstmontag findet der Ritt statt. Unter der Vesper geschieht der Ausritt. Alle versammeln sich nämlich da außerhalb des Ortes. Ist die Vesper aus, so eröffnet der Platzmeister den Zug; er reitet etwa zwei Minuten voraus und erscheint auch so lange auf dem Platze zuvor, wo Halt gemacht wird. Zuerst geht’s vor den Pfarrhof; da sagt aber der Platzmeister nicht: Platz ab etc., sondern: »Grüß Gott, Herr Pfarrer und sein ganzes Hausgesind!« hernach zum Schultheißen und den andern angesehenern Bürgern des Ortes, begleitet von Groß und Klein, Jung und Alt. – Der Pfingstbutz ist mit Stroh eingehüllt und steht unter der Obhut des Quartiermeisters. Man macht von Seiten älterer lediger Burschen verschiedene Anstrengung, um ihn zu erwischen. Gelingt dies, so wird er in’s Wasser geworfen. Zur Abwehr dürfen er und der Platzmeister alles Mögliche tun, z.B. Schläge austeilen etc.

Ist der Ritt vorüber, so werden die Pferde den Eigentümern wiederum zugestellt. Hernach begibt sich die ganze Schar zu Fuß in die Häuser, wo die Sprüche hergesagt wurden. Dafür erhalten sie Geld, oft zusammen an sechs Gulden und darüber, Fleisch, Eier, Schmalz etc. Mit diesem Ersammelten begeben sie sich in ein Wirtshaus des Ortes. Das Geld wird vertrunken, die Viktualien aber werden von der Wirtin zu einem vollständigen Essen zubereitet, das alle Teilnehmer nicht nur reichlich sättigt, sondern sogar für die Mühewaltung der Wirtin einiges übrig lässt. – Hiernach folgen nun die Sprüche der einzelnen Reiter mit dem Beifügen, dass der »Schneeweiß Gemahl« vom Kopf bis zu den Füßen »weiß« gekleidet ist. Der Maienführer hat einen Maien, d.i. eine kleine, verzierte Tanne in seiner rechten Hand, der Fähndrich hingegen eine Fahne.

Platzmeister:

Ab Platz, ab Platz mit Weib und Kind,
Der Kaiser kommt mit seinem ganzen Regiment!
Den Platz, den Platz will rommen,
Es werden gleich mehrere Herren und Gesellen nach mir kommen;
Sie werden kommen, sie werden bald da sein,
Sie reiten schon in den Hof herein.

(Zum Quartiermeister sprechend:)

Wohin, woher jagt dich der Wind,
Dass deine Stiefel und Sporn so staubig sind?

Quartiermacher:

Ab alle meine Wiesen und Äcker,
Was geht’s dich an, du junger Lecker!
Ich reit heraus aus Sachsen,
Wo die schönen Mädchen auf den Bäumen droben wachsen.
Hätt‘ ich bälder daran gedenkt,
So hätt‘ ich auch ein paar Dutzend an mein Pferd gehenkt.

Platzmeister:

So, so Kamerad, du hast dir recht getan,
Dass du das Ding hast unterwegen gelassen,
Sonst könnt‘ ein jeder Roß- und Stierbua
Eine schöne Jungfer in’s Wirtshaus abfassen.
Hoch an seine Landstand gut, eine Requiesstiefel. (?)
Ein wenig zu losentoren, ein wenig zu hören,
So wollen’s wir doch Gott bitten,
Dass wir sind auf diesen Platz hereingeritten.
Der Anfang wird gemacht durch einen Platzmeister und Gesellen,
Allhier, allhier, all folge mir.

Franziskus der römische Kaiser:

Franziskus der römische Kaiser bin ich genannt,
Das Schwert führ‘ ich in meiner rechten Hand,
Zu regieren das römische Reich,
Viele ander Städt und Dörfer zugleich.
Regiment war die schönste Stadt,
Die ich unter meiner Gewalt gehabt,
Krieg und Schweiß und anders zugleich
Gehört immer zu meinem Reich.
Es hat den Franzosen genug verdrossen,
Dass er hat so viel Pulver und Blei umsonst verschossen.
Er wird uns bitten, und durch das Beten wird es gehen,
So hat der Franzos sich vorzusehen.

Ludwig XVI., König von Frankreich:

Ludwigus der XVI., König von Frankreich,
Der die Macht und Gewalt hat, ist keinem zugleich,
Obschon noch mehrere Herren über mich sein,
So bin ich doch der König allein,
Der Alles kann mit Geld verzwingen,
Bei dem nicht viel Waffen klingen;
Schöne Taler hab ich gar zu viel,
Mit denen ich’s schon kriegen will.
Spanien haben’s wir gewonnen,
Altenbreisach eingenommen,
Viele andere Städte und Dörfer desgleichen,
Die vom Kaiser haben müssen abweichen.

Maienführer:

Maien- Maienführer bin ich genannt,
Den Maien führ‘ ich in meiner rechten Hand;
Wenn der Maien fällt, so reit ich, dass der Boden schnellt,
Wenn der Maien wieder aufersteht,
So will ich mit meinen Kamraden in’s Wirtshaus gehen;
Dem Wirt bin ich gar wohl bekannt,
Er bringt mir eine Bratwurst in der Hand,
Und ein Glas kühler Wein,
So wollens wir Pfingstreiter heut Nachmittag recht lustig sein.
Viva, heißa! rund ist mein Hut,
Frisch ist mein Blut,
Katzendreck hont alle Mädle zum Heiratgut,
Die’s nit glaubt, die ist ein alte Vozenhur,
Vozenhur därf ich ihme Jeden it sagen,
’s könnt Einer do stehen, könnt me unter d’Gaul unterschlagen.

Fähndrich:

Fähndri, Fähndri aus dem Chor,
Bei den Russen hab ich meinen Eid geschworen,
Die Fahne wurde mir geben in die Hand,
Er weht für unser ganzes Vaterland.
Diese Fahne werde ich nicht von Handen geben,
Und kost‘ es mich mein junges Leben.

Der türkische Kaiser:

Und ich als türkischer Kaiser komm auch auf diesen Platz
Mit meiner ganzen Türkenmacht,
Die Russen gänzlich zu vertreiben,
Es soll kein Stein mehr auf dem andern bleiben.

Die russische Kaiserin:

Ach, du türkischer Sultan,
Für mich bist du lange nicht Mann,
Bist du größer in der Macht,
So bin ich doch größer in der Tat.

Sultan:

Auf, auf ihr mein General und Hauptleut,
Macht euch fertig und bereit,
Wir müssen wieder in den Streit,
Die Russen wiederum zu agiren,
Mit denselben eine neue Hauptschlacht führen;
Hauptmann geh‘ in’s Lager nein, sag’s meinen Soldaten an,
Soll ein Jeder fechten so gut er kann.

Kaiserin:

Ach, du türkischer Kaiser,
Ich werde noch nicht abweichen,
Ich habe schon vor vielen Jahren
Noch wenig von deiner Macht erfahren.
Auch tu ich schon sieben Jahr mit dir kämpfen und streiten,
Aber nein, aber nein, dir tu ich nicht abweichen.

Kaiserin zum General:

General, General, ich sag es dir,
Dass du getreulich dienest mir,
Dass du mit mir wollst ziehen in das Feld,
Mit den Türken wollen’s wir kriegen,
Mit denselben eine neue Hauptschlacht führen.

General der Kaiserin:

Auf, auf! ihr General und Hauptleut,
Macht euch fertig und bereit,
Wir müssen wieder zu dem Streit,
Um die Türken zu agiren,
Mit denselben eine neue Hauptschlacht führen.
Hauptmann geh‘ in’s Lager nein,
Sag’s meinen Soldaten an,
Soll Jeder fechten so gut er kann.

Korporal:

Ich bin der Korporal,
Mich kennt man überall.
Komm ich zum Bauern in’s Quartier,
So heißt’s gleich, schafft mir Wein und Bier,
Gib mir das Beste, was du hast im Haus,
Oder ich jag dich zur Tür hinaus.
So bin ich allein Herr im Haus.

Schneeweißer Gemahl:

Schneeweißer Gemahl bin ich genannt,
Ich reit herum im ganzen Land,
Arbeiten mag ich gar nicht viel,
Ich brauch kein Rechen und kein Stiel,
Brauch keine Gabel zum Heuumkehren,
Kann mein Glas Wein in der Hand umleeren.
Viva, heißa, rund ist mein Hut,
Frisch ist mein Blut,
Katzendreck hont die Mädle zum Heiratgut.
Die’s it glaubt, ist ein alte Vozenhur;
Vozenhur därf ich einem Jeden nit sagen,
Könnt Oiner do stehen und könnt mich unter den Gaul nunter schlagen.

Koch:

Koch, Koch bin ich genannt,
Ich kann kochen, ’s ist an Schand,
Ich hab‘ meine Herren wohl eingeladen,
D’Katz ist kommen, hot mir mein Fleisch fortgetragen,
Ich bin in Wald nein gangen,
Haun 300 Spizmäus g’fangen,
Haun’s in Hafen g’steckt,
Sie hont mir und meine Herren wohl geschmeckt.

Pfingstbutz:

Jetzt bin ich au erst no do,
Mit meim feuroten Haar,
Heut den Morgen bin ich schau früh aufg’standen,
Bin um halbe sechse schau vor der Bettlad g’standen,
Hau geloset, ob ma no it reit oder fahr,
Dass ich nit der Letzte war.
Der Letzt bin ich wora,
’s hot mich verflucht und vermaledeitisch g’schora.
Jetzt ihr Leut gebet mir ebes raus,
Dass ich komm in ein anders Haus.

Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 143-150. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004574966

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Die zitierten, historischen Texte des 19.Jahrhunderts habe ich aus freien Quellen und/oder Fraktur- und Kurrentschrift in heutige Normschrift transkribiert, dabei in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik angepasst und ergänzt,  die historischen Ansichtskarten sind retuschiert und farblich "aufgehübscht", teilweise coloriert.

Für die Webseite, Texte und Abbildungen gilt das Copyright: © CC BY-NC-ND (Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung) edition Wolfgang Autenrieth, Krauchenwies, https://oberschwabenschau.info, 2024


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Die Retusche der Ansichtskarten war SEHR zeitaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Dasselbe gilt für die Recherche,  Transkription und Überarbeitung der Texte und Bilder aus historischen Quellen und Frakturschrift. Die Umarbeitung ergibt für die hier eingestellten Ansichtskarten und Texte ein neues Copyright, da es sich nicht mehr um die ursprünglich gemeinfreien Werke handelt. Es steht Ihnen frei, nach den historischen Abbildungen zu forschen und diese zu verwenden. Dass jemand ohne mein Einverständnis aus meiner Arbeit Kapital schlägt, werde ich nicht akzeptieren.

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