88299 Leutkirch im Allgäu : |

Leutkirch im Allgäu – Sehenswertes, Geschichte und Insidertipps
Das etwas andere Portal zu Leutkirch in Oberschwaben. Hier gibt es nützliche Links, Insidertipps, (alte und neue) Karten, Fotos, Ausflugsziele.

Leutkirch

Leutkirch im Allgäu ist eine ehemalige Reichsstadt mit rund 23.000 Einwohnern im Landkreis Ravensburg. Im Jahre 1293 wurden Leutkirch von König Adolf von Nassau die Rechte der Stadt Lindau verliehen; sie wurde so zur Reichsstadt. Das Hauptgewerbe der Stadt wurde der Leinwandhandel – wie in Isny. Die größte Zunft mit bis zu 200 Mitgliedern waren die Weber, deren Erzeugnisse bis nach Italien und Spanien gehandelt wurden. 1488 wurde Leutkirch Mitglied im Schwäbischen Bund und erlangte Sitz und Stimme auf dem Reichstag und im Schwäbischen Bund. 

Die Altstadt von Leutkirch ist in wesentlichen Teilen seit der Frühen Neuzeit erhalten geblieben. Sie ist eine denkmalgeschützte Gesamtanlage nach § 19 Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg.

Das Rathaus der ehemaligen Reichsstadt wurde 1740/1741 mit Walmdach erbaut. Der historische Sitzungssaal mit Stuckdecke stammt von Johannes Schütz.

Das Gotische Haus in der Marktstraße zählt zu den fünf bedeutendsten Denkmälern Südwürttembergs. Es wurde zwischen 1377 und 1379 erbaut. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernannte es zum Denkmal des Monats Juni 2008.

Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind noch der Bock- oder Blaserturm und der Pulverturm von 1693 erhalten.  Das ehemalige Kloster, das 1281 gestiftet wurde, diente nach der Auflösung 1804 ab 1853 als Schulhaus. Nach dem Neubau der Schule wurde es als Wohnhaus genutzt.

Die katholische Stadtpfarrkirche („Leutekirche“) St. Martin, deren erster Vorgängerbau schon 848 erwähnt wurde, hat seit 1519 ihre heutige Form als spätgotische Hallenkirche.

        

Kornhaus
Das 1508/09 errichtete Kornhaus diente bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges Handel und Lagerung landwirtschaftlicher Produkte. Bei der Sanierung 1965–1967 wurde das Fachwerk der inneren Außenwandschale wegen Fäulnis durch Mauerwerk ohne Holz ersetzt. Nach einem weiteren Umbau dient es seit 1989 als Bibliothek und Galerie.
 

Die Dreifaltigkeitskirche wurde von 1613 bis 1615 erbaut und war der erste evangelische Kirchenneubau im schwäbischen Oberland. Nach Schäden durch ein Erdbeben wurde sie 1857 bis 1860 in neugotischem Stil hergerichtet. 1972 wurden die meisten neugotischen Elemente entfernt und das Innere in einen modernen Kirchensaal und mehrere Gemeinderäume unterteilt.

Das 1408 erbaute Spital dient heute als Stadtbauamt.

Das Schlösschen Hummelsberg wurde 1636 von der Ulmer Patrizierfamilie Furttenbach errichtet.

In den 1930er Jahren bauten die Nationalsozialisten unterhalb der Wilhelmshöhe einen Thingplatz.

Schloss Zeil

Schloss Zeil steht fünf Kilometer nördlich der Kernstadt auf einem Berg am entgegengesetzten Rand des Talbeckens oberhalb des Dorfes Unterzeil. Das Renaissance-Bauwerk kann nur von außen besichtigt werden. Frei zugänglich ist die zum Schlosskomplex gehörende Pfarrkirche St. Maria.
(Informationen zum Teil aus wikipedia.org eingebunden)

Allgemeines

Internetauftritt der Stadt Leutkirch
Wikipedia:Leutkirch
Alemannische Wikipedia:Leutkirch
Wikisource: Historische Quellen zu Leutkirch

Fotos & Abbildungen

Die hier gezeigten Bilder wurden von mir erstellt, falls nicht anders vermerkt oder aus anderen Quellen eingebunden.
© Wolfgang Autenrieth

Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
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Kunst, Kultur und Brauchtum

Kultur und Sehenswürdigkeiten (Wikipedia)
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Ausflüge und Sehenswertes

Liste der Kulturdenkmale in Leutkirch im_Allgäu
Wikivoyage: Leutkirch (Projekt der Wikimedia)
Wikitravel: Leutkirch

Karten

Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Leutkirch, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi
Karte Leutkirch
Karte eingebunden aus https://www.openstreetmap.de/

Webcams

Stadt Leutkirch – Rathausplatz und andere
Flugplatz Leutkirch-Unterzeil

Nachbargemeinden

angrenzende Städte und Gemeinden (aus Wikipedia)

Teilorte / Teilgemeinden

Ortschaften und Wohnplätze von Musterstadt (aus Wikipedia)

Sagen, Mythen und Geschichten

Der Eremit auf Gschnaid

Zwischen Frauenzell und Kemrazhofen an der wirtembergischen und bairischen Grenze liegt in einer einsamen öden Gegend ein dickbewaldeter Hügel mit einem ebenen, mächtig großen Platze oben. Dieser Hügel heißt »Gschnaid«.

Als vor Zeiten mal in Kempten ein Kloster aufgehoben wurde, zogen zwei Klosterherren aus, jeder den entgegengesezten Weg. Der Eine von ihnen kam auch in diese Wildniß. Alles war voll Moor und Sumpf, weithin war[419] kein Obstbaum zu sehen. Hier baute er eine Hütte und lebte von Wurzeln und führte ein gar frommes Leben. Aber er wußte nicht, wo er eine Quelle fände, um seinen Durst zu löschen. Da bemerkte er mal, wie alle Tage eine Schaar wilder Raben einem Orte unten an dem Hügel zufliege, und gewiß sei dort eine Quelle. Er zog ihnen nach und fand richtig ein Brünnlein, eine Viertelstunde über steilen Felsen drunten. Das Brünnlein selbst ergießt sich, kaum an’s Licht getreten, schon wieder in einen Felsen. Dahin kam der Einsiedler täglich.

Mal nach langer Zeit kam auch der andere Einsiedler, der etwas jünger war, in diese Gegend, um den alten Freund aufzusuchen. Er hatte seine Fußspuren im Schnee (vom Brünnlein an) verfolgt und gelangte zu der Hütte. Da fand er den ehemaligen Freund, der aber nichts mehr von der Welt wissen wollte und ihn von dannen gehen hieß. Er solle nach vielen Jahren wieder kommen und dann nach ihm sehen, wenn er gestorben sei. Er kam dann nach langer langer Zeit wieder. Der Einsiedler hatte ihm streng verboten, Jemanden etwas von seinem Aufenthalt zu sagen. Da traf er die Hütte wieder, dabei ein Grab; drinnen lag sein Leichnam und alles mögliche Gestrüpp, verfaultes Holz etc. auf ihm. Man machte Anstalten, um ihn zu begraben und nach Frauenzell zu führen. Trug ihn herunter zum Brünnlein und lud ihn auf einen Wagen. Aber allemal kehrten die Zugthiere wieder um, dem Berge hinauf zu, und sie waren nicht weiter zu bringen. Darin sah man eine höhere Weisung und begrub den Leichnam droben. Bald erhob sich über dem Grabe eine kleine Kapelle und ein Kreuz. Allgemein war jezt die Verehrung des Einsiedlers, und die Kapelle wurde nach und nach eine berühmte Wallfahrt. – Eine Unzahl, man sagt an die Tausende, kleiner und großer hölzerner Kreuze sieht man droben, ja bis an’s Brünnlein herunter alles voll, und bis weit in den Wald hinein. Diese Kreuze werden oft von Wallfahrern zehn bis zwölf Stunden weit hergebracht.

Jeder Wallfahrer opfert nach Vermögen; alle möglichen Schmucksachen legt man auf die Altäre; der fromme Glaube weiß sogar von dem Opferbewahrer, der mal frevelte und etwas bei Seite that, daß er habe nicht mehr wegkommen können, bis er durch des Priesters von Frauenzell Hülfe befreit worden sei. Besonders häufig werden Werg und Garn unter dem Geopferten gesehen. Auch nehmen Augenleidende von des Eremiten Brünnlein Wasser mit; es soll heilsam sein. – Woher der Heilige war und wie sein Name gewesen, weiß Niemand. (Mündlich von Leutkirch)

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 419-421, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004569652

Der große Stein auf Zaun

Zwischen Meggen und Dettishofen (0.-A. Leutkirch) erhebt sich von der Argen auf ein Höhenzug, der von dem tiefen Eschachtobel auf der Ost- und Nordseite begrenzt ist und oben eine ebene Fläche bildet. Auf dieser nach drei Seiten steil abfallenden Landzunge, Zaun genannt, ruht ein ungemein großer Felsblock, von dem früher immer die wunderliche Sage ging, man habe auf ihm einstens Messe gelesen. Jetzt ist der Platz mit Tannen und Gestrüpp bewachsen und teilweise Wald. (Ratzenried, Gebrathofen)

Quelle: Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwöärter des Allgäus, Kempten, 1895, S.434, https://www.google.de/books/edition/Sagen_Gebräuche_und_Sprichwörter_des_A/SczGjV41q_sC

Der Schatz im Steinbühl

Im Steinbühl zwischen Luttolsberg und Frauenzell, bei Leutkirch an der bairischen Grenze, ist ein Schatz verborgen: eine große Kiste Geld. Alle sieben Jahre „sönnelt“ (sonnt)‚ er sich oben auf dem Hügel und versinkt wieder. Einstmals, vor vielen Jahren, gingen Bauern von Luttolsberg und Frauenzell auf den Steinbühl, um den Schatz zu heben. Es schlug auf einem entfernten Kirchturm zwölfe. Sie gruben über Hals und Kopf und kamen auf eine schwere, schwere Kiste. Aber auf der saß eine kohlrabenschwarze Katz, mit feurigen Augen, wie Pflugrädlein. Die Kiste wurde heraufgewogen, aber da, wo sie am weitesten heroben, sprang die hässliche Katze hin und sie sank wieder. Kein sterbigs Wörtlein durfte einem über die Lippen kommen. Auf einmal, erschien am Wald drüben ein steinaltes Weiblein und umkreiste den Hügel; immer lauter und lauter rief sie: „Lasst das Graben, thut’s bei Tag!” Unwillig darüber, kam einem von den Luttolsberger Bauern das Fluchen, und er fing den rechten Weg an. Im selben Augenblick stürzte Katze und Kiste wieder in den Abgrund des Steinbühl. Hätten sie reinen Mund gehalten, so hätten sie gewiss den Schatz bekommen.

Quelle: Birlinger, Anton: „Volksthümliches aus Schwaben“, 1861, https://archive.org/details/volksthmlichesa00birlgoog/page/81/mode/2up?view=theater, Seite 81

Die Laustanne bei Leutkirch

Nicht weit von Leutkirch ist eine Tanne, die man nur die »Laustanne« heißt. Dort sollen allemal die Handwerksbursche geruht, sich ihrer Läuse entledigt haben. An diese Tanne knüpft sich die Sage von einer einst stattfindenden großen Völkerschlacht. So viele Leute werden einst umkommen, daß die ganze Leutkircher Haide ein Blutbad sein wird. Alsdann wird der Türk dort seine Rüstung aufhängen, und sein Rößlein anbinden.

[Das Wort »Laus« in Zusammensetzungen als Name für Feldhügel, Waldname ist mir nicht klar. Ein »Lausbühl« ist in Rottenburger Markung; einer bei Reutlingen. »Lausweiher«, ein ehemaliger Weiher bei Uttenweiler. »Laushalderthal« oder gewöhnlich »Laushalde« bei St. Moriz (Blauthal). »Laußrain« bei Metzingen. Rechenmeister 263. (Vielleicht der obenerwähnte bei Reutlingen.) »Lauswiese«, »ain wislin ihm Illenthal an der Laußwiß«. Mülheimer (a.D.) Urbar v. 1610. S. 50. – Kann vielleicht an die »Armalausen« auf der Peutingerschen Tafel erinnert werden? Oder liegt diesen Flurnamen ein mhd. lusse zu Grunde?]

{Anmerkung, W.A.: „Das dem Namen vorangestellte Bestimmungswort Lus-, Luss-, oder Luz- geht auf das mittelhochdeutsche luz, luze, „Versteck, Lauer“ und dem alt- und mittelhochdeutschen luzen, „verborgen liegen, heimlich lauern“ zurück. Mit L(a)usheim ist also ein Ort gemeint, der verborgen, versteckt liegt.“ https://bz-ticket.de/warum-heisst-lausheim-lausheim–63542533.html

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 185-186
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004564413

Die Uhr auf Beil

Im Rittersaal auf Zeil soll eine große Uhr sein. Sie fängt an zu gehen nur wenn der Tod des Fürsten nahe ist. Lange Zeit ging sie nicht mehr, trotz aller Versuche und Mühe um sie; auf einmal fing sie zu rasseln an mit einem Schlag: der alte Fürst starb.

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 242, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566254

Die lange Jupp

Bei Zeil ist ein gespenstisches Weib im Wald, » die lang Jupp« genannt wegen ihrer langen Juppe (Weiberrock), welche bei Nacht die Leute irre führt. Einer hat schon vergebens auf sie geschossen.
Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 250, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004566416

Heilige Hostie unversehrt

Waren mal zwei Müller gesessen zwischen Memmingen und Ottobeuren bei Benningen, und die waren gar spännig miteinander. Der Eine war voll Neids über den Andern vom kleinen Zehen bis auf den Scheitel. Er beschloß, seinen Nachbar um jeden Preis zu vertilgen, und that Folgendes, wie die Sage geht. Es ist ein Glaube von gewissen Leuten, mit der hl. Hostie vom grünen Donnerstag könne man besondern[384] Zauber treiben. Der böse Müller ging zur hl. Communion am grünen Donnerstag, nahm die hl. Hostie wieder aus dem Munde, schob sie in sein Sacktuch und trug sie heim. Des Abends selbigen Tags begab er sich von Hause fort, hinterließ, er wolle diese Nacht wachen, wie Christus, der Herr und Meister, am Oelberg gewacht habe. Festen Schrittes ging’s der andern Mühle zu und warf den hl. Leib in die Räder. Kaum war die Unthat vollbracht, da rief es deutlich aus den Mühlrädern dreimal:
»Mal it, mal it das höchste Gut!«
Das Mühlwerk stand wie mit einem Schlag still. Man untersuchte die Sache, fand die hl. Hostie unversehrt. Im selbigen Augenblicke stürzte dem ruchlosen Frevler seine Mühle mit Höllengekrach zusammen, versank mit Mann und Maus. So erzählt das Volk. Die hl. Hostie ist abgeholt worden mit Kreuz und Fahnen von der ganzen Geistlichkeit nach Memmingen, wo sie viele hundert Jahre aufbewahrt worden sein soll. An der Stelle des Wunders erhob sich bald eine Kapelle. (Mündlich von Leutkirch)

[In Ottobeuren in der Klosterkirche sollen Plafondgemälde diese Geschichte darstellen.]

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 384-385, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004569229

Hexenritt

War mal im Oberland ein Mann und eine Frau. Die Frau war eine Hexe und fuhr viele Nächte immer fort. Ihr Mann merkte, daß sie nicht selten Nachts gar nicht daheim im Bett sei, wußte aber nicht recht, wessen Geschäftes wegen. Einmal schlich er ihr nach, schaute von der Stube zum kleinen Küchenfensterle hinein. Gerade langte die Frau einen Besenstiel,[309] nahm ein Sälblein vom Kamin herab, bestrich ihn, sezte sich darauf und fuhr durch den Rauch hinauf. Der Mann hörte rufen: »Hopp, hopp auf und nёene nã!« Der Mann nicht faul, machte es auch so und fuhr wie’s Wetter durch’s Kamin. Kam nach langer Luftfahrt in einen ungeheuern Saal, wo großer Hexentanz war. Ueber die Maßen ging’s lustig her, von Mitternacht bis gegen Morgen. Auf einmal hörte er ein Munkeln im großen Gewühle: jezt läutet man’s Bet! Husch! Alles zerstob und war wie weggeblasen. Der gute Mann wußte nicht, was dies zu bedeuten, hörte läuten eine ferne Frühglocke. Gut! er hat sich verspätet. Auf einmal saß er jämmerlich auf weitem ödem Felde, wo nichts als Gräber und Todtengerippe zu sehen waren, in landfremder Gegend. Zwei Jahre brauchte er, bis er wieder in seine Heimat kam (Mündlich von Leutkirch)

[Ueber die Hexensalben siehe »Leubuscher«, über die Wehrwölfe und Thierverwandlungen im Mittelalter. Berlin 1850. 8°. S. 41 ff. Kuhn und Schwarz, nordd. Sagen S. 154. 217. 2. 71 Anmerk.]

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 309-310, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004567641

Wie Leutkirch entstand

Vor uralten Zeiten soll da, wo jetzt Leutkirch steht, nur eine kleine „ Leutkapelle“ gewesen sein. So oft die Leute der Umgebung zu der Kapelle kamen, sollen sie jedesmal, oft gar weit her, Stein und Holz mit sich geschleppt haben. Es geschah, daß bald die so genannte „ Allerleutskirche“ erbaut werden konnte. Bis von Aitrach herauf sollen Leute Stein und Holz geschafft haben.

Quelle: Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwöärter des Allgäus, Kempten, 1895, S.486, https://www.google.de/books/edition/Sagen_Gebräuche_und_Sprichwörter_des_A/SczGjV41q_sC

Womit die Leutkirchner und die Isner einander foppten

Die Jsner wurden früher von den Leutkirchnern gerne „mit ihren luimenen Glocken “ aufgezwickt, indem ihnen vorgehalten wurde, daß sie einstmals, um an Kosten zu sparen oder aus sonstigen Gründen ein Turmgeläute aus Lehm hergestellt hätten, um am Sonntag damit die frommen Gläubigen zum Gottesdienst zusammenrufen zu können. Die Jsner leugneten nun zwar nicht, daß sie mit den neuen seltsamen Glocken nicht viel Glück gehabt hätten, meinten aber, die „Luitkircher“ brauchten gar nichts zu sagen, denn die hätten lange Zeit überhaupt keine Kirchenglocken gehabt und sich damit beholfen, daß der Mesmer sich jedesmal unter die Fensteröffnungen des Turmes stellte, zwei Finger in den Mund steckte und einen grellen Pfiff ausstieß. Dann habe er mit den Armen herumgefuchtelt und den Leuten „zugewunken“, daß sie kmmen sollen. (Jsny)

Quelle: Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwöärter des Allgäus, Kempten, 1895, S.522, https://www.google.de/books/edition/Sagen_Gebräuche_und_Sprichwörter_des_A/SczGjV41q_sC

Volksglaube, Wetter und Gestirne

An Weihnachten zwischen 11 und 12 Uhr

…Nachts hat der Teufel freien Lauf; da bietet er all‘ seine Gewalt auf, um Seelen zu gewinnen. (Leutkirch – Haide)

Quelle: Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im Breisgau 1861, S. 467. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004570731


1 Informationen zusammengestellt bzw. zitiert aus Wikipedia (Quelle siehe „Allgemeines“)