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Freie Reichsstadt Isny im Allgäu

Stadtansicht vor dem Brand 1631. Quelle: Commons.wikimedia

 

Die „Freie Reichsstadt“ Isny im Allgäu (veraltet: Eysnin, Eisna, Isnyn, Ysny, Isnÿ, Ißnach, Jssna oder Jsny) ist eine Reise wert. Die noch fast zur Hälfte von der mittelalterlichen Stadtmauer und den Stadttürmen umgebene Stadt mit den markanten Zwiebeltürmen ist heilklimatischer Kurort im Landkreis Ravensburg im württembergischen Allgäu. Die Stadt liegt im äußersten südöstlichen Zipfel von Baden-Württemberg am Fuß des „Schwarzen Grats“ an der Grenze zu Bayern im Voralpenland.

Blick vom unteren Graben auf Wassertor, Nikolaikirche und Georgskirche. Postkarte um 1910 – von mir farblich aufgehübscht 😉

Weitere Unterkapitel

Heilklima + Geografie

In Isny herrscht durch die geographische Lage eine absurd anmutende Wetterkonstellation:

Neben den höchsten Sonnenscheinstunden verzeichnen die Metereologen in Isny gleichzeitig auch mit die höchsten Niederschlagsmengen Deutschlands. Die Ursache liegt an der  „Stauwetterlage“ am Fuß der Adelegg, die Isny einen Platz in den Schulbüchern beschert.

Ansichtskarte – vermutlich von Eugen Felle – um 1900 mit Beschriftungen von mir.

Wenn die Wolken von Westen heranziehen, müssen diese von 700 m Stadthöhe auf über 1100 m aufsteigen, um den ➥ Schwarzen Grat – den höchsten Berg Württembergs – überqueren zu können.

Im Osten der Gemeinde liegt die Adelegg, ein waldreicher Mittelgebirgszug, der mit dem Schwarzen Grat (1.118 m) die höchste Erhebung in Württemberg aufweist – und durch die Stauwetterlage für hohe Niederschlagsmengen verantwortlich ist. Die von Westen kommenden Wolken müssen zum Überqueren einen Teil der „Ladung“ ablassen. Wenn es deshalb regnet, regnet es kurz – aber heftig. Daraus resultiert das Zertifikat als „Heilklimatischer Kurort“ mit besonderem Reiz (-klima).

Böse Zungen behaupten, dass die Adelegg in jahrhundertelanger, freiwilliger und mühseliger Arbeit von den Isnyer Westallgäuern als „antibajuwarischer Schutzwall“ gegen die Vereinnahmung durch die Bayern aufgeschüttet wurde. Zuzutrauen wäre es diesem eigensinnigen Völkchen um Isny, das sich schon immer etwas störrisch der Obrigkeit entgegenstellte – zumal sich die Isnyer als Protestanten der Reformationszeit und „Freie Reichstädter“ auch gegen die katholischen Machteinflüsse erfolgreich gewehrt hatten. Informationen zur Reformation in Isny ➥ sind hier abrufbar (Stichwort Mittelalter und Reformation).

Selbst heute stellt die Adelegg eine unüberwindbare Grenze für alle Bayrischen SUVs dar. Nur ein schmaler Durchlass bei Weitnau gewährt den Bayern Zufahrt in die schönste Region des Allgäus.

Ansichtskarte um 1900

Isny liegt an der Hauptroute der ➥ Oberschwäbischen Barockstraße.

Der Durchmesser der heimeligen, freien Reichstadt bemisst sich auch heute noch nach einer Maßeinheit – die mittlerweile als „political incorret“ angesehen wird: Von einem Stadttor zum anderen benötigt man zu Fuß eine Zigarettenlänge.

BTW: Stadttor / Zumthor: Der berühmte Architekt ➥ Peter Zumthor hatte einen Plan zum ➥ Wiederaufbau des Isnyer Osttors entworfen. 2012 entschieden sich die Bürger der Stadt Isny gegen dieses Projekt und gegen eine D-Isn(e)y-sierung.

Geschichte

Römerzeit

„Auf einem Moränenhügel beim Weiler Burkwang unweit der Argen befand sich in spätrömischer Zeit das Kastell Vemania. Archäologen gehen davon aus, dass es unter Kaiser Probus (276 bis 282) angelegt worden war, um den Donau-Iller-Rhein-Limes und die dazugehörige Römerstraße zwischen Bregenz und Kempten zu sichern.“ (Wikipedia)

 In einem Erdkundebuch aus dem Jahr 1838 steht: „Gehen wir auf die Nordseite des Bodensee’s, so kommen wir zuerst nach Bemania, in welchem man bald die Oberamts Stadt Wangen, bald das in diesem Oberamte gelegene Isny erkennen wollte. Allein zu Bemaria scheint Castra subintelligirt werden zu müssen und diese Castra standen wohl nach v. Rayser in größen und kleineren Entfernungen auseinander, sowohl an anderen Orten als namentlich bei Wangen und Isny, wo man römische Meilensäulen, Inschriften und Münzen fand. Auch zu Unterborgen, OA Wangen, bei Kißleck, dem Cassiliacum (?) der Notitia Imp. wurden 600 Stück Münzen von den Kaisern Commodus, Severus Gordianus III, Philippus I., Balerianus, Gallimus, von dem sich ein in Haufen im Lonthal entdecktes Steinmonument erhalten hat, ausgegraben.

Insbesondere soll unfern von Isny, von Jsis (?) bei dem Weiler Burgwang ein Jsistempel, dessen Stätte noch jezt die Betmauer heiße, gestanden haben. Auch ein in der Nähe der Betmauer gefundener Ring mit dem Bilde des Oedipus, vor der Sphinx das Räthsel lösend, scheint auf den dortigen Jsiscultus hinzuweisen.“

Quelle: Georgii, Ludwig: Alte Geographie, beleuchtet durch Sitten, Gebräuche, Sagen der Völker, Stuttgart, 1838, https://books.google.de/books?id=TJ1eAAAAcAAJ, Seite 231

Mittelalter und freie Reichsstadt

siehe Freie Reichsstadt Isny

Reformation in Isny

Isny war eine der ersten Reichsstädte, die evangelisch wurden. Magister Konrad Frick hatte im Jahre 1518 seinen Dienst als Prediger der Stadt Isny angetreten – kurz zuvor hatte Luther 1517 seine Thesen gegen den Ablasshandel an die Türe in Wittenberg geschlagen – die sich über den neu erfundenen Buchdruck von Guttenberg über das ganze Reich verteilten. Damals waren diese „Prädikaturen“ Predigerstellen zur Ergänzung der Priesterstelle. Während die Priester die Messe auf Latein abhielten, sprachen die Prediger auf Deutsch zur Gemeinde. Frick war von Luther und Zwingli beeinflusst – und Isny wurde 1522 protestantisch.

Wie das damals genau ablief, ist hier beschrieben:
Reformation und Gegenreformation – wie Isny evangelisch wurde

Quellen zur Stadtgeschichte

Eine gute Zusammenfassung zur Stadtgeschichte seit der Keltenzeit findet sich auch auf der Internetseite ➥ oberschwaben-tipps.de

Ebenfalls ausführlich mit der Geschichte und den Bauwerken befasst sich die Wikipedia auf der Seite ➥ Liste der Kulturdenkmale in Isny im Allgäu

Vom Landesamt für Denkmalschutz gibt es eine Aufstellung der Kulturdenkmale in Isny, die 204 Seiten umfasst: ➥ „Denkmalpflegerischer Werteplan – Gesamtanlage Isny im Allgäu“

Informationen zur Prädikantenbibliothek der Nikolaikirche

Die Prädikantenbibliothek in der Nikolaikirche Isny ist ein Kleinod, das man unbedingt besichtigen muss – besonders im Lutherjahr. Die wohlhabenden Bürger stifteten ihren Predigern wertvolle Bücher – die noch heute im Original – und am originalen Standort – vorhanden sind.
Die Prädikantenbibliothek – eine Einführung von Pfarrer Schmid
Nikolaikirche Isny und Prädikantenbibliothek

Reformatoren in Isny

Paul Fagius, Reformator in Isny
Paul Fagius – Der Reformator

Historische Berichte

Isny – kennst du deine Heimat? – SWR-Film aus dem Jahr 1958
Ein Briefträger im Schnee – Briefzustellung um Isny SWR-Film 1958
Isny-Langlauf der nord. Skimeisterschaften 1958 (am Ende sieht man mich kurz auf dem Schlitten sitzen)
Kreuzotterfarm von Fritz Briechle am Rain 1957

Kirchen & Reformationsgeschichte

➥ Nikolaikirche – siehe eigenes Kapitel
➥ St.Maria – siehe Wikipedia
➥ St.Georg – siehe Wikipedia

Wintersport

Isny ist Wintersportort – zumindest in Jahren, in denen sich die Klimaerwärmung nicht zu sehr auf den Schneefall auswirkt. Langlauf ist auf den gut präparierten Loipen meist möglich, am Felderhalde-Lift gibt es einen kleinen Skilift mit einer moderaten Abfahrt.
In manchen Jahren gibt es immense Schneemengen, wie dieses Bild zeigt:

Postkarte: Kemptener Straße (Obertorstraße) 1914

Selbst erinnere ich mich an den Winter 1968, als der Schnee höher war als alle Zäune. Damals kam Isny zum ersten Mal im Fernsehen – wir hatten Schnee-Notstand. Die Stadt war von der Außenwelt abgeschnitten und wurde aus der Luft versorgt. Es hatte so viel geschneit, dass von den Arkaden am Rathaus nur noch 30 Zentimeter zu sehen waren. Für uns Kinder war es ein Abenteuer. Es war einfach, eine Schneehütte zu bauen. Man musste nur vorwärts ein Loch schaufeln. Samstags war „➥ Raumpatrouille-Tag“ und am Sonntag wurden unsere Schneehöhlen zu Lancets 😉
Bevor nun jemand dies als Beweis für die Klimakatastrophe verwendet (die ich nicht leugne) – es gab damals auch in Isny bereits Winter ohne Schnee.

Randbemerkung: Ihr könnt mich auf der ARD-Mediathek sehen – bei den Deutschen Nordischen Skimeisterschaften. Bei Minute 5:48 sitze ich auf dem Schlitten. Sendung der Abendschau vom 31.Januar 1958 😉
➥ Deutsche Nordische Skimeisterschaften

Ausflüge und Sehenswertes

➥ Wikivoyage: Isny (Projekt der Wikimedia
➥ Wikitravel: Isny
➥ Ortsportrait Isny
➥ Museum am Mühlturm
➥ Wassertor-Museum

Natur & Parks

Isny ist als heilklimatischer Kurort und Luftkurort eine „grüne Stadt“. Entlang der Stadtmauer und am ehemaligen – und teilweise noch mit Wasser gefüllten – Stadtgraben kann man im Grüngürtel die Altstadt umrunden.
➥ Schwarzer Grat – höchster Berg Württembergs
➥ Eistobel – Westallgäuer Geotop

Allgemeines

➥ Internetauftritt der Stadt Isny
➥ Wikipedia: Isny
➥ leo:BW – Landeskunde entdecken (Landesarchiv Baden-Württemberg: Isny. Statistik, Topografie, Visitenkarte, Wappen, Ortsteile, Aufgegangene (historische) Ortsteile und Wohnplätze, (historische) Bilder vom Landesarchiv Ba-Wü
➥ Liste der Kulturdenkmale in Isny im Allgäu
➥ Burg und Isny im Mittelalter

Historische Postkarten & Abbildungen

Alle Abbildungen sind älter als 100 Jahre, daher gemeinfrei.²
BTW: Wenn ihr die Maus über dem Bild positioniert, wird der Dateiname mit der Jahreszahl angezeigt.

Historische Abbildungen

Klick auf den Link leitet weiter zur Abbildung (nicht gemeinfrei – Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg)
➥ Blaserturm 1955
➥ Diebsturm 1955
➥ Oberer Graben mit Marienkirche 1955
➥ Oberer Graben mit Marienkirche 2 – 1955
➥ Rathaus 1963
➥ Espantor 1963
➥ Obertorstraße mit Blaserturm und Rößle 1963
➥ Waldbad

Quellen für Abbildungen

➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Bildersammlung auf Wikimedia-Commons
➥ Isny auf ‚Tumblr‘
➥ Isny auf ‚picclick‘ (Suche nach angebotenen Postkarten usw. bei ebay)
➥ Isny auf ‚Pinterest‘
➥ Isny auf ‚Flickr
➥ Isny auf ‚AKPool‘
➥ Isny auf ‚Ansichtskarten-Delcampe‘

Kunst, Kultur und Brauchtum

➥ Theaterfestival Isny
➥ Kinderfest Isny
➥ Kunsthalle im Schloss – Friedrich Hechelmann
➥ Isny auf ‚Bildindex‘ 532 Abbildungen, Werke und Werkteile zur Kunst- und Baugeschichte
➥ Isny auf ‚Google-Art‘
➥ Isny auf ‚Zeno-Org‘

Karten

➥ Luftlinie-org berechnet die Luftlinienentfernung
sowie die Straßenentfernung zwischen zwei Orten und stellt beide auf der Landkarte dar. Startort ist Musterstadt, den Zielort müssen Sie noch wählen. Voreingetragen ist ➥ Bisoro in Burundi
➥ Karte Isny im Allgäu


Karte eingebunden aus ➥ openstreetmap.de/
➥ Isny – Stadtplan und Umgebung, 1820 Landesarchiv Ba-Wü
➥ Schweinebach – mit Eisensberg und Rochmoos, 1826 Landesarchiv Ba-Wü
Umgebungskarten von Isny, 1826

Mehr als 500 Karten und Abbildungen findet man/frau auch im
➥ Bildarchiv „Foto Marburg“

Webcams

➥ Isny (BW)
➥ Blick vom Blaserturm Richtung Marienkirche
➥ Isny (BW)

Sagen, Mythen und Geschichten

Bolsternanger Stückle

Zwischen Isny und Wengen liegt nahe der württembergisch-bayerischen Grenze in einem Seitenthälchen der Argen das Dörfchen Bolsternang. Die guten Bewohner desselben sollen sich ehedem gar sehr hervorgethan haben durch allerlei Stückchen, wovon man noch jetzt zuweilen erzählen hört. Eins davon ist dieses.
Sie beteten einmal mitsammen einen Rosenkranz. Da geschah es, daß sie beim letzten Gesetzchen sich verzählten und drauß kamen.
Während die einen „Ehre sei“ machten, huben die andern noch einmal mit „Gegrüßt seist du“ an, und da kein Teil nachgeben wollte, entstand ein arges Durcheinander, daß sie beinahe in Streit gerieten. Um dem ein Ende zu machen, schlichtete der Mesmer und sprach : Låndber’s grad an Hund gealte und fanget nåmål vu voan a !“ Und so thaten sie auch. Seitdem, wenn man in der Gegend etwas rückgängig machen und als ungiltig erklären will, sagt man oft sprichwörtlich: des låndber an Hund gealte wie d’Bolsternangar de Rosekranz. (Weitnan, Sibratshofen, Jsny, Mayerhöfen, Wengen)

2. Zur Zeit, als ihr Thälchen noch eine halbe Wildnis war, hatten sie eine große Fläche abgeschwendet und alles Gebüsch und Gesträuch niedergehauen bis auf die einzelnen Kriesbeerbäumchen, die da und dort darunter standen, und die sie vorsorglich stehen ließen, damit sie hernach recht viel Kirschen bekämen. Das abgehauene Gestrüpp, das dicht die ganze Fläche bedeckte, ließen sie recht trocken und dürr werden, um es hernach anzuzünden, auf daß die Asche den Boden dünge und fruchtbar mache. Aber wie sollten sie es machen, daß die stehengebliebenen Kriesbeerbäumchen von den Flammen nicht Schaden litten?
Da war guter Rat teuer, und sie berieten in einer Versammlung lange vergeblich. Endlich kam einem ein guter Einfall.
„Man sagt nicht umsonst,“ sprach er, „was für die Kälte hilft, hilft auch für die Hitze; binden wir die Bäumchen mit Stroh ein, wie man sie im Winter oft gegen die Kälte einhüllt!“ Einen so guten Vorschlag hatte noch keiner gemacht, und darum schritten sie auch gleich zur Ausführung. Sie schleppten ganze Wagenladungen von Stroh herbei und wickelten sorgfältig jedes Stämmchen dicht damit ein. Dann zündeten sie an.
Ob die Kriesbeerbäumchen auf solche Weise unversengt geblieben sind und hernach recht viel Kirschen getragen haben, muß man aber die Bolsternanger selber fragen. (Hinznang)

3. Seit vielen Jahren hatten sie gefunden, daß die Heuernte im Sommer gar arg viel Schweißtropfen koste, und daß daran nur immmer das heiße Wetter schuld sei. Da veranstalteten sie im nächsten Sommer eigene Betstunden, in denen sie „um einen kühlen Heubat“ beteten. Von der Geschichte wollen sie aber nichts mehr hören und auch keine Auskunft geben, wie sie mit dem kühlen Heubat gefahren sind. (Weitnau)

4. Zu einer andern Zeit war es einmal überaus lange Regenwetter, und alles schien zu mißraten . Da veranstalteten sie abermals eine Betstunde um gut Wetter. Wie sie aber hernach zur Kapelle herausfamen, schneite es. Da sprachen sie: „Oich! jetz håmmer der Katz an Bu (Bauch) ‚griffe!“ Man hieß sie auf das hin lange noch „Katzgriffar“. (Eglofs)

5. Einmal legten sie mit großem Fleiß eine Brunnenleitung. Als sie mit der Arbeit fertig waren und die Gräben alle wieder zugeworfen hatten, stellte es sich heraus, daß sie vergessen hatten, die Deichel zu hohren. Böswillige aber sagten, sie hätten geglaubt, es ginge mit ungebohrten Deicheln auch, und die Mühe des Bohrens könnte man sich ersparen. (Eglofs)

Quelle: Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus, 1894, S. 503 ff

Wie Isny durch Heinzen vom Feinde verschont geblieben

Als in dem Kriegsjahre 1796 die Franzosen auch in das Allgäu gedrungen waren, zog einmal eine Abteilung ihrer Armee
zur Nachtzeit von Wangen herauf, um Isny zu überfallen und einzunehmen . Damals war aber gerade Heuerntezeit, und in den Fluren um die Stadt standen eine Menge Heinzen. Wie nun die Franzosen über Eglofs gegen den Weiler Gründels kamen und bei Mondschein von Ferne die Menge Heinzen erblickten, glaubten sie, es wäre das kaiserliches Militär, das in Isny läge, und das von ihrem Vorhaben Wind bekommen und daher Aufstellung genommen habe. Da getrauten sie sich keinen Angriff, machten eine Schwenkung und zogen heimwärts ab. Isny aber verdankte für diesmal den Heinzen seine Verschonung vor einem feindlichen Ueberfall. ((Muthmannshofen, Legau)

Quelle: Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus, 1894, S.480

Womit die Leutkirchner und die Isner einander foppten

Die Jsner wurden früher von den Leutkirchnern gerne „mit ihren luimenen Glocken “ aufgezwickt, indem ihnen vorgehalten wurde, daß sie einstmals, um an Kosten zu sparen oder aus sonstigen Gründen ein Turmgeläute aus Lehm hergestellt hätten, um am Sonntag damit die frommen Gläubigen zum Gottesdienst zusammenrufen zu können. Die Jsner leugneten nun zwar nicht, daß sie mit den neuen seltsamen Glocken nicht viel Glück gehabt hätten, meinten aber, die „Luitkircher“ brauchten gar nichts zu sagen, denn die hätten lange Zeit überhaupt keine Kirchenglocken gehabt und sich damit beholfen, daß der Mesmer sich jedesmal unter die Fensteröffnungen des Turmes stellte, zwei Finger in den Mund steckte und einen grellen Pfiff ausstieß. Dann habe er mit den Armen herumgefuchtelt und den Leuten „zugewunken“, daß sie kmmen sollen. (Jsny)

Quelle: Karl August Reiser: Sagen, Gebräuche und Sprichwöärter des Allgäus, Kempten, 1895, S.522, https://www.google.de/books/edition/Sagen_Gebräuche_und_Sprichwörter_des_A/SczGjV41q_sC

 


1 Informationen zusammengestellt bzw. zitiert aus Wikipedia (Quelle siehe „Allgemeines“)

² Abbildungen gehen 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers in Gemeineigentum über. Sollte diese Voraussetzung bei gezeigten Abbildungen nicht zutreffen, bitte ich um Nachricht, dann werden diese von der Webseite entfernt.