Gottlieben – Sehenswertes, Geschichte und Insidertipps.
Das etwas andere Portal zu Gottlieben. Hier gibt es nützliche Links, Insidertipps, (alte und neue) Karten, Fotos
Allgemeines
Historische Lexikoneinträge
Meyers Enzyklop. Lexikon, 1905. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gottlieben?hl=Gottlieben Einwohner (2021): (Quelle:Wikipedia)
Links
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Fotos & Abbildungen
Die hier gezeigten Bilder wurden von mir erstellt, falls nicht anders vermerkt oder aus anderen Quellen eingebunden.
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Kunst, Kultur und Brauchtum
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(Karten, Archivmaterialien und Luftaufnahmen vom Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Alphabetisch sortiertes Verzeichnis auf www.kloester-bw.de
Beschreibungen vom Landesarchiv Baden-Württemberg
Geschichte
Ortsbeschreibung von Merian: ➥ https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Sueviae:_Gottlieben
Ausflüge und Sehenswertes
➥ Wikivoyage – Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel – der freie Reiseführer
Natur & Parks
Karten
➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Gottlieben, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi
[cbxgooglemap width=“100%“ height=“300″ zoom=“13″ scrollwheel=“1″ showinfo=“0″ infow_open=“1″ maptype=“roadmap“ lat=“48.109167″ lng=“9.419444″] Karte eingebunden aus https://www.openstreetmap.de/
Webcams
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Nachbargemeinden
➥ angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)
Teilgemeinden und Ortschaften
➥ Ortschaften und Wohnplätze von Gottlieben (aus Wikipedia)
Sagen, Mythen und Geschichten
Ein Wogengrab
Nicht weit von dem altersgrauen Schlosse Gottlieben, in welchem, zur Zeit der Konstanzer Kirchenversammlung Papst Johann XXIII. und der glaubensmutige Huß gefangen saßen, lag auf einer schmalen Erdzunge, die sich in den Untersee hinausstreckte, die einsame Hütte eines Fischers, der zwar arm, aber doch im Besitz einer Perle war, um deren Schönheit ihn viele reiche Junker beneideten. Dies Kleinod war sein einziges Töchterlein Unna; die Leute in der Gegend munkelten sich aber in die Ohren, das Mädchen, welches sich durch seltenen Liebreiz und einen gewissen Adel in ihrer ganzen Erscheinung vor allen andern Jungfrauen ihres Standes auszeichnete, sei nicht seine rechte Tochter, sondern das natürliche Kind einer vornehmen Dame, die, nachdem sie es nebst einer bedeutenden Summe Geldes unter dem Siegel des tiefsten Geheimnisses dem Fischer zur Erziehung übergeben, sich als strenge Büßerin in ein Kloster zurückgezogen habe, wo sie jedoch kurze Zeit darnach gestorben.
Einer der einsamen Spaziergänge, die der jüngere, zum Kloster bestimmte Sohn des bischöflichen Vogtes, welcher das Schloss Gottlieben bewohnte, öfters am Strande des See’s unternahm, führte den, in düsterm Hinbrüten über die seiner wartende freudenlose Zukunft versunkenen Jüngling zufällig zu der Fischerhütte gerade an einem Abend, wo die holde Unna auf der Bank vor der Türe die Netze ihres Vaters, die ein schwerer Fischzug zerrissen hatte, mit ihren feinen weißen Händchen ausbesserte.
Sie sehen und in glühender, aber reiner Liebe zu der Jungfrau entbrennen, die als Verkünderin eines ganz andern Himmels, als dem er im Kloster entgegenreisen sollte, ihm erschienen, war das Werk eines Augenblicks. Die erste Bekanntschaft war, schon gelegentlich der Netze, bald angesponnen, und schon einige Abende darauf, von welchen Erwin von Salenstein, so hieß der junge Mann, keinen versäumte, seine Besuche zu wiederholen, auch Unna’s Herz auf’s Innigste mit dem seinigen verwoben. Erwin schwor, eher alles Andere, denn ein Klosterbruder zu werden und die geliebte Unna sobald als möglich als seine Gattin heimzuführen.
Eines Abends, als er eben wieder hinausfliegen wollte zu dem Ankerplatze seiner Liebe, ließ ihn sein Vater, der alte Vogt Jost von Salenstein, vor sich rufen. „Unglücklicher!“ – sprach er mit finsterer Miene zu dem bestürzten Jüngling, dem seine Bestimmung zum Mönche schon frühe eine gewisse Schüchternheit eingeprägt hatte, von der er sich nimmer ganz zu befreien vermocht, – „Unglücklicher, was musst’ ich von dir vernehmen? Statt dein Herz zu deinem großen Berufe vorzubereiten, ließest du es von den Netzen einer jungen Dirne umstricken – Still! kein Wort zur Entschuldigung! der alte Fischer hat mir, – Gott sei gedankt, noch nicht zu spät, um einem entsetzlichen Verbrechen vorzubeugen – Alles entdeckt, ja sogar dein Gelöbnis, dich heimlich mit seiner Tochter zu vermählen. So wisse denn, welchem Abgrunde des Verderbens deine Seele nahe war: Unna ist deine leibliche Schwester, das Kind meiner Jugendverwirrung mit der Freyin von Wolfsberg.“
Im tiefsten Mark erschüttert, taumelte Erwin der Türe zu. – „Wohin, Unbesonnener?“ ruft ihm der Vater ängstlich nach. „Auf ewig von der Schwester Abschied nehmen!“ – antwortet der Jüngling mit tonloser Stimme und stürzt unaufhaltsam hinaus.
Als der letzte Scheidekuss der Sonne auf dem Busen des See’s glühte, brannte auch Erwins von allem Irdischen geläuterter Flammenkuss auf Unna’s Lippen. Bruder und Schwester hatten keine Worte mehr. Sie halten sich lautlos fest umschlungen. Plötzlich wallt der See mit dumpfem Schäumen empor; mit donnerndem Getöse beginnt das Ufer zu beben, es wankt, und mit furchtbarem Krachen versinkt Erdzunge, Hütte und das unglückliche Paar in das gähnende Wogengrab.
Es geht die Sage, die Fische hätten allmählich den lockeren Grund jener Erdzunge unterhöhlt und so deren Einsturz vorbereitet, den ein Erdbeben vollends ausgeführt. Noch zeigen die Bewohner der Umgegend die Stelle, wo die Fischerhütte gestanden und erzählen ihre traurige Geschichte.
Quelle: August Schnezler: Ein Wogengrab aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 41–43, 1846 Link: https://de.wikisource.org/wiki/Ein_Wogengrab
Sitten und Brauchtum
Jungfernkuss
Auf der Veste Gottlieben soll auch eine Strafanstalt, der »Jungfernkuss«, stattgefunden haben. Geistliche habe man ohne Aufsehen entfernt und genötigt, ein schön gemaltes Bild einer Jungfrau zu küssen. Sobald sie es getan, sei der Boden unter ihren Füßen gewichen und der unglückselige Liebhaber tief hinunter in lauter aufrecht stehende scharfe und spitzige Messer gefallen.
Quelle: Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 221-222. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004576179
